Coober Pedy, Australien

Panoramablick auf den Ort Coober Pedy im Outback Australiens, der auch Opal-Hauptstadt der Welt genannt wird - © marcos81 / Fotolia
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Der einzigartige Ort Coober Pedy im Outback Australiens wird auch Opal-Hauptstadt der Welt genannt und ist bekannt für seine unterirdischen „Dugouts“, in die aufgrund der Sommerhitze Wohnungen, Kirchen und Hotels verlegt wurden.

Das australische Dörfchen Coober Pedy ist ein 1.500-Seelen-Nest im Bundesstaat South Australia mitten im Outback ca. 840km entfernt von Adelaide.

Die Ortschaft ist vor allem bekannt für seine reichen Edelsteinvorkommen und wird auch als Opal-Hauptstadt der Welt bezeichnet. Hier werden etwa 70% des Opalweltvorkommens geschürft. Die Umgebung von Coober Pedy gleicht mittlerweile durch die Schächte und Löcher im Boden einer Mondlandschaft. Beim Schlendern durch Coober Pedy ist Vorsicht angebracht – jederzeit kann man ohne Vorwarnung auf einen Minenschacht stoßen, man sollte also nicht zu sehr in die Luft schauen oder beim Fotografieren einfach zwei Schritte zurück gehen – sonst landet man wirklich „Down Under”. Das Schürfen selbst ist innerhalb der Stadtgrenzen mittlerweile verboten. Die Opalminen dürfen nur mit Genehmigung betreten werden eine Besichtigung erfolgt auf eigene Gefahr. Natürlich gibt es auch geführte Touren und Besucher können sich auch selbst im Opalsieben versuchen.

“Weißer Mann im Loch”

“Coober Pedy” ist entstanden aus dem Aborigines-Wort „Kupa piti”, was treffend übersetzt heißt „weißer Mann im Loch”. Die Erklärung hierfür folgt auf dem Fuß. In Coober Pedy herrschen im Sommer Temperaturen an die 40°C. Das führte dazu, dass die Bewohner ihr Leben kurzerhand unter die Erde verlegte – dort hat es angenehme 21°C. Die Wohnhöhlen, so genannte „Dugouts”, beherbergen Wohnungen, Lokale, Shops, ja sogar Kirchen wurden einfach in den Fels gegraben oder gesprengt. Heute passiert die Erweiterung der unterirdischen Stadt mit professionellen Fräsmaschinen. Die Frischluftzufuhr erfolgt über ein ausgeklügeltes Belüftungssystem, lediglich das Tageslicht fehlt etwas. Eine 4-Zimmer-Wohnung im Felshügel kostet nicht mehr als ein vergleichbares Haus an der Erdoberfläche und man spart sich die Kosten für die Klimaanlage. Das Highlight neben den in den Fels gegrabenen Gotteshäusern ist sicherlich der unterirdische Golfplatz, leider ohne grünes „Green”. Will man echten Rasen, muss man ihn schon selber mitbringen (kein Scherz!).

Skurril: Der erste Baum in den Wohnhöhlen von Coober Pedy wurde aus Alteisen zusammengeschweißt. Die Opalhauptstadt ist außerdem wohl der einzige Ort indem man noch aus der Pionierzeit folgendes Hinweisschild findet: Das Mitbringen von Dynamitstangen in den Vorführraum ist strengstens untersagt!

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der örtliche Friedhof mit seinen teils äußerst kuriosen Grabsteinen, wie zum Beispiel ein Bierfass als Grabschmuck für einen deutschen Verstorbenen. Apropos deutsch: Der aus Bayern stammende inzwischen etwas ältere Baron Arvid von Blumental aus Coober Pedy war bekannt für seine abenteuerlichen Krokodiljagden, was ihm den Spitznamen „Crocodile Harry” einbrachte. Angeblich dienten seine Geschichten als Inspiration für den berühmten Film-Australiser „Crocodile Dundee”. Und apropos Kino: In den Filmen „Mad Max” und „Pitch Black” stellte Coober Pedy die Kulisse.

Coober Pedy ist als Reisehighlight im australischen Outback sehr gut auf Touristen eingestellt und bietet immer wieder Ausstellungen über das Leben in den Opalminen.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite von Coober Pedy (englisch)