Everglades Nationalpark in Florida, USA

Eingangsschild zum Everglades National Park, Florida, USA - © William Silver / Shutterstock
© William Silver / Shutterstock

Die Everglades in Florida werden auch Grasfluss genannt und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten UNESCO Weltnaturerbestätten. Besucher können Wanderungen und Bootstouren unternehmen und dabei eine Vielzahl an Tieren beobachten.

Die Everglades sind ein Gebiet von 5.700km² tropischem Schwemmland im amerikanischen Bundesstaat Florida und stehen auf der Liste der UNESCO Weltnaturerbestätten und durch Sie reichen vom Okeechobee-See bis zur südlichen Spitze der Florida-Halbinsel, ca. ein Fünftel davon macht den Nationalpark Everglades aus, der Rest wird landwirtschaftlich genutzt oder zur Trinkwassergewinnung verwendet.

Wer die Everglades kennt, weiß, warum sie auch Grasfluss genannt werden. Der Fluss durch die Everglades ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Bis zu 60km breit und oft nur wenige Zentimeter tief gleicht er eher einem gigantischen See als einem Fluss, aus dem Grashalme sprießen. Auch wenn man es nicht glaubt, bewegt sich das Wasser aber mit einer Fließgeschwindigkeit von bis zu einem Meter pro Stunde. Bäume wachsen nur selten und auf den höher gelegenen Gebieten.

Wolken über der Landschaft des Everglades National Park, Florida, USA - © John A. Anderson / Shutterstock
© John A. Anderson / Shutterstock

Die beste Reisezeit für einen Besuch in den Everglades ist Dezember bis April. Zu dieser Zeit gibt es fast keine Regenfälle, die Insektenplage ist nicht mehr ganz so unangenehm und der Wasserstand ist nicht mehr so hoch, so dass in den seichten Gewässern leichter Tiere zu sehen sind. Leider wissen das viele und der Nationalpark ist in diesen Monaten besonders belebt. Von Mai bis Oktober gibt es viel Wasser, viel Hitze und wenig Tiere zu sehen (außer Moskitos).

Tipp: Für Besucher und vor allem auch für Camper ist das ganze Jahr über Mückenschutz zu empfehlen! Ohne lange Hosen und Shirts kommt hier keiner ungestochen davon. „Heimische” Mückenabwehrmittel wie z.B. Autan nützen leider eher wenig. Am besten vor Ort einkaufen!

Zu sehen gibt es im Nationalpark Everglades unter anderem den Schlangenhalsvogel Anhinga (nach ihm wurde der Anhinga-Trail benannt), Alligatoren und Krokodile (einzigartig für ein Gebiet, dass beide Arten vorkommen), Flamingos, Kormorane, Reiher, Ibisse, Fische Schildkröten, Bären, Schlangen und sogar Pumas, die teilweise aus nächster Nähe beobachtet werden können. Neben Tierbeobachtungen können auch Boots- und Kanutouren auf den Gewässern unternommen werden. Fischen und Campen ist ebenfalls erlaubt.

Die Everglades in Gefahr

Außer dem Besucherzentrum, der einzigen befestigten Straße nach Flamingo und einigen Parkeinrichtungen ist der Nationalpark Everglades völlig der Natur überlassen. Einige Tier- und Pflanzenarten gibt es nur hier.

Dies war jedoch nicht immer so. Für die Bewässerung der umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde beinahe die Hälfte des Flusses abgezweigt, was die Fließgeschwindigkeit erheblich verringerte und zu teilweiser Trockenlegung führte. Die zunehmende Umweltverschmutzung durch Düngemittel sowie die zerstörerischen Auswirkungen des Hurrikans Andrew führten zur Aufnahme der Everglades auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Mittlerweile wurden Projekte gestartet, um den ursprünglichen Zustand des Schwemmlandes wiederherzustellen.

Weiterführende Links:

Geführten Touren und weitere Infos auf der offiziellen Seite des National Park Service (englisch)
Bericht über einen Besuch in den Everglades mit Fotos
Detaillierte Info zu den Aktivitäten in den Everglades inklusive Adressen und Telefonnummern (englisch)