Panamá Viejo, Panama

Die Ruinen der alten spanischen Stadt Panama La Viejo, die 1671 von Piraten zerstört wurde, Panama - © Paulo Afonso / Shutterstock
© Paulo Afonso / Shutterstock

Panamá Viejo liegt etwa 8km vom Zentrum von Panama-Stadt entfernt und war die ursprüngliche Lage von Panamas heutiger Hauptstadt. Nach dem Angriff von Henry Morgan im 17. Jahrhundert brannte sie nieder. Heute sind noch einige spektakuläre Ruinen im Originalzustand zu besichtigen.

Panamá Viejo bedeteut so viel wie „Altes Panama” und bezeichnet den ursprünglichen Teil von Panamas Hauptstadt, Panama-Stadt. Sie befindet sich etwa 15-20 Autominuten vom Stadtzentrum von Panama-Stadt entfernt und kann mit dem Bus oder dem Taxi bequem erreicht werden. Gemeinsam mit der „neuen” historischen Altstadt von Panama-Stadt wurde es im Jahr 2003 auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Alte und ganz alte Hauptstadt?

Warum gibt es zwei historische Stadtkerne von Panama, die „alte” und die „ganz alte”? Panama La Viejá, wie das Stadtviertel auch oft genannt wird, wurde im August 1519 mit etwa 100 Einwohnern als erste feste Siedlung Panamas an der Pazifikküste von Pedro Arias Dávila gegründet. 2 Jahre später erhielt die Siedlung den Status einer Stadt, wurde befestigt und erhielt eine bewaffnete Stadtwache. Panama La Vieja stellt sich als perfekter Ausgangspunkt für Expeditionen nach Peru und idealer Exporthafen für die für Spanien bestimmten Waren. Knapp 100 Jahre später hatte sich die einste kleine Siedlung zu einer 5.000-Einwohner-Stadt mit Klöstern, Spital und Kathedrale entwickelt. Anfang des 16. Jahrhunderts jedoch schien es mit dem Glück der Stadt vorbei zu sein. Ein Erdbeben zerstörte viele Gebäude der Stadt, etwa 20 Jahre später fielen viele Bauten inklusive der Kathedrale einem Großbrand zum Opfer. Im Jahr 1671 kam das endgültige Aus in der Gestalt des walisischen Admirals und Freibeuter Henry Morgan. Er überfiel Panamá Viejo mit über 1.000 Mann mit der Absicht, Panama zu erobern. Entweder der berüchtigte Pirat selbst oder einer seiner Gefolgsleute legte ein Feuer, welches die Schießpulvervorräte der Stadt in die Luft jagte und die ganze Stadt mit ihren mittlerweile 10.000 Bewohnern niederbrannte. Tausende Menschen kamen dabei ums Leben.

Ob aus Trauer um die Toten, der Angst vor dem verfluchten Ort oder einfach um sich die Mühe zu sparen, die Trümmer wegzuräumen – Panama-Stadt wurde acht Kilometer weiter westlich wieder aufgebaut – dort, wo es heute noch steht.

Und was geschah mit Henry Morgan? Die gewalttätige Aktion verstieß gegen einen Friedensvertrag zwischen England und Spanien und Henry Morgan wurde verhaftet und nach England überführt. Dort konnte er jedoch beweisen, dass er keine Ahnung von einem Friedensabkommen zwischen England und Spanien hatte. Anstatt ihn für seine Gräueltaten zu bestrafen, ließ ihn der englische König Charles II. zum Ritter schlagen und kehrte als Gouverneur zurück ins Mittelmeer – nach Jamaika.

Panamá Viejo – heute wie damals

Panamá Viejo ist heute eine archäologische Fundstätte der ersten europäischen Stadt Amerikas. Durch die Verlegung von Panama-Stadt nach dem Angriff von Henry Morgan sind die Straßen, Plätze und Gebäude, oder was davon nach dem Feuer noch übrig ist, in völligem Originalzustand erhalten – genau so lebte man in einer Kolonialstadt in Mittelamerika im 16. Jahrhundert. Dieses spektakuläre Freiluftmuseum bietet beeindruckenden Ruinen von Kirchen, Klöstern und Wohnhäusern, dem Rathaus und seinen Straßen und Plätzen. Die atemberaubendsten Überreste sind sicherlich jene der Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción aus den 1620ern, aus ihren zerstörten Mauern ragt noch heute der ehemalige Glockenturm. Die Aufräumarbeiten legten jedoch nicht nur die Überreste von Panamá Viejo frei, auch andere Ruinen und Artefakte, an die 1.000 Jahre alt, wurden gefunden und sind heute in einem kleinen Museum zu besichtigen.

Weiterführende Links:

Genaue Beschreibung der Ruinen und deren frühere Bedeutung (englisch)