Bosawas Biosphären-Reservat, Nicaragua

Die Harpyie, der größte und mächtigste Raubvogel der Wel, ist im Bosawas-Biosphären-Reservat in Nicaragua anzutreffen - © MarcusVDT / Shutterstock
© MarcusVDT / Shutterstock

Das Bosawas Biosphären-Reservat befindet sich im Norden Nicaraguas an der Grenze zu Honduras und umfasst das zweitgrößte Regenwaldgebiet auf dem amerikanischen Kontinent. Das kaum erschlossene Reservat bietet Wanderern spektakuläre Einblicke in die tropische Flora und Fauna Südamerikas.

Das Bosawas Biosphären-Reservat ist ein hügeliger tropischer Regenwald im Norden Nicaraguas direkt am Coco River, dem Grenzfluss zu Honduras. Mit einer Fläche von 20.000km² nimmt es 15% der Landesfläche Nicaraguas ein, es ist somit der zweitgrößte Regenwald der westlichen Hemisphäre, nur vom Amazonasgebiet in Brasilien übertroffen.

Der zunehmende Tourismus in den Regenwäldern Nicaraguas führte zu einer Bedrohung der Natur und seiner tierischen Bewohner. Die Landenge zwischen Nord- und Südamerika fungiert auch für viele Tierarten als Transitstrecke zwischen den beiden Kontinenten, viele ihrer Pfade und Nist- bzw. Schlafplätze wurden durch die Wanderer zerstört, die Abforstung des Waldes für Bauholz und auf der Suche nach Gold trug des ihre dazu bei.

Besuch des Bosawas Biosphären-Reservats

Die Harpyie, der größte und mächtigste Raubvogel der Wel, ist im Bosawas-Biosphären-Reservat in Nicaragua anzutreffen - © worldswildlifewonders/Shutterstock
© worldswildlifewonders/Shutterstock

Bosawas ist weder gut erschlossen noch genau erforscht und strotzt nur so vor tierischer und pflanzlicher Vielfalt. Ungeschlagener in ihrer Zahl sind eindeutig die Insekten. Geschätzte 200.000 Arten kreuchen und fleuchen durch die üppige Vegetation des Bosawas Reservats. Auch von den Wirbellosen gibt es unzählige Exemplare.

An die 700 Vogelarten leben im Reservat, darunter der grünschimmernde Göttervogel der Inkas, der Quetzal mit den beeindruckenden Schwanzfedern oder die Harpyie, der größte und mächtigste Raubvogel der Welt.

Unter den größeren Säugetieren finden sich kreischende Affen, umherstreifende Ameisenbären und stolze Raubkatzen wie Puma oder Jaguar, die meist auf der Suche nach ihrer bevorzugten Beute, dem Südamerikanischen Tapir sind.

 

Tipp: Es gibt zwar Lodges im Bosawas-Reservat, Luxus darf man sich jedoch keinen erwarten, einige davon haben nicht einmal fließendes Wasser.

Wanderungen durch das Bosawas Biosphärenreservat sind herausfordernd, das Weiterkommen auf den schlammigen Pfaden wird durch Hindernisse aller Art erschwert, Äste, Steine oder tiefe Pfützen gehören einfach zur naturbelassenen Umgebung dazu. Manche Teile des Regenwaldes sind durch die dichte Vegetation absolut unpassierbar. Die Belohnung der spektakulären Kulisse des riesigen Regenwaldes ist es jedoch allemal wert!

Entstehung des Bosawas Biosphären-Reservats

Der erste Schritt zum Schutz des Gebietes war die Gründung des Saslaya-Nationalparks im Jahr 1971. Dies war jedoch noch nicht genug, Wilderer und Tropenholzdiebe konnten weiter ihr zerstörerisches Werk verrichten. Die Naturschutzpläne wurden dabei zwischen 1979 und 1990 immer wieder von den heftigen Kämpfen im Zuge der Sandinista Revolution und anschließenden Bürgerkriegen unterbrochen. Schließlich wurde der Nationalpark 1991 vom Präsidenten zum etwa 8.000km² fassenden Nationalen Reservat für natürliche Ressourcen erklärt.

Nach der Bitte bei der UNESCO das Gebiet als Biosphären-Reservat zu deklarieren, wurde es 1997 auch gleich auf die heutigen Ausmaße erweitert. Die Schutzstufe bedeutet, eine Bewirtschaftung ist zwar noch erlaubt, aber nur in sehr eingeschränktem Rahmen und streng kontrolliert. Etwa ein Viertel der Bauern im Bosawas sind Indio vom Stamm der lokal ansässigen Sumos und Miskito. Darüber hinaus benötigt jeder, der das Biosphärenreservat betreten möchte, eine Genehmigung der Regierung von Nicaragua, die am besten noch vor Einreise in das Land beantragt werden sollte. Verpflichtend ist auch die Begleitung durch einen Führer, der auf die Einhaltung der Reservat-Regeln achtet. Guides können in Sinua gefunden werden, diese Ortschaft ist für die meisten Besucher der Ausgangspunkt für Expeditionen ins Reservat.

Der Name setzt sich übrigens aus den Anfangsbuchstaben des Flusses BOcay, SAslaya Hügel und Flusses WASpuk zusammen.

Weiterführende Links:

Detailinfos zum Biosphären-Reservat Bosawas