Eine Rundreise durch Kalifornien – Wissens- und Sehenswertes

Die beste Variante, eine Rundreise durch einen derart großen Bundesstaat wie Kalifornien, USA zu machen, ist natürlich Auto - © Lukas / stock.adobe.com
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Rundreisen sind bei einem längeren Aufenthalt in den USA Pflicht, denn das faszinierende Land hat eine Menge an Sehenswürdigkeiten und beeindruckenden Orten zu bieten. Alleine in Kalifornien gibt es so viel zu sehen, dass es sich immer wieder lohnt für eine Rundreise hierher zurückzukommen.

Wer das erste Mal nach Kalifornien reist, sollte sich vorab die wichtigsten Daten und Fakten verinnerlichen, um ein Bild zu bekommen, was den drittgrößten Bundesstaat an der Westküste der USA auszeichnet.

Einwohner: Fast 40 Millionen Menschen leben in Kalifornien, die meisten davon sind keine reinen Amerikaner. Denn Kalifornien ist ein Staat mit einer „Minderheitsmehrheit“. Mehr als die Hälfte der Einwohner sind Asiaten, Hispanoamerikaner, Indianer oder andere Gruppen und ganze 26% der Bevölkerung wurden außerhalb der USA geboren. Insgesamt ist Kalifornien der mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA.

Hauptstadt: Kaliforniens Hauptstadt ist Sacramento und nicht wie die meisten denken, Los Angeles, welches mit fast 4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der USA nach New York ist. Die Stadt hat allerdings nur etwa eine halbe Million Einwohner und geht neben den Metropolen LA, San Francisco und Las Vegas – welches sich kurz hinter der Grenze zu Nevada befindet – eher ein wenig unter.

Landschaft: Die Landschaft Kaliforniens ist von der Küste und dem Meeresklima, aber auch einigen Wüsten und Nationalparks geprägt. Gerade letztere zählen zu den Naturhighlights des Bundesstaates. Die bekanntesten und größten Nationalparks sind:

Im Sequoia Nationalpark lassen sich der weltweit größte sowie der weltweit höchste Baum besichtigen.

Export: Aufgrund der fruchtbaren Täler in Kalifornien geht es dem Bundesstaat, wirtschaftlich gesehen und im Vergleich zu den anderen Bundesstaaten der USA, in der Regel sehr gut. Am meisten exportiert werden: Mandeln, Milchprodukte, Wein, Tafeltrauben, Baumwolle, Walnüsse, Pistazien, Reis, Zuckerrüben und Gerste.

Fortbewegen im großen Kalifornien

Die beste Variante, eine Rundreise durch einen derart großen Bundesstaat wie Kalifornien zu machen, ist natürlich das Auto. Mit ihm sind Reisende am flexibelsten und unabhängigsten und können zudem spontan entscheiden, an diesem oder jenem Ort länger zu bleiben, wenn es sich gerade anbietet oder wenn es gar dringend sein muss. Mietwägen gibt es in den USA wie Sand an der Westküste und die Preise hierfür sind moderat.

Der atemberaubende Logan Pass im Sommer, Glacier Nationalpark in Montana, USA - © kan_khampanya / Shutterstock
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Zur Besichtigung mehrerer Nationalparks in Kalifornien, bzw. zur generellen Besichtigung der unzähligen schönen Naturparks der USA lohnt es sich oftmals auch, ein Wohnmobil oder einen Camper Van zu mieten. Denn hiermit ist man auch inmitten eines Nationalparks, oder besser gesagt, inmitten der Natur und abseits der Zivilisation unabhängig und muss nicht ständig nach einer Unterkunft suchen, die sich dann vielleicht etliche Kilometer entfernt befindet.

Auf der anderen Seite bietet Kalifornien auch ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz, das Rucksackreisende nutzen können, die nicht gerne selbst Autofahren möchten. In den großen Städten lassen sich zahlreiche Busse, U- und S-Bahnen nutzen. Für längere Fahrten im Staat bieten sich vor allem die Greyhound-Busse an. Greyhound ist der führende Anbieter für Überland-Busreisen in den gesamten USA und es finden sich nicht nur Verbindungen zwischen den Großstädten, sondern auch kleineren und ländlichen Zielen in den USA.

