Lagune Grand Barachois, Saint Pierre und Miquélon

Die Lagune Grand Barachois ist ein einzigartiges Naturparadies auf der Insel Miquelon südlich von Neufundland. Der flache Teich bietet Vögeln, Seehunden, Robben und Wildpferden einen geschützten Lebensraum.

Die Lagune „Le Grand Barachois“ befindet sich auf der größeren Insel Miquelon des Inselstaates Saint Pierre und Miquélon im Atlantik südlich von Neufundlands Küste. Sie liegt gleich nördlich des dünnen Damms, der „Dune de Miquelon“, die die beiden Inseln Grand Miquelon und Langlade miteinander verbindet.

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Die Grand Barachois umfasst eine Wasserfläche von 9km2, ihre maximale Tiefe liegt bei etwa 5 Metern. Im Norden der Lagune befindet sich eine kleine Insel, die „Île aux chevaux“ („Insel der Pferde“). Die Bezeichnung „Barachois“ ist im Französischen gängig für Lagunen, die durch eine Sandbank vom Meer getrennt sind, bei Flut jedoch mit Salzwasser gespeist werden. Dies geschieht in der Grand Barachois auf Miquelon durch die „Goulet de Langlade“ im Südosten, ein kleiner Durchschlupf, der die Lagune mit dem Nordatlantik verbindet.

Im Westen wird die Lagune durch einen dünnen Sandstreifen, „Les Butteraux“ genannt, getrennt, der bei Ebbe durch einen idyllischen Sandstrand ausgeprägt ist. Sie entstand vermutlich in der letzten Eiszeit, als der Meeresspiegel noch niedriger war, nachdem eine Unmenge an Wasser noch in den nördlichen Gletschern verschlossen war. Mit der Zeit wurde der Sand der „Les Butteraux“ durch Erosion, Wind und Wasser weiter aufgehäuft und zeitweise auch durch Vegetation gefestigt. Zurzeit besteht die Gefahr, dass die Sandbank im Norden weggespült wird. Maßnahmen, um dies zu verhindern, wurden bereits ergriffen.

Naturparadies Gand Barachois

Die Grand Barachois soll erhalten bleiben, wie sie ist. Die Lagune auf Miquelon ist ein einzigartiges Naturparadies und bietet einer Vielzahl von Tieren ein zu hause, darunter viele gefährdete Arten. Ende Mai und Anfang Juni ist die Grand Barachois Schauplatz der Geburt von jungen Seehunden, deren Eltern in den folgenden Wochen bei der Aufzucht beobachtet werden können. Es ist absolut faszinierend, die possierlichen Tierchen bei ihren ersten Schwimmversuchen zu beobachten. Jungtiere, die am Strand geboren wurden, müssen innerhalb von 3 Stunden schwimmen lernen – denn dann kommt die Flut. Nach drei Wochen sind sie völlig auf sich selbst gestellt und werden auch von der Mutter nicht mehr gefüttert. Neben den Seehunden bevölkern die massigeren Kegelrobben die Insel.

Die Grand Barachois ist der perfekte Ort, um die eleganten Meeressäuger zu studieren. Viele der Tiere wurden von Wissenschaftlern markiert und können so verfolgt werden.

Neben Seehunden und Robben finden auch Schwärme von Seevögeln an der Grand Barachois gefallen. Hobby-Ornithologen mit einem Fernglas ausgestattet, können an der Grand Barachois mit Leichtigkeit einen ganzen Tag verbringen, ohne dass auch nur einen Augenblick Langeweile aufkommt. Verschiedenste Enten, Strandläufer, Regenpfeifer, Schnepfen, Regenbrachvögel und viele mehr bieten ein unvergleichliches flatterndes und tschirpendes Schauspiel.

Im Sommer und Herbst kommen dann noch hunderte Zugvögel dazu, die auf ihrem Weg von der kanadischen Arktis in ihre Winterquartiere in Südamerika eine Pause einlegen und auf den von der Ebbe freigelegten Feldern nach Futter picken. Je nach Spezies treffen sie zwischen Juni und Oktober ein, die heimischen Arten bekommen dann unter anderem Gesellschaft von Kanada-Gänsen, Seeschwalben und zusätzlichen Regenpfeifer-Arten.

Die Wildpferde des Isthmus

Neben den Vögeln und Meeressäugern werden auch größere Tiere von der Landenge angezogen. Die „Wildpferde des Isthmus“ werden die stattlichen Pferde genannt, obwohl so gut wie alle einen Eigentümer haben. Wenn sie jedoch mit fliegender Mähne über die Grasebene am Ufer der Grand Barachois galoppieren, kann man sich schwer vorstellen, diese stolzen Tiere in einen Stall zu sperren. Vor Jahren noch wurden sie als Postboten, Polizeipferde, Arbeitstiere und Verkehrsmittel verwendet. Mit den modernen Verkehrsmittel beinahe überflüssig geworden, erfreuen sie sich bei Touristen zunehmender Beliebtheit, die die Schönheit von Miquelon auf dem Pferderücken erkunden wollen.

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