Schwimmende Gärten von Xochimilico, Mexiko City, Mexiko

Boot in den schwimmenden Gärten von Xochimilco, Mexiko - © ChameleonsEye / Shutterstock
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Die Schwimmenden Gärten von Xochimilico wurden im 14. Jahrhundert von den Azteken auf dem Texcoco-See angelegt, um ihre Hauptstadt Tenochtitlán mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Heute ist der idyllische Park UNESCO-geschützt und ein beliebtes Ausflugsziel.

Xochimilco ist einer der 16 Bezirke der mexikanischen Hauptstadt Mexiko City mit ca. 400.000 Einwohnern und zählt seit 1987 zu den UNESCO Weltkulturerbestätten. Der Stadtteil von Mexikos Hauptstadt befindet sich etwa 20km südlich der Innenstadt.

Aus der Azteken-Sprache übersetzt bedeutet Xochimilco „Ort, an dem die Blumen wachsen”. Dies mutet für einen Stadtbezirk etwas seltsam an, doch Xochimilco beherbergt mit den so genannten „huertos flotantes”, „Schwimmende Gärten” ein Naturparadies der besonderen Art, sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen eine beliebte Sehenswürdigkeit in Mexiko City. Die Schwimmenden Gärten bestehen aus einem Netz an Kanälen, welches sich über eine Länge von 150km durch künstlich angelegte Floßinseln zieht. Diese Inseln sind mit Flussschlamm bedeckt und bepflanzt, die Wurzeln wachsen mittlerweile bis zum Grund des einst riesigen Texcoco-Sees.

Die Idee stammt noch von den Azteken, die im 13. Jahrhundert über die künstlichen Felder die Versorgung ihrer etwa 20km entfernten Hauptstadt Tenochtitlán sichern wollten. In Schichten von Floß und schwarzer Erde entstanden 3-5m hohe Gebilde, die an den Rändern durch die Wurzeln von gepflanzten Weiden zusammengehalten wurden. In der Mitte konnten Blumen und Gemüse angebaut werden.

Das Labyrinth der künstlich gewonnenen Ländereien wird heute sowohl für den Tourismus als auch weiterhin als landwirtschaftliche Anbauflächen genutzt. Der fruchtbare Flussschlamm trägt seinen Teil dazu bei, dass es ganzjährig reiche Ernten gibt. Gemeinsam mit der ständigen Bewässerung durch den See ist diese ausgeklügelte Anbauform in ihrer Effektivität nahezu unschlagbar.

Bunt bemalte Boote in den schwimmenden Gärten von Xochimilco, Mexiko - © steve estvanik / Shutterstock
© steve estvanik / Shutterstock

Als Besucher ist das auf den Kanälen an den Gärten Vorbeischaukeln ein absolut entspannendes und idyllisches Vergnügen. Die farbenfroh bemalten und geschmückten Ausflugsboote, die „trajineras”, kann man inklusive Führer mieten und leuchten mit den Blumenständen um die Wette. Gesteuert werden sie völlig umweltfreundlich mit einer langen Stange. Vor allem an den Wochenenden flüchten sich viele Stadtbewohner in diese Idylle praktisch vor ihrer Haustür und genießen das ruhige Umhergondeln oder feiern Geburtstage auf den Booten. Und falls man während des Gondelns einmal hungrig wird, braucht man nur warten, bis ein Küchenboot hinter der nächsten Biegung auftaucht.

Jeden Freitag vor dem Palmsonntag findet in den Schwimmenden Gärten von Xochimilco außerdem das Blumenfest statt, an dem die ohnehin bereits fantastische Blütenpracht noch einmal verstärkt wird. Mit Blumenparaden und Musik werden die ursprünglichen Götter gefeiert.

Für kulturell Interessierte empfiehlt sich ein Besuch im Dolores Olmedo Museum in Xochimilco. Hier findet sich unter anderem die größte private Sammlung von Kunstwerken der weltbekannten mexikanischen Malerin Frida Kahlo.