Lubantuun und Nim Li Punit, Belize

In Lubantuun, einer Maya-Stätte auf Belize, soll angeblich der berühmte Mitchell-Hedges-Kristallschädel gefunden worden sein - © elnavegante / Shutterstock
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Lubantuun und Nim Li Punit im Süden Belizes sind die wichtigsten Maya-Stätten der Region. Erstere ist der angebliche Fundort des berühmten Mitchell-Hedges-Kristallschädels, Nim Li Punit ist bekannt durch seine riesenhaften gravierten Stein-Stelen.

Lubaantun liegt im Süden Belizes in der Provinz Toledo etwa 2km von der Siedlung San Pedro Columbia entfernt und 40km nördlich von Punta Gorda und ist sicherlich die bekannteste