Atitlán See, Guatemala

Blick auf den Atitlán See in der Provinz Sololá im westlichen Hochland von Guatemala  - © VanHart / Shutterstock
© VanHart / Shutterstock

Der Atitlán See liegt im westlichen Hochland Guatemalas und zählt zu den schönsten Seen der Welt. Umrahmt von drei an die 3.000 Meter hohen Vulkankegeln bietet er neben dem atemberaubenden Panorama auch eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Der Atitlán See liegt in der Provinz Sololá im westlichen Hochland von Guatemala auf über 1500 Meter Seehöhe und ist der drittgrößte Süßwassersee des Landes. Viele bezeichnen ihn aufgrund seiner traumhaften Lage zwischen drei an die 3.000 Meter hohen Vulkankegeln Tolimán, Atitlán und San Pedro als einen der schönsten Seen der Welt.

Der Atitlán See umfasst eine Fläche von knapp 130km² und erstreckt sich von Ost nach West über die enorme Länge von 18 Kilometern. Vor etwa 85.000 Jahren entstand an seiner Stelle nach einem enormen Ausbruch ein Vulkankrater, der sich über die Jahrtausende mit Wasser füllte und so den über 300 Meter tiefen Kratersee entstehen ließ.

Sonnenuntergang am Atitlán See in 1.500 Meter Seehöhe in Guatemala  - © Sam Chadwick / Shutterstock
© Sam Chadwick / Shutterstock

Als beliebtes Ausflugsziel werden seine Ufer von kleinen Dörfern und Hotels gesäumt. Die größte Siedlung davon ist Panajachel, die aufgrund ihrer Beliebtheit bei Reisenden aus aller Welt auch scherzhaft „Gringotenango” genannt wird. Die meisten Bewohner der Siedlungen am See sind Maya oder deren Untergruppen, die bis heute ihre religiösen Riten erhalten haben und sozusagen in Symbiose mit einigen christlichen Traditionen aus der Kolonialzeit leben. Die Haupteinnahmequelle der Atitlán-Bewohner sind die Touristen, die von der traumhaften Schönheit des Sees angezogen werden. Besucher sind vor allem von der Handwerkskunst der Maya begeistert, Töpfer- oder Malereiwaren werden hier angeboten.

Atemberaubendes Panorama

Der riesige See ist oft von Nebelschwaden bedeckt und verstrahlt eine mystische Aura. Tauchen im Hintergrund noch die Gipfel der Vulkane aus dem Nebelmeer ist die fantastische Stimmung perfekt. Der immer wieder aufkommende Wind, Xocomil genannt, fegt dazu in starken Böen über die Wasseroberfläche. Der Legende nach soll er einst ein unglücklicher Prinz gewesen sein, der auf der Suche nach seiner ertrunkenen Geliebten ist.

Hin und wieder sieht man sogar den einen oder anderen Puma auf leisen Pfoten durch die Bäume huschen. Einige Exemplare der seltenen Großkatze haben hier ihren Rückzugsort gefunden. Man darf hoffen, dass der Puma nicht das gleiche Schicksal wie der bereits ausgestorbene Atitlán-Taucher erleidet.

Boot am am Atitlán See, dem drittgrößten Süßwassersee von Guatemala - © Kyra Pfetzing / Shutterstock
© Kyra Pfetzing / Shutterstock

Um die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt rund um den Atitlán-See zu schützen, wurde die Region um den See 1955 zum Naturpark erklärt. Die Vegetation um den See besteht aus saftig grünen Mischwäldern, märchenhaften Eichenwäldern und duftenden Nadelwäldern. Insgesamt wurden knapp 800 verschiedene Pflanzenarten katalogisiert, von denen über 60 nur am Atitlan-See vorkommen. Die gleiche Vielfalt existiert auch in der Tierwelt. Über 100 verschiedene Reptilien bevölkern die Ufer des Sees, hier einzigartig sind zum Beispiel der Malachit-Stachelleguan oder der Pilzzungen-Salamander. Über 200 Vogelarten bewohnen die Baumwipfel der Mischwälder, darunter 12, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Und auch die Säugetiere kommen nicht zu kurz. Knapp 150 Arten leben am Atitlán-See, darunter der Geoffrey-Klammeraffe und der Baumbewohnende Ameisenbär.