Île aux Marins („Insel der Seefahrer“), Saint Pierre und Miquélon

Die Siedlung auf der Île aux Marins in Saint Pierre und Miquelon ist seit 1965 verlassen, wurde jedoch restauriert - © friend from SPM CC BY-SA3.0/W
© friend from SPM CC BY-SA3.0/W

Die île aux Marins („Insel der Seefahrer“) ist eine winzige ehemalige Fischerinsel vor der Küste von St. Pierre der Inselgruppe St. Pierre et Miquelon im Nordatlantik. Nachdem ihre Bewohner die Insel in den 1960er Jahren verlassen haben, fungieren die farbenfrohen Häuser, Kirchen und Fischerhütten als Freilichtmuseum.

Die île aux Marins („Insel der Seefahrer”) befindet sich östlich von Saint Pierre in der kleinen zu Frankreich gehörigen Inselgruppe Saint Pierre und Miquelon südlich von Neufundland. Die winzige île aux Marins ist nur gut eineinhalb Kilometer lang und zwischen 100 und 700 Metern breit. Ihr höchster Punkt erhebt sich rund 35 Meter über den Meeresspiegel.

Geschichte von île aux Marins

Bis 1931 hieß die île aux Marins noch „île aux Chiens” („Insel der Hunde”), was für die nette Siedlung keine passende Bezeichnung war. Vor 1945 war die île aux Marins eine eigenständige Gemeinde, wurde jedoch dann in Saint Pierre eingegliedert. Mit der Zeit veränderten sich jedoch die Bedingungen auf der Fischerinsel, noch dazu wurde St. Pierre um einiges attraktiver. Dort gab es motorisierte Fischerboote, um einiges mehr und besser bezahlte Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten und auch das soziale und kulturelle Leben war auf St. Pierre um einiges stärker ausgeprägt als auf der île aux Marins. Als dann noch dazu in den 1960er Jahren einige lukrative Küstenstreifen von St. Pierre für die Fischerei freigegeben wurden, gab die Bevölkerung von etwa 600 Menschen ihre Siedlung auf der île aux Marins auf und siedelte auf Saint Pierre um. Die île aux Marins ist seit 1965 unbewohnt.

Die Häuser, Kirchen, Anlegestellen und Straßen der früheren Bewohner auf der île aux Marins sind heute noch zu sehen und wurden in den 1980er Jahren renoviert. Die verlassenen Gebäude machen die Insel zu einer regelrechten Geisterstadt, andere wiederum sprechen von einer Museumsinsel, auf der der Tourismus immer mehr Einzug findet.

Museumsinsel île aux Marins

Mit dieser Bezeichnung im Hinterkopf lässt sich die île aux Marins tatsächlich wie ein Freiluftmuseum erkunden. Das Eiland ist noch dazu von Saint Pierre aus innerhalb on 10 Minuten mit dem Boot zu erreichen.

Von weitem wirken die kleinen bunten Häuschen wie aus einer Spielzeugstadt, die ein Kind in der Landschaft verstreut hat. Es gibt so wie keine Bäume auf der île aux Marins, daher ist das winzige Eiland gut zu überblicken. Die schmucken, farbenfrohen Fischerhäuser sind ebenso nett anzusehen wie die „Eglise Notre Dame des Marins“, eine schneeweiße Kirche mit den roten Dächern aus den 1870er Jahren und dem zugehörigen Friedhof. In der einzigen Schule auf der île aux Marins ist seit 1988 ein das Musée Archipélitude untergebracht, in dem über 3.000 Objekte und Dokumente aus der Vergangenheit der Insel ausgestellt sind. Weitere Ausstellungsstücke sind im Maison Jézéquel zu sehen, das seit den 1990er Jahren auch ein Café beherbergt. Auf einer dreistündigen Tour über die gesamte Insel erfährt man alles über die interessante Geschichte der île aux Marins der vergangenen Jahrhunderte.

An der Nordküste der île aux Marins liegt ein rostiges Schiffswrack, welches einen scharfen Kontrast zu der friedlichen Landschaft bildet und ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Auch ein Fort aus den 1850er Jahren, welches immer noch vier Kanonen beinhaltet, passt nicht so ganz ins friedliche Bild der île aux Marins.