Dhau-Museum in Sur, Oman

Im Dhau-Museum von Sur, Oman, sind entlang der Hafenstraße die schönsten Exemplare der traditionell arabischen Holzboote ausgestellt © FRASHO / franks-travelbox

Nirgendwo sonst sind noch so viele Dhaus zu sehen wie in der omanischen Hafenstadt Sur. Im Dhau-Museum sind die schönsten Exemplare ausgestellt und die Schiffbaumeister können sogar bei der Arbeit beobachtet werden. 


Es gibt nur noch wenige Orte auf der Welt, an denen noch die traditionellen Boote der arabischen Welt, die Dhaus, entstehen. Sur im nordöstlichen Oman ist einer davon. Das Dhau-Museum unter freiem Himmel und die Dhau-Werften in der einst für den Seehandel äußerst bedeutsamen omanischen Hafenstadt sind heute die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Sur. 

Dhau-Museum in Sur

Das Highlight im Dhau-Museum von Sur ist die eindrucksvolle Fatah al-Khair aus 1920, Oman
Zedern-, Akazien- und Teakholz wird in den Dhaus von Sur verbaut, welches aus dem Oman, aber auch aus Fernost stammt
Je nach Luxusausstattung kostet ein traditionelles Dhau aus Sur bis zu 400.000 Euro, Oman
Im Dhau-Museum von Sur, Oman, sind entlang der Hafenstraße die schönsten Exemplare der traditionell arabischen Holzboote ausgestellt
Ein kleines Besucherzentrum im Dhau-Museum informiert über die Geschichte des Dhau-Baus in Sur, Oman
Sur war einst wichtigster Hafen für die Routen in den Osten und Süden und Schiffsbauzentrum des Oman
Sur, mit seinem Dhau-Museum, ist heute Zentrum für den Schiffsbau im Oman, verlor jedoch ab dem 16. Jahrhundert seine Bedeutung für den Seehandel
Die Dhaus im Dhau-Museum von Sur entstanden auf traditionelle Art ohne elektrisch betriebene Maschinen und ohne Konstruktionspläne, Oman
Die eleganten Schiffe werden in Sur teils noch mit traditionellen Methoden von Hand gefertigt und sind im Dhau-Museum zu sehen, Oman
Schiffs-TÜV ist im Oman unbekannt, die Dhaus von Sur werden einfach zehn Tage lang Probe gefahren
Im Dhau-Museum von Sur, Oman, sind die traditionellen Dhaus in verschiedensten Farben, Formen und Größen zu bewundern
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Schiffbau-Geschichte von Sur

Sur war einst wichtigster Hafen für die Routen in den Osten und Süden und Schiffsbauzentrum des Landes. Bereits vor vielen hundert Jahren befuhren die omanischen Seeleute auf diesen gewaltigen Dschunken aus Holz die sieben Weltmeere und erreichten auf ihnen ferne Länder, wie Indien, China oder Sansibar. Angeblich trieb Sur bereits im 6. Jahrhundert mit Ostafrika regen Handel. 

Zentrum für den Schiffsbau ist Sur heute noch, verlor jedoch ab dem 16. Jahrhundert seine Bedeutung für den Seehandel. Ein paar der einst glorreichen Werften sind heute noch vorhanden und es laufen immer noch einige Dhaus vom Stapel. Neben heimischem Holz wird für den Bau der Dhaus auch Baumaterial aus Indien, Malaysia und Myanmar verwendet. Aus elastischer Zeder oder Akazie entsteht der Rumpf, für Kiel und Planken wird robustes Teakholz verwendet.

Die eleganten Schiffe werden in Sur teils noch mit traditionellen Methoden von Hand gefertigt und sind im Dhau-Museum zu sehen, Oman © FRASHO / franks-travelbox

Die eleganten Schiffe werden teils noch mit traditionellen Methoden von Hand gefertigt und entstehen für einflussreiche Scheichs, wohlhabende Geschäftsleute aus Katar oder den Emiraten oder den amtierenden Sultan höchstpersönlich. Je nach Luxusausstattung kostet ein solch hölzernes Schmuckstück bis zu 200.000 omanische Rial (rund 400.000 Euro). Stapellauf oder Schiffstaufe mit Champagner gibt es übrigens nicht – Alkohol ist schließlich verpönt im arabischen Raum. Auch Schiffs-TÜV ist unbekannt, die Dhaus werden einfach zehn Tage lang Probe gefahren.

Das Highlight im Dhau-Museum von Sur ist die eindrucksvolle Fatah al-Khair aus 1920, Oman © FRASHO / franks-travelbox

Fatah al-Khair – Star der Dhaus von Sur 

Das Highlight im Dhau-Museum ist die eindrucksvolle Fatah al-Khair aus dem 1920, ein 300 Tonnen schweres, majestätisch geschwungenes Schiff, das als eines der letzten seiner Art als Denkmal auf einer Plattform am Ufer von Sur thront. Sultan Qaboos ließ das fast schon verrottete Wrack in den 1990er-Jahren restaurieren und machte das stolze Schiff zum Symbol von Sur. Daneben sind im Freiluftmuseum noch andere Dhaus in verschiedensten Farben, Formen und Größen zu bewundern. Die Dhaus entstanden alle auf traditionelle Art – ohne elektrisch betriebene Maschinen und ohne Konstruktionspläne. 

Die Dhaus im Dhau-Museum von Sur entstanden auf traditionelle Art ohne elektrisch betriebene Maschinen und ohne Konstruktionspläne, Oman © FRASHO / franks-travelbox

Ein kleines Besucherzentrum informiert über die Geschichte des Dhau-Baus in Sur und dem übrigen arabischen Raum und stellt Informationsmaterial zur Verfügung (ist jedoch meist geschlossen). Das Dhau-Museum selbst kann übrigens den ganzen Tag über kostenlos besichtigt werden. 


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