Ruinen von Joya de Cerén, El Salvador

Die Ruinen von Cerén in El Salvador stellen im Gegensatz zu den meisten Maya-Stätten keine Tempel, sondern ein gewöhnliches Dorf dar - © Brandon Bourdages / Shutterstock
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Die Ruinen von Joya de Cerén liegen im mittelamerikanischen El Salvador nahe San Juan Opico. Ihre hohe Bedeutung liegt in der Konservierung eines gewöhnlichen Maya-Bauerndorfes durch Vulkanasche, unter der sich neben Gebäuden auch Möbel, Haushaltsgegenstände und sogar Speisereste finden ließen.

Die Maya-Ruinen von Joya de Cerén liegen im mittelamerikanischen El Salvador nahe San Juan Opico. Das „Juwel von Cerén” unterscheidet sich von anderen Ausgrabungsstätten der Maya dahingehend, dass es nicht ein weitläufiger Komplex aus Tempeln und anderen monumentalen Bauwerken der Oberschicht darstellt, sondern ein ganz gewöhnliches Dorf der Maya, in dem das urtümliche Volke ihrem täglichen Leben nachging. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit und ihrem großen Wert für die Erforschung der Lebensweise der Maya wurden die Ruinen von Joya de Cerén 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Joya de Cerén – das “Amerikanische Pompeji”

Unter dicken Ascheschichten des Ilopango Vulkans, unter denen Joya de Cerén etwa 600 nach Christus verschwand, blieben die baulichen Strukturen der präkolumbianischen Siedlung erstaunlich gut erhalten. Und nicht nur das – durch die überstürzte Flucht vor dem Vulkanausbruch (Leichenüberreste wurden keine gefunden), ließen die Maya einen Großteil ihrer Habseligkeiten einfach stehen und liegen. Die zurückgelassenen Möbel, Gartengeräte, Vorratsbehälter, Haushaltsgegenstände, Küchenutensilien und sogar Speisereste wurden so zu wertvollen archäologischen Schätzen für die Nachwelt. Sogar einige Pflanzenreste wurden konserviert und so fanden die Forscher heraus, dass das Dorf wahrscheinlich hauptsächlich von Bauern bewohnt war, die Maniok, Mais, Guavenbäume und Kakao angebaut hatten.

Durch die Konservierung in der Vulkanasche und den Einblicken, die es in den Alltag der Maya gewährt, wird Joya von Cerén oft auch als das „amerikanische Pompeji” bezeichnet.

Entdeckt wurde Joya de Ceren durch Zufall erst 1.400 Jahren nach seinem Verschwinden in den 1970er Jahren durch einen Bulldozer, seither wurden unter der Leitung eines amerikanischen Professors für Anthropologie an die 70 Gebäude freigelegt, darunter Küchen, Vorratshütten, Wohn- bzw. Schlafhäuser, Werkstätten, ein religiöses Gebäude und eine Gemeinschaftssauna. Ob es ein eher kleines Dorf, eine größere Siedlung oder sogar eine Stadt war, kann erst festgestellt werden, wenn die Ausgrabungsarbeiten beendet sind.