Tropfsteinhöhlen Grutas de Lanquín, Guatemala

Das unterirdische Höhlensystem in Lanquín, Guatemala gehört zu den ausgedehntesten der Welt  - © Anton_Ivanov / Shutterstock
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Das Höhlensystem in der Karstlandschaft um Lanquín in der Provinz Alta Verapez in Guatemala zählt mit seinen 100 Kilometern Länge zu den ausgedehntesten der Welt. Bei Sonnenuntergang verlassen Scharen von Fledermäusen ihre Schlafplätze in den Tropfsteinhöhlen und flattern in den Himmel.

Das Tropfsteinhöhlensystem Grutas de Lanquín befindet sich in der Nähe des Ortes Lanquín in der Provinz Alta Verapaz in Guatemala.


Lanquín

Der Ort Lanquín selbst hat leider wenig zu bieten. Da er nur eine Bank, die relativ früh ihre Pforten schließt, und keinen Geldautomaten zu bieten hat, sollte genügend Bargeld vorhanden sein. Es gibt weder ausgezeichnete Restaurants noch sonstige spektakuläre Sehenswürdigkeiten in Lanquín, daher die Empfehlung: Schnell weiter zu den beeindruckenden Grotten von Lanquín etwa einen Kilometer weiter westlich.


 

Die gesamte Region um Lanquín im zentralen Hochland Guatemalas ist eine Karstlandschaft, die 1955 zum Nationalpark erklärt wurde. Das unterirdische Höhlensystem gehört zu den ausgedehntesten der Welt und erstreckt sich über eine Länge von 100 Kilometern, von denen ein Großteil noch nicht restlos erschlossen ist. Wer sich einmal in das komplexe System der verzweigten Tunnel und bis zu 50 Meter hohen Hallen vorgewagt hat, dem mag es schier endlos erscheinen.

Die Maya hielten die Grotten für einen Zugang zur Unterwelt, in der die Götter hausten und verehrten sie als spirituellen Ort. Der Legende nach betraten einst Zwillingsbrüder die Unterwelt durch eine derartige Höhle und besiegten das Böse. Anschließend stiegen sie als Sonne und Mond in den Himmel empor und schufen das Volk der Maya aus Maiskörnern. Daher die große Bedeutung von Höhlen und Mais in der Maya-Kultur. Die indigenen Völker, die sich rund um Lanquín angesiedelt haben, nutzen die Höhlen immer noch für ihre traditionellen Riten.

Besuch der Grutas de Lanquín

Geführte Touren zur Erkundung der Höhlen werden vor Ort angeboten, teilnehmen sollte nur, wer sich weder vor Fledermäusen noch vor Spinnentieren fürchtet. Einige Prachtexemplare der achtbeinigen Geschöpfe fühlen sich in der ruhigen Finsternis der Höhlen äußerst wohl. Auch die Dunkelheit darf einen nicht abschrecken, da nur die ersten 200 Meter nach dem Höhleneingang künstlich beleuchtet sind, legt man den Rest der Strecke vom Schein von Taschenlampen zurück. Die Guides untermalen die gespenstische Wanderung durch die absolute Dunkelheit mit allerlei Informationen über die Geschichte der Höhle und weisen auf besonders spektakulär geformte Stalaktiten und Stalagmiten hin.

Ein atemberaubendes Spektakel bietet sich kurz vor Einbruch der Nacht. Riesige Fledermaus-Kolonien haben die Grutas de Lanquín zu ihrer Wohnhöhle auserkoren, bei Sonnenuntergang verlassen sie in Scharen ihre Schlafplätze und flattern in dunklen Wolken um und über die Köpfe der staunenden Zuschauer gen Himmel. Wer die Möglichkeit hat, dieses Schauspiel zu erleben, sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen.

Im Höhlensystem um Lanquín entspringt übrigens auch der Rio Lanquin, ein kristallklarer eiskalter Fluss, der nahe am Höhleneingang in ein türkises Becken mündet, indem besonders hartgesottene ein sehr kühles Bad nehmen können.