Ruinen von Copán, Honduras

Detail der Maya-Ruinen von Copàn in Honduras - © VojtechVlk / Shutterstock
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Die Ruinen von Copán liegen im östlichen Honduras an der Grenze zu Guatemala und enthält eine der weitläufigsten Maya-Ausgrabungsstätten der Welt mit dem längsten Schriftstück der Maya, einer Hieroglyphentreppe und dem größten antiken Ballspielplatz der Welt.

Die Maya-Ruinen von Copàn befinden sich in der gleichnamigen Provinz im östlichen Honduras etwa 7 Autostunden von der Hauptstadt Tegucigalpa entfernt. Seit 1980 zählen die Ruinen von Copán zum UNESCO Weltkulturerbe.

Von San Pedro Sula (wo sich auch ein Flughafen befindet und regelmäßig Busse abfahren) gelangt man durch sanfte grüne Hügel, Bananen- und Kaffeeplantagen, kleinen Siedlungen aus Lehmhütten und Gebirgsbächen in das verträumte Bergdorf Copán, von dem aus die Touren in die einstige Maya-Stadt beginnen. Auch von Guatamala aus ist Copán zu erreichen, es liegt nur wenige Kilometer hinter der Grenze. Auf einer Talebene von etwa 3km2 können die unglaublichen Tempelanlagen erkundet werden.

Copán war gemeinsam mit Tikal im heutigen Guatemala und Palenque in Mexiko eine der bedeutendsten Städte in der so genannten klassischen Maya-Periode (ca. 200-800 nach Christus) mit bis zu 20.000 Einwohnern. Um etwa 900 nach Christus wurde die südlichste der großen Maya-Siedlungen von seinen Bewohnern aus unerklärten Gründen verlassen. Theorien für den Untergang der Maya-Kultur reichen von Überbevölkerung und damit einher gehender Nahrungsknappheit bis hin zu Klimaänderungen und Naturkatastrophen.

Entdeckung der Ruinen von Copán

Die Ruinen von Copan, Honduras - © VojtechVlk / Shutterstock
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Im Jahr 1576 beschrieb der spanische Entdecker Diego García del Palacio die Ruinen von Copán in einem Brief an seinen König Felipe II, doch es wurden keine weiteren Erkundungen angestellt. Der nächste Bericht wurde 1834 von einem honduranischen General an die Regierung von Zentralamerika geschrieben, zu dieser Zeit herrschte jedoch gerade Kriegszustand im Land und die Behörden hatten andere Sorgen. Erst 5 Jahre später gelang es John Lloyd, einem US-amerikanischen General und Reisebuchautor, die Öffentlichkeit auf dieses vergessene Architekturwunder in Copán aufmerksam zu machen und die erste Expedition startete. Ohne noch die eigentliche Bedeutung der seltsamen Steinhaufen oder das Ausmaß ihrer Entdeckung zu kennen, kauften die Amerikaner den Einheimischen die gesamte Fundstätte um 50 Dollar ab. Für den dort ansässigen Bauern wohl ein guter Deal, denn das Land galt mit seinen seltsamen Steinhaufen als verflucht. Nach der ersten Buchveröffentlichung über Copán zog die verlorene Stadt Forscher und Archäologen als aller Welt an.

Unterwegs zwischen den Ruinen von Copán

Das von bewaldeten Bergen eingerahmte Areal der einstigen Maya-Stadt bietet kilometerweiter Märsche durch verwinkelte Straßen und über weitläufige Plätze. Die Ruinen von Copán sind wie die meisten Maya-Stätten um einen zentralen Platz herum angelegt. Dieser wird umschlossen vom monumentalen Tempelanlagen, die bis über die Baumkronen des Regenwaldes ragen. Auf dem Platz selbst erzählen auf sorgfältig gravierten Steinsäulen die „18 Kaninchen” die Geschichte des Maya-Volkes. Die Reliefs und Hierglyphen der Stelen und Skulpturen sind aber noch gar nichts, verglichen mit der gigantischen Hieroglyphentreppe. Mit 63 Stufen ist sie das größte und längste steinerne Schriftstück der Maya. Die über 2.000 Symbole erzählen die Herrscherabfolge der Maya über einen Zeitraum von etwa 200 Jahren.

Copán war gemeinsam mit Tikal im heutigen Guatemala und Palenque in Mexiko eine der bedeutendsten Städte der Maya-Periode, Honduras - © VojtechVlk / Shutterstock
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Wie in den meisten ehemaligen Maya-Zentren gibt es auch hier einen Ballspielplatz, 2 imposante Tribünen aus gehauenem Stein ragen einander gegenüber aus dem Boden und formen den zweitgrößten Maya-Ballspielplatz der Welt. Ein weiteres Glanzstück ist der so genannte Altar Q, ein Opferaltar aus Stein von kunsthistorischem und archäologischem Wert, verziert mit eindrucksvollen Reliefs über die 16 Könige von Copán.

Die fragilsten und empfindlichsten der Kunstwerke zum Beispiel aus Jade und Keramik sind in einem Museum über die Maya-Kultur und die Stadt Copan selbst vor Tourismus, Wind und Wetter geschützt. Unter anderem ist dort der Nachbau eines Tempels zu besichtigen, der unter der Akropolis in Athen begraben ist.

Weiterführende Links:

Detaillierte Info über Geschichte, Erforschung und Sehenswürdigkeiten von Copán auf Wikipedia