Mirbat, Oman

Die Stadt Mirbat im Süden Omans war einst eine bedeutende Weihrauchhandelsstadt und lockt heute mit einem traumhaften Strand © kojik / Shutterstock

Die einst bedeutende Handelsstadt Mirbat im Süden Omans hat heute mit traumhaften Sandstränden und spektakulären Tauchgründen das Zeug zu einem Ferienort par excellence. Aufgrund der abgeschiedenen Lage sind die paradiesischen Buchten um Mirbat (noch) fast menschenleer.


Die Stadt Mirbat liegt etwa eine Autostunde östlich von Salalah an der NA 49 und zählt mit über 10.000 Einwohnern zu den größeren Siedlungen in Omans südlichstem Bezirk Dhofar.

Mirbat hatte bereits im 17. Jahrhundert als Handelsstützpunkt eine hohe Bedeutung inne. Schiffe aus Indien und Ostafrika liefen zu Hauf in die geschützte Bucht von Mirbat ein und tauschten Gewürze gegen Weihrauch und Araber-Pferde. Eine Pferdeskulptur am Ortseingang erinnert heute noch ebenso wie der Ortsname (Mirbat bedeutet „Pferdemarkt") an die stolzen Tiere, die hier gehandelt wurden. Prächtige, zweistöckige Handelshäuser in der Stadtmitte, von denen manche mit einem eigenen Turm verteidigt wurden, zeugen noch heute vom damaligen Reichtum. Besonders bemerkenswert sind die kunstvoll verzierten Fenstergitter aus Holz und der typisch südjemenitische Verputz, der mit Steinabdrücken im feuchten Lehm geschaffen wurde.

Noch im 18. Jahrhundert, als viele andere Hafenstädte entlang der arabischen Küste bereits an Bedeutung verloren hatten, blühte in Mirbat noch der Handel mit damals weltbekannten Weihrauch aus dem Wadi Dawkah.

Die schneeweißen Mauern der Grabstätte des Heiligen Bin Ali 2km außerhalb von Mirbat bilden einen starken Kontrast zum übrigen Graubraun der omanischen Wüste © Maros Markovic / Shutterstock

Festung von Mirbat

Die Festung von Mirbat, die auf einer Anhöhe über der Einfahrt zur Stadt thront, wurde im 18. Jahrhundert auf dem Höhepunkt des Weihrauchhandels errichtet. Mit seinem schießschartenbewehrten Dach erweckt es heute noch einen kriegerischen Eindruck. Die Festung selbst ist nur teilweise restauriert und für Besucher nicht zugänglich, von ihrem Hügel tut sich allerdings ein wunderbarer Blick über den traumhaften Strand von Mirbat auf.

Im Juli 1972 schrieb Mirbat noch einmal Geschichte, als dhofarische Aufständische mit 250 Mann die Stadt angriffen und sich erbitterte Kämpfe mit den Truppen des Sultans lieferten. Das damals mit nur 9 Mann besetzte Fort konnte die Rebellen abwehren und erhielt schließlich von der Luftwaffe Verstärkung. Die Rebellen erlitten eine Niederlage, von der sie sich nicht mehr erholten und drei Jahre später wurde der Dhofar-Krieg für beendet erklärt. Somit ging das Mirbat Castle als die weltweit letzte umkämpfte Festung in die Geschichte ein.

Im Ortszentrum liegt noch ein weiteres, kleineres Fort, das aus dem Jahr 1806 stammt und dem damaligen Wali (so etwas wie ein Bürgermeister) als Wohn- und Arbeitsort diente.

Tauchen in Mirbat

Mirbat lockt Besucher heute mit seiner artenreichen Unterwasserwelt an traumhaften Stränden, an denen kleine Pavillons für Schatten sorgen. Hotels, Restaurants und Tauchbasen schaffen die nötige Basis für einen wunderbaren Ferienort an der Südküste Omans. Schildkröten, Rochen, Hummer, Muränen, Kalmare und Oktopusse sind zwischen den bunten Fischschwärmen vor der Küste Mirbats ebenfalls anzutreffen. Die Infrastruktur für den Tourismus in Mirbat soll langsam ausgebaut werden, was aufgrund der abgeschiedenen Lage allerdings nicht ganz einfach werden dürfte.

Auch in der Umgebung von Mirbat sind viele einsame Strände und teilweise noch vollkommen unerforschte Tauchgründe in nicht einmal 20 Metern Tiefe zu finden, in denen noch nicht einmal alle Fisch- und Korallenarten katalogisiert sind. Zahlreiche Schiffswracks verleihen den Tauchgängen noch eine zusätzliche Portion Abenteuer.

Grab des Heiligen Bin Ali

1km abseits der Hauptstraße etwa 2km vor Mirbat liegt das leuchtend weiße Grabmal des Heiligen Bin Ali. Die beiden strahlenden Kuppeln bewachen die letzte Ruhe des Shaikh Muhammad bin Ali al-Alawi, der im Jahr 1161 in Mirbat verstarb.

Rund um das Grabmal des Bin Ali nahe Mirbat befinden sich weiter Gräber, deren Grabsteine die typischen Gestaltungselemente des sunnitischen Islam aufweisen, Oman © Maros Markovic / Shutterstock

Laut einer Inschrift im Inneren des Mausoleums stammt er vom Schwiegersohn des Propheten Mohammed ab. Nicht-Muslime dürfen das Heiligtum allerdings nicht betreten. Weitere Gräber befinden sich in der Umgebung des Mausoleums, diese sind allerdings jedoch nur durch Grabsteine gekennzeichnet, die die typischen Gestaltungselemente des sunnitischen Islam aufweisen.


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