La Tigra Nationalpark, Honduras

Der La Tigra Nationalpark in Honduras wird von den seltenen wunderschönen Ozelots durchstreift - © Andy Poole / Shutterstock
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Der La Tigra Nationalpark liegt nur etwa 40km von Honduras’ Hauptstadt Tegucigalpa entfernt. Die fantastische Tier- und Pflanzenwelt seiner üppigen Bergregenwälder kann in einer Tagestour ohne Führer erkundet werden.

Der La Tigra Nationalpark wurde 1980 als erster Nationalpark im südamerikanischen Staat Honduras gegründet. Das auf etwa 2.000 Meter Seehöhe gelegene Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von knapp 240 Quadratkilometer.

Das Gebiet um den Berg La Tigra („Die Tigerin”) stand bereits seit den 1920er-Jahren unter Schutz. Einerseits wegen seiner immensen Vielfalt an Fauna und Flora, andererseits weil er für die Hauptstadt Honduras’ Tegucigalpa und die umliegenden Siedlungen eine wichtige Lebensgrundlage darstellt. So werden zum Beispiel 40% von Tegucigalpas Trinkwasserverbrauch aus dem Bergregen- und Nebelwäldern La Tigras bezogen. Der stets feuchte Boden speichert das Wasser, das von den Pflanzen wie ein Schwamm aus der Luft gezogen wird, auch in unteren Gesteinsschichten, womit auch während der Trockenzeit der Grundwasserspiegel hoch genug bleibt, um seinen Teil zur Wasserversorgung der Millionenstadt beizutragen. Auch der Sauerstoffvorrat, der von den Wäldern La Tigras produziert wird, die nicht umsonst „Lunge der Hauptstadt” genannt werden, trug zur Entscheidung für den Nationalpark bei.

Kapuzineräffchen im Nationalpark La Tigra in Honduras - © worldswildlifewonders / Shutterstock
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Unterwegs im La Tigra Nationalpark

Der La Tigra Nationalpark kann von Tegucigalpa aus über 2 Hauptstraßen erreicht werden, die eine Richtung El Hatillo (22km), die andere Richtung Valle de Ángeles (36km), die direkt zu den beiden Besucherzentren Jutiapa und Rosario führen. Letzteres verfügt neben allgemeiner Information auch über ein Ausrüstungslager und ein Museum.

Die beiden Besucherzentren sind über 2 der 8 insgesamt über 20km langen Dschungelpfade im sogenannten Nucleus („Kern”) des La Tigra Nationalparks verbunden. Mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist sowohl etwas für Familien mit Kindern als auch für erfahrene Tourengeher dabei. Alle Wege können ohne Führer begangen werden. Vom Jutiapa-Zentrum aus führt der Cascada-Trail zu einer der Attraktionen des Parks – einem 60 Meter hohen Wasserfall.

Tipp: Der Nationalpark kann an einem Tag ausreichend besichtigt werden. Im La Tigra Nationalpark gibt es aber auch Unterkünfte sowie Campingplätze für jene, die die Natur in den frühen Morgenstunden genießen möchten. Aufgrund der großen Höhe kann es vor allem in der Nacht empfindlich kühl werden, also genug warme Kleidung mitnehmen!

Wanderer spazieren durch nebelverhangene saftig grüne Vegetation, Bromelien, Farne und Moose ducken sich unter die riesigen Baumkronen von Pinien, Eichen und Ceibos (Korallenbäume), dem heiligen Baum der Mayas. Auch Avocadobäume, die Hauptnahrungsquelle für den heiligen Vogel der Mayas, den grüngefiederten Quetzal, sind zu Hauf zu finden. Ebenfalls von der ständigen Feuchtigkeit profitieren Orchideen, deren prachtvoll gefärbte Blüten als bunte Farbkleckse im saftigen Grün eine echte Augenweide darstellen. Vor allem zwischen August und November blühen sie mit den Bromelien um die Wette.

Auch die Fauna des La Tigra Nationalpark kann sich sehen lassen. In den üppigen Wäldern wurden über 200 verschiedene Vogelarten, 13 Reptilienarten und 31 Säugetierarten katalogisiert, von denen etwa ein Drittel zu den gefährdeten oder seltenen Arten gehört. Vor allem Ornithologen kommen hier voll auf ihre Kosten! Neben den zahlreichen prächtig gefärbten exotischen Vögeln durchstreifen unter anderem Ozelots, Pumas, Affen, Pekaris, Opossums und Agutis, eine Mischung aus Stachelschwein und Meerschweinchen, das Unterholz.

Tipp: Wer den smaragdgrünen heiligen Vogel der Mayas inmitten des üppigen Grüns zu Gesicht bekommen möchte, hat zwischen März und Mai die besten Chancen, wenn er mit lauten Balzrufen sein Revier absteckt.