Outback, Australien

Die wenigsten Straßen im australischen Outback sind gepflastert, für die meisten ist ein Geländewagen mit Allradantrieb notwendig - © Totajla / Shutterstock
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Das australische Outback besticht durch seine völlige Abgeschiedenheit von der Zivilisation, unberührte Natur und einzigartige landschaftliche Schönheit.

Der Begriff „Outback” stammt aus dem 19. Jahrhundert und bezeichnete damals die Regionen in Australien „out the back of … (hier jegliche Form der Zivilisation einsetzen)”. Heute verstehen die meisten unter der Bezeichnung das Hinterland, die unbewohnte „Wüste” Australiens.

BILDER: Australiens Outback

 

Vor allem Northern Territory und Western Australia, aber auch Queensland, New South Wales und South Australia dürfen sich zu den Outback-Bundesstaaten Australiens zählen, insgesamt werden fast drei Viertel der Fläche Australiens zum Outback gezählt.

Charakteristisch für das australische Outback sind die endlosen unbewohnten Weiten, die völlige Abgeschiedenheit von der Zivilisation, kaum Straßen, schon gar keine asphaltierten, brütende Hitze, roter Staub und das ständige Summen und Schwirren von Insekten.
Trotz dieser unwirtlichen Beschreibung verströmt das Outback eine derartige bizarre Schönheit und wilde Faszination, dass jeder, der die Reise in die Wildnis einmal gewagt hat, von ihr nie wieder losgelassen wird.

Sonnenuntergang im australischen Outback, hier im Clare Valley in South Australia, Australien - © kwest / Shutterstock
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Unvorstellbares im Outback

Kinder werden über Funk fern-unterrichtet, Schulen sind zu weit weg. Das nächste Krankenhaus ist irgendwo, statt einem Rettungswagen eilt das „Royal Flying Doctor Service” zur Hilfe. Nicht selten kann man auf einer Rinderfarm nicht nur Lebensmittel kaufen und übernachten, sondern auch tanken, Post aufgeben, Bankgeschäfte erledigen oder sein Auto reparieren lassen.

Land der Aborigines

Die Schönheit und vor allem Spiritualität des Outbacks entdeckten die Aborigines bereits vor 50.000 Jahren und besiedelten die unwirtlich scheinenden Gegenden. Viele europäische Forscher haben bei dem Versuch, die australische Wüste zu erforschen, ihr Leben gelassen, einige Nord-Süd-Durchquerungen endeten in einer Katastrophe, wie zum Beispiel die Expedition von Burke und Wills in den 1860er Jahren. Hier sammelten anstatt der Expeditionsteilnehmer vor allem deren Rettungsteams wertvolle Informationen über das Hinterland Australiens.

Sonnenuntergang im australischen Outback, hier im Rainbow Valley in den Northern Territories, Australien - © Markus Gebauer / Shutterstock
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Im Großteil des australischen Outbacks davon herrscht Trockenheit, wie zum Beispiel in Western Australia, wo manchmal jahrelang kein Regen fällt und das Thermometer regelmäßig über die 50°C-Marke klettert.

Es gibt jedoch auch Outback-Gebiete, wie zum Beispiel in Queensland, deren Wildheit auf der Unerforschtheit seines tropischen Regenwaldes beruht. Auch der Kakadu-Nationalpark in den Northern Territories ist ganz und gar nicht wüst, sondern besticht durch seine saftige Vegetation und eine unglaubliche Artenvielfalt.

Der Eyre Highway in der Nullarbor-Wüste, mit 150km ohne Kurve Australiens längste gerade Straße - © IndiPhotographyAustralia/Shutterstock
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Abenteuerlustige, die das Outback auf eigene Faust erkunden wollen, werden die spektakulären Eindrücke ihre Leben lang nicht vergessen. Aber Achtung: Abseits der Hauptverkehrswege ist ein Allradantrieb Pflicht. Sandpisten und Regenwald führen sonst zu einem sehr vorzeitigen Ende der Reise.

Tipp: In den meisten Regionen des Outbacks ist es trocken und heiß, infrastrukturell erschlossen sind nur wenige Teile. Daher unbedingt genug Wasser, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel mitnehmen!

Ein klassischer Outback-Ort ist zum Beispiel Birdsville, ein etwas über 100 Seelen Dorf in Queensland und über 600km entfernt von der nächsten Siedlung, ist es unter Touristen vor allem für sein alljährliches Pferderennen bekannt. Alice Springs wird oft als der ideale Ausgangspunkt für eine Tour durch das Outback genannt und zeigt sich auch in dementsprechendem Flair, zählt aber unter den Einheimischen nicht zum Outback.

Highlights im Outback

Uluru: der heilige Berg der Aborigines gut 300km südwestlich von Alice Springs.

Kings Canyon, Watarrka: Eine gewaltige Schneise in der roten Erdoberfläche, gespickt mit Wasserfällen zaubert ein fantastisches Panorama, das förmlich danach schreit, fotografiert zu werden. Kann im Gegensatz zum Uluru auch erklettert werden.

Wave Rock: ein 15m hohes wellenförmig gebogenes Granitkliff mit faszinierenden Färbungen 4 Autostunden östlich von Pert.

Devil’s Marbles: eine fantastische Felsformation etwa 400km nördlich von Alice Springs, die an riesenhafte übereinander gestapelte Zen-Steine erinnert. Vor allem bei Sonnenuntergang ein Traum!

Coober Pedy: Die Hitzehölle mit ihren Opalminen über 800km entfernt von Adelaide, deren Bewohner sich in den kühlen Untergrund geflüchtet haben.

Daneben gibt es unzählige Natonalparks: Sturt Nationalpark, Mungo Nationalpark, Flinders Rangers Nationalpark, Gawler Ranges Nationalpark, Mount Remarkable Nationalpark, Innanincka Reserve, Gregory Nationalpark, Keep River Nationalpark, Cape Arid Nationalpark, Peak Charles Nationalpark, Nitmiluk Nationalpark, Kakadu Nationalpark

Weiterführende Links:

Mehr Info zum australischen Outback (englisch)