Izabal-See, Guatemala

Die Festung Castillo San Felipe de Lara an der nordöstlichen Engstelle des Izabal-Sees ist eine der Hauptattraktionen am Ufer des Izabal-Sees, Guatemala - © vgudielphotos / Fotolia
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Der Izabal-See in der gleichnamigen Provinz im Osten Guatemalas ist der größte See des Landes. An seinem Ufer liegt die einzige Festung Guatemalas, das Castillo San Felipe de Lara, welches im 16. Jahrhundert von den spanischen Kolonialherren zum Schutz gegen die Piraten errichtet wurde.

Der Izabal-See liegt ziemlich genau in der Mitte der gleichnamigen Provinz im Osten Guatemalas. Mit seinen gigantischen Ausmaßen von 48km Länge und bis zu 20km Breite ist er der größte See Guatemalas. Seine Fläche umfasst knapp 600km², an seiner tiefsten Stelle misst er knapp 20 Meter.

Sein wichtigster Zufluss ist der von Westen kommende Rio Polochic, der Abfluss des Izabal-Sees ist der Rio Dulce („Süßer Fluss”), nachdem er früher auch benannt war, als der Izabal-See noch Golfo Dulce hieß. Der Rio Dulce erweitert sich nach dem Izabal-See noch einmal zum El Golfete und mündet im Süden von Livingston ins karibische Meer.

Piraterie auf dem Izabal-See

Durch die Verbindung mit dem Ozean spielten der Izabal-See und der Rio Dulce für den Handel Guatemalas eine bedeutende Rolle. Vor allem Waren aus dem Hochland Guatamelas wurden auf diesem Weg exportiert, eine Vielzahl von Schiffen tummelte sich seit jeher auf diesen Gewässern. Deren Kapitäne waren leider nicht immer freundliche Zeitgenossen, die spanischen Kolonialherren mussten sich des Öfteren gegen Überfälle von britischen und niederländischen Piraten erwehren und erbitterten Kämpfen standhalten. Die zunehmende Gefahr durch die Seeräuber führte 1959 zur Errichtung eines Befestigungsturms in en Montanas del Mico an der nordöstlichen Engstelle des Izabal-Sees, der später zur einzigen Burg Guatemalas erweitert wurde, der Festung Castillo San Felipe de Lara. In den 1950er Jahren wurde das Fort renoviert und teilweise in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Das alte Gemäuer ist eine der Hauptattraktionen am Ufer des Izabal-Sees.

Kanone des Castillo San Felipe de Lara zielt über den Izabal-See in Guatemala - © Daniel Loncarevic / Shutterstock
© Daniel Loncarevic / Shutterstock

Besuch des Izabal-Sees

Waren es früher die Schifffahrt und der Handel, mit denen der Izabal-See Guatemala Einnahmen brachte, so ist es heute der Tourismus. Rund um den See wurden mehrere Naturschutzgebiete errichtet, wie zum Beispiel der Parque Natural Bochas del Polochic um den Zubringerfluss oder das ‪Reserva Protectoral De Manantiales Cerro San Gil, welches den Nachbarsee El Golfete einschließt.

Öffentliche Schiffverbindungen über den See gibt es keine, es gibt jedoch privat geführte Routen von Livingston auf dem Rio Dulce bis zum Fort Castillo San Felipe de Lara und weiter bis nach El Estor. Von El Estor aus, einer Siedlung am nordwestlichen Ende des Izabal-Sees, führt eine Straße in die Wildnis von Guatemalas Provinz Alta Verapez.

Unterwegs auf dem Rio Dulce

Wer sich auf der fantastischen Reise auf dem Rio Dulce mit dem Izabal-See als Ziel befindet, kann sich den atemberaubenden Wundern der Natur nicht entziehen. Ruhig schlängelt sich der Fluss durch eine traumhafte Landschaft, tiefe Schluchten und dichten Dschungel. Begleitet werden die Reisenden von einer Vielzahl von Seevögeln, wie dem Pelikan mit seiner beachtlichen Flügelspannweite, die in den fischreichen Gewässern des Rio Dulce und des Izabal-Sees nach ihrem Mittagessen Ausschau halten. Über Mittagessen freuen sich nicht nur die Vögel – auch die Quiche-Mayas, die sich in dieser Region Guatemalas niedergelassen haben, können beim Fischfang in ihren Einbäumen oder vor ihren Hütten am Flussufer beobachtet werden.

Auch unter Wasser herrscht reges Treiben. Neben der Vielzahl an Fischen nutzen die Karibik-Seekühe den Rio Dulce als Verkehrsweg zwischen dem Izabal-See und dem karibischen Meer. Diese vom Aussterben bedrohten Tiere können bis zu eine Tonne wiegen und sind die größten Säugetiere Guatemalas.

Am Izabal-See angekommen kann man den See auf seine bevorzugte Art genießen. Baden, Schwimmen, Segeln oder eine Runde mit dem Boot drehen – alles ist möglich. Nur nicht zu sehr von der Schönheit des Sees ablenken lassen, auch am Ufer gibt es einiges zu entdecken. Schmetterlinge flattern durch die Lüfte, Reptilien huschen durch das Dickicht und Blattschneidameisen können beim Bau ihrer Kolonien beobachtet werden.

Der Schatz der Maya

Lange Zeit wurde der Izabal-See von Schatzsuchern heimgesucht. Nach der Entzifferung des Dresdner Maya-Codex will ein Mathematiker auf eine unglaubliche Information gestoßen sein. Angeblich befand sich hier einst vor langer Zeit die Maya-Hauptstadt Atlan, bevor sie 666 vor Christus im Izabal-See versunken ist – und mit ihr 2156 Tafeln aus purem Gold mit einem Gesamtwert von 211 Millionen Euro. Viele Wissenschaftler und auch Privatpersonen versuchten der Tiefe des Sees den 8 Tonnen schweren Goldschatz zu entreißen, doch bis heute wurde er nicht gehoben.