Wrangell-St. Elias Nationalpark in Alaska, USA

Berge und Gletscher im Wrangell-St. Elias Nationalpark, Alaska, USA - © spirit of america / Shutterstock
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Der größte Nationalpark der Vereinigten Staaten in Alaska bietet von größten Gletschern und größten Eisfeldern weltweit bis hin zu den höchsten Bergen Nordamerikas völlige Abgeschiedenheit von der Zivilisation und die strenge Schönheit des „Wilden Alaskas“. Wer Stille sucht, wird sie dort finden.

Der Wrangell-St. Elias-Nationalpark liegt im südöstlichen Alaska in Nordamerika, gehört zu den UNESCO Weltnaturerbestätten und ist ein Nationalpark der Rekorde. Mit über 50.000 km² ist er nicht nur der größte Nationalparks in den USA (6mal größer als der berühmte Yellowstone Nationalpark), sondern mit den umliegenden Naturschutzgebieten eines der größten zusammenhängenden Schutzgebieten weltweit.

9 der 16 höchsten Berge in den USA befinden sich in den Bergketten des Wrangell-St. Elias-Nationalparks, darunter auch das höchste Küstengebirge der Welt (der Mount Saint Elias mit 5.489m, relativ gesehen der höchste Berg der Welt, liegt am Golf von Alaska). Im Bagley Icefield, dem größten subpolaren Eisfeld liegt mit dem Bering-Gletscher der größte (über 5.000km²) und längste (über 100km) Gletscher Nordamerikas. 80% der des Parks sind mit ewigem Eis bedeckt durchschnitten von reißenden Flüssen, was zum bizarren Erscheindungsbild der Landschaft beiträgt.

Gletscher im Wrangell-St. Elias Nationalpark, Alaska, USA - © Pecold / Shutterstock
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Tierwelt im Wrangell-St. Elias-Nationalpark

Neben diesen geografischen Höchstleistungen hat der Wrangell-St. Elias-Nationalpark auch noch anderes zu bieten. In der kaum von der Zivilisation berührten Wildnis von Alaska haben seltene Tiere eine Zuflucht gefunden, wie zum Beispiel Wölfe, Luchse, Kojoten, Schneeziegen, Schwarzbären und Grizzlies, Elche, Karibus und Bisons. Selbst Pumas sollen sich hin und wieder im Park aufhalten. In den Küstengewässern kann man Seelöwen, Seeotter und Wale beobachten.

Die Tiere sind dort relativ sicher, da knapp zwei Drittel des Nationalparks als die größte Wilderness Area der USA ausgewiesen sind. Dies ist die höchste Schutzgebietsstufe, in der keinerlei menschliche Eingriffe vorgenommen werden dürfen. Hier kann der Naturbegeisterte ungestörte Ökosysteme kennen lernen, die sich seit tausenden von Jahren bewährt haben. Der Rest gilt als National Preserve Area, wo neben der kommerziellen Nutzung auch gejagt und Bergbau betrieben werden darf.

Unterwegs im Wrangell-St. Elias Nationalpark

Die beste Reisezeit liegt zwischen Juni und August, wo sowohl Temperaturen als auch Vegetationsblüte und leider auch die Moskito-Anzahl ihren Höhepunkt erreichen. Schneien kann es im Wrangell-St. Elias-Nationalpark zu jeder Zeit.

Die Anreise zum Nationalpark erfolgt entweder über den nächstgelegenen Flughafen in Anchorage und eine vierstündige Autofahrt über den Glenn Highway bis nach Glenallen (hier muss man sich zwischen den Abzweigungen zur Nordeinfahrt in Slana und zur südlicheren Einfahrt in Chitina entscheiden) oder per Fähre auf dem Alaska Marine Highway bis nach Valdez und danach mit dem Auto über den Richardson Highway bis zur historischen Stadt Chitina. Im Gegensatz zu manch anderen Nationalparks in Alaska ist die Infrastruktur im Park verhältnismäßig gut ausgebaut. So gibt es immerhin zwei Schotterstraßen, die knapp 100km lange McCarthy Road vom südöstlich gelegenen Chitina am Chitina River entlang bis nach McCarthy und die 73km lange Nabesna Road vom nördlich gelegenen Slana nach Nabesna.

Tipp: Nicht alle Autovermieter erlauben eine Befahrung der Schotterstraßen durch den Nationalpark, also sicherheitshalber nachfragen!

Neben Touren durch und Flügen über die überwältigende Landschaft des „Wilden Alaskas” kann man auch in der „Geisterstadt” Kennecott auf den Spuren der früheren Bergarbeiter wandeln. Die einst reichste Kupfermine der Welt wurde 1938 still gelegt, heute zeugen nur noch die malerischen roten Häuser vom einstigen Wohlstand. Zu empfehlen ist ein Zwischenstopp in den Park Headquarters ungefähr 20km südlich von Glennallen. Hier kann man sich über die Möglichkeiten informieren und erhält auch Tipps, welche Attraktionen des Parks man in welcher Zeitspanne erkunden kann.

Tipp: Wer nicht viel Zeit zur Verfügung hat, sollte nach einem Besuch in den Park Headquarters in Chitina starten (eine gute Autostunde südlich) und auf dem Weg dorthin einen Zwischenstopp bei den Liberty Falls einlegen, von wo aus man eine spektakuläre Aussicht auf einige der höchsten Gipfel genießen kann. An den Ufern des Copper River kann man außerdem beim traditionellen Lachsfang zusehen.

Ein Besuch im Wrangell-St. Elias-Nationalpark ist aufgrund der kargen Infrastruktur für jeden Reisenden eine Herausforderung, egal ob per Flugzeug, Auto, Boot oder zu Fuß. Die unberührte Natur und die strenge Schönheit von Eis und Felsen ist die Mühe jedoch in jedem Fall wert.

Weiterführende Links:

Infos des National Park Service über Aktivitäten im Nationalpark, Sicherheit und Vorschriften sowie nützliche Reisehinweise (englisch)