Tulum, Mexiko

Der Tempel des Windes in Tulum wurde unmittelbar am Meer auf einer halbrunden Plattform errichtet und diente vermutlich der Anbetung des Windes, Yucatan, Mexiko - © Jessy / franks-travelbox
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Die Mayastadt Tulum an der östlichsten Spitze Mexikos liegt im Gegensatz zu den meisten Maya-Städten direkt am Meer und nahm dadurch eine besondere wirtschaftliche Stellung ein.

Tulum, übersetzt „Mauer” bzw. „Festung”, wurde im 13. Jahrhundert von den Maya errichtet und zeichnet sich durch seine besondere Lage an der Riviera Maya, einem Küstenstreifen im Bundesstaat Quintana Roo, aus.

Die unmittelbare Nähe zum Meer machte Tulum, eine der größten Städte der Halbinsel Yucatáns, zu einem wichtigen Handelsknotenpunkt, vor allem für Jade und Türkis. Doch Tulum verfügte auch über ein gut ausgebildetes Verteidigungssystem. Die Stadt ist von einer zwischen drei und fünf Meter hohen Mauer umgeben, an deren Ecken Wachtürme stehen. Fraglich ist, wer zu Zeiten der Maya innerhalb dieser Mauern gewohnt hatte – ob sie der gesamten Bevölkerung oder doch nur dem Adel und dem Klerus Schutz geboten hatten.

Besuch von Tulum

Von den einfachen Wohnhäusern, in denen die unteren Bevölkerungsstände früher gewohnt hatten, sind heute nur noch die Fundamente erhalten. Die größeren, gemauerten Bauten sind teilweise noch sehr gut erhalten; aus Denkmalschutzgründen sind allerdings nicht alle Teile von Tulum für Touristen zugänglich.

Zu den wichtigsten Gebäuden zählt das Castillo („Burg”). Es ist das höchste Gebäude von Tulum und bietet einen wunderbaren Ausblick über die karibische Küste. Als die Spanier im 16. Jahrhundert im noch bewohnten Tulum ankamen, meinte Juan Diaz, dass dieser Turm der größte sei, den er je gesehen hätte.

Die größeren, gemauerten Bauten in der Mayastadt Tulum sind teilweise noch sehr gut erhalten; aus Denkmalschutzgründen sind allerdings nicht alle für Touristen zugänglich, Mexiko - © Jessy / franks-travelbox
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Weitere bekannte Gebäude in Tulum sind der Tempel des Herabsteigenden Gottes, der seinen Namen von einer Figur des Bienengottes im Dachfries hat, sowie der Freskentempel mit zahlreichen bildhaften Darstellungen von verschiedenen Tieren und Gottheiten, und der Tempel des Windes. Letzterer wurde unmittelbar am Meer auf einer halbrunden Platt-form errichtet und diente vermutlich der Anbetung des Windes.

Tourismus in Tulum

Heute lebt Tulum ausschließlich vom Tourismus. Bis in die 1990er Jahre gab es hier kaum Hotels, doch noch vor der Jahrtausendwende wurde damit begonnen, den Strandabschnitt südlich der Ruinen zu verbauen. Heute ist dieser Abschnitt als Zona Hotelera bekannt. Jene Hotels, die in unmittelbarer Nähe zu den Ruinen stehen, sind die älteren und somit auch weniger luxuriösen. Hier gibt es teilweise keinen elektrischen Strom und kein fließendes Wasser; je weiter südlich man kommt, desto höher werden Qualität und Preis der Hotels.

Tulum bietet neben den interessanten Ruinen auch noch wunderschöne, weiße Sandstrände. Kristallklares, türkisblaues Wasser, in dem sich mehr als 450 verschiedene Fischarten tummeln, lädt zum Baden, Schnorcheln und Tauchen ein. Doch auch Kiteboarden und Kajak fahren sind beliebte Sportarten in der Nähe von Tulum.

Tulum bietet neben den interessanten Ruinen auch noch wunderschöne, weiße Sandstrände, Mexiko - © lunamarina - Fotolia
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Und die Strände von Tulum halten eine weitere Sensation bereit: Hier beginnt das Belize Barriere-Riff, nach dem Great Barrier Reef in Australien das zweitgrößte Riff der Welt. Es erstreckt sich auf einer Länge von gewaltigen 250 Kilometern von Cancun bis nach Roatan in Honduras und beherbergt etwa 250 Pflanzenarten, an die 500 verschiedenen Arten von Fischarten und über 100 Korallenarten. Ein Blick unter Wasser lohnt sich in Tulum also auf jeden Fall!