Ruinen León Viejo, Nicaragua

León Viejo wurde im Jahr 1524 als zweite Stadt Nicaraguas gegründet. Aus Angst vor Erdbeben wurde die Stadt schließlich verlassen und 30km weiter westlich wieder neu aufgebaut. Die Überreste blieben unter Ablagerungen und Sedimentgestein bis heute erhalten.

León Viejo (Alt-León) ist eine Ruinenstätte an der ursprünglichen Lage der Stadt León, heute Puerto Momotombo genannt. Die Ruinen der nach Granada zweitältesten Stadt Nicaraguas befinden sich in der Provinz von León im Nordosten Nicaraguas am Ufer des Managua-Sees (auch Lago Xolotlán genannt) in der Nähe des Vulkans Momotombo. Seit dem Jahr 2000 gehören sie aufgrund ihrer unverfälschten Ursprünglichkeit aus dem 16. Jahrhundert zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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Geschichte von León Viejo

León Viejo wurde im Juni 1524 vom spanischen Eroberer Francisco Hernández de Córdoba, der auch vielfach als Gründer Nicaraguas gilt. Die Landeswährung heißt ihm zu Ehren „córdoba“. Zwei Jahre nach der Gründung von León wurde ihm Rebellion und Verrat vorgeworfen und er wurde von seinem eigenen Leutnant am Hauptplatz „seiner“ Stadt enthauptet.

Im Jahr 1610 wurde León durch ein heftiges Erdbeben beschädigt, jedoch nicht vollständig zerstört. Dennoch beschlossen die etwa 200 Einwohner aus Angst vor weiteren Erdbeben, die Stadt zu verlegen und bauten sie etwa 30km weiter westlich neu auf. Die Überreste von León Viejo wurden nach und nach von der Asche des Momotombo und den kontinuierlichen Ablagerungen des Lago de Managua begraben und blieben so in perfektem unverfälschtem Zustand für die Nachwelt erhalten.

Erst etwa 300 Jahre später, in den 1960er Jahren, wurden sie wieder entdeckt, ein Jahr später starteten die systematischen Ausgrabungen und die Suche nach weiteren Überresten der Stadt. Es stellte sich heraus, dass León Viejo sehr ähnlich zu anderen lateinamerikanischen Städten aus dieser Zeit errichtet wurde. Der Grundriss der Stadt stellt ein perfektes Quadrat mit einem zentralen Platz in der Mitte dar. Der charakteristische Plaza Mayor misst eine Fläche von 500 mal 800 Meter und wird von den Überresten von 16 Gebäuden umrahmt.

Zwei der drei Klöster, die bis 1560 in Verwendung waren, „La Merced“ und „San Pedro“ wurden an der Hauptstraße identifiziert, das dritte, „San Francisco“ blieb noch unentdeckt. Die einzelnen Gesteins- und Sedimentschichten über den Ruinen lieferten den Forschern unbezahlbare Hinweise über die Geschehnisse in den letzten Jahrhunderten.

Auch heute sind die Ruinen nicht vor den Kräften der Natur gefeit, vor allem der weltweit bekannt Hurrican „Mitch“ verursachte im Jahr 1998 erheblichen Schaden an etwa 40% der fragilen Mauern.

Besuch der Ruinen von León Viejo

Zu sehen sind heute noch die Grundmauern der Gebäude und einige restaurierte wichtige Bauten, wie zum Beispiel die Kathedrale von Leon Viejo. Gut ausgebildet Guides führen durch dieses Freiluftmuseum aus dem 16. Jahrhundert und bringen den Besuchern das Leben der frühen Siedler in Nicaragua näher.

Tipp: Von einem Hügel aus kann man einen spektakulären Blick auf die Ruinen von León Viejo, den Momotombo und den Managua-See genießen und fantastische Fotos machen. Apropos Fotos: Für Kamera und Fotoapparat muss extra Eintritt gezahlt werden. Mit dem Auto ist man etwa in 20 Minuten von La Paz Centro in León Viejo.

Weiterführende Links:

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Preise und Kontaktdaten der Ruinen von León Viejo (englisch)

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