Praktisches Wissen für Autoreisen durch Kalifornien

Die meisten USA-Urlauber, die eine Rundreise durch Kalifornien planen, werden sich aus praktischen Gründen für den Mietwagen oder ein Wohnmobil entscheiden. Um bei der Planung auch wirklich alles Wichtige zu berücksichtigen, helfen Informationen vorab.

Der Führerschein: Wer in den USA einen Mietwagen mieten möchte, sollte 24 Jahre alt sein. Wohnmobile lassen sich ab 25 Jahren mit dem herkömmlichen Führerschein Klasse B buchen. Der Führerschein muss im Original vorliegen. Ein internationaler Führerschein kann außerdem hilfreich sein.

Dokumente: Neben dem Reisepass sind oftmals auch noch das Flugticket sowie eine Kreditkarte zum Bezahlen gefragt. Für das Wohnmobilmieten wird zudem das ESTA Visum benötigt, das frühzeitig beantragt werden sollte.

Mieten in den USA: In den USA werden Autos und Wohnmobile tageweise und nie stundenweise angemietet. Es gilt eine Kulanz von 30 Minuten, danach berechnen die meisten Unternehmen einen ganzen Tag. Den Mietwagen an einem anderen Ort abzugeben, als man ihn gemietet hat, ist in der Regel möglich, kostet dann aber deutlich mehr. Wichtig ist, auf Stornobedingungen und die Höchstmietzeit zu achten, bevor gebucht wird. Bei den meisten großen Stationen sind die Mietverträge auch auf Deutsch vorhanden.

Tempolimit: In den USA gibt es keine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung. Allerdings gilt auf vielen Highways Tempo 75, was etwa 120 km/h entspricht. Es empfiehlt sich, immer auf die Verkehrsschilder zu achten.

Sonstiges:

  • Bei Unfällen ist immer die 911 anzurufen sowie der Vermieter zu informieren
  • Unbefestigte Straßen dürfen nicht befahren werden. Die CDW (Collision Damage Waiver), der Haftungsausschluss für Beschädigungen, geht dabei in jedem Fall verloren
  • Da es einige Mautstrecken gibt, muss immer darauf geachtet werden, Kleingeld im Auto zu haben.
  • Es ist in den gesamten USA verboten, Anhänger und Trailer zu ziehen (auch fürs Abschleppen)

Sehenswertes während einer typischen Kalifornien-Rundreise

San Francisco

Die Golden Gate Bridge ist das Wahrzeichen der Stadt San Francisco und gilt für viele als schönste Brücke der Welt, USA - © kropic1 / Shutterstock
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San Francisco ist die ideale Stadt, um eine Rundreise in Kalifornien zu beginnen. Die Flüge nach San Francisco sind vergleichsweise günstig, wenn sie rechtzeitig gebucht werden und dauern rund 12 Stunden von Frankfurt am Main.

Neben der weltberühmten Golden Gate Bridge sollte mit den berühmten Cable Cars über die Hügel der Innenstadt gefahren und den Autos dabei zugeschaut werden, wie sie die Lombard Street in engen Schlangenlinien hinunterfahren. Ebenfalls sehenswert ist Chinatown, der Pier 39 und das Fisherman’s Wharf. Mit der Fähre gelangt man außerdem zur legendären Gefängnisinsel Alcatraz. Der Audioguide erzählt unter anderem, wie der berühmte Al Capone versuchte, von der Insel zu fliehen oder wie die Gefangenen im Jahr 1932 bei einer großen Revolte einen Aufstand probten.

Los Angeles

Los Angeles, Stadt der tausend Engel und heimliche Hauptstadt Kaliforniens, USA - © chones / stock.adobe.com
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Knappe sechs Stunden Autofahrt in den Süden (für die USA ein Katzensprung) führen Kalifornien-Urlauber nach Los Angeles, Stadt der tausend Engel und heimliche Hauptstadt. Hier besichtigen die meisten als erstes den berühmten Walk of Fame und das Hollywood-Zeichen in den Hollywood Hills der Stadt. Von der Aussichtsplattform des Griffith Observatory kann ein optimaler Blick über die Stadt und ebenfalls auf das Hollywood-Zeichen genossen werden.

Am Santa Monica Pier findet das bunteste und verrückteste Treiben der Stadt am Strand statt: Straßenkünstler zeigen, was sie können, Selbstdarsteller posen in Muckibuden, Restaurants bieten Kulinarisches aus aller Welt an. Und wer Kinder dabei hat, kann schließlich das Disneyland besuchen und Mickey und Minnie persönlich die Hand schütteln.

San Diego

Fast schon an der Grenze zu Mexiko liegt San Diego. Die Stadt hat sich, gerade im Hinblick auf den Tourismus, in den vergangenen Jahrzehnten enorm positiv entwickelt und wird von vielen als eine der schönsten Städte der USA gehandelt. Im San Diego Zoo und im Seaworld lassen sich unzählige Tiere betrachten, am Hafen wiederum findet sich die USS Midway, ein gigantischer Flugzeugträger der United States Navy, der am Vietnam- und am Zweiten Golfkrieg teilnahm und 1992 nach 47 Dienstjahren in die Reserveflotte übernommen wurde. Wer gerne einfach nur das Meer genießen möchte, kann dies am etwa 10 Kilometer langen Strand im Norden der Stadt tun oder vom öffentlichen Militärfriedhof (vom höchsten Punkt der Stadt) darauf hinabschauen.

Death Valley Nationalpark

Im Osten Kaliforniens geht es wieder Richtung Norden durchs Death Valley. Das Badwater Basin stellt mit etwa 86 Metern unter dem Meeresspiegel den tiefsten Punkt der USA dar. Im Juli kann es hier bis zu 41 Grad heiß werden. Noch etwas bekannter ist der Zabriskie Point, ein Aussichtpunkt auf wellenförmig erodierte Felsformationen, die bestenfalls in goldfarbenem Licht schimmern und das perfekte Fotomotiv bilden. Einen deutlich weiteren Ausblick bietet Dante’s View im Osten des Parkgebiets, wo das Badwater Basin aus einer Höhe von knapp 1700 Metern in seiner ganzen Pracht begutachtet werden kann.

Zum Abschluss lohnt auch eine Besichtigung der , die eines der wenigen Dünengebiete darstellen, die man in der weiten Wüste des Südwestens findet. Vielen Reisenden genügt es, ein Foto vom Viewpoint an der Straße aus zu machen, es ist allerdings auch möglich, auf die Dünen hinaufzusteigen. Allerdings ist der knapp 5 Kilometer lange Wanderweg auf dem weichen Wüstensand in der Hitze nicht zu unterschätzen.

Bodie, die Geisterstadt

Ehemals eine Goldgräbersiedlung und in den 1930er Jahren aufgegeben, holt sich die Natur in der Geisterstadt Bodie langsam wieder ihren Raum zurück. Autowracks verschwinden in Erdhügeln und Holzhäuser fallen langsam auseinander. Da die Luftfeuchtigkeit in der Gegend sehr gering ist, bleiben die meisten Überreste der Stadt dennoch recht gut erhalten und können deshalb wohl auch in vielen Jahren noch besichtigt werden. Bodie gilt heute als die besterhaltene Geisterstadt der USA.

Der Yosemite Nationalpark

Die Yosemite Falls sind mit ihren knapp 740m einer der höchsten Wasserfälle der Welt - © beboy / Shutterstock
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Westlich von Bodie fährt man in den Yosemite Nationalpark ein und damit in einen der beliebtesten Nationalparks der USA mit jährlich über drei Millionen Besuchern. Da der Park nur 3000 km² misst, lassen sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mitunter in einem oder zwei Tagen abfahren.

Nicht entgehen lassen sollte man sich den Ausblick vom 2200 Metern hohen Glacier Point auf den ansonsten riesig wirkenden Half Dome und auf die Nevada Falls. Einen fast genauso beeindruckenden Blick auf den El Capitan, die Bridalveil Falls, den Half Dome und in das Yosemite Valley kann man vom heimlichen Wahrzeichen des Yosemite Nationalparks, der Tunnel View-Aussichtsplattform am östlichen Ende des Wawona-Tunnels erhaschen.

Wer Mammutbäume mag, aber keine Zeit für den Sequoia Nationalpark hat, sollte übrigens einfach das Naturschutzgebiet Mariposa Grove im südlichsten Teil des National Parks besuchen. Hier lassen sich zahlreiche der über 2000 Jahre alten Giganten besichtigen, die sich bis zu 90 Meter in den Himmel strecken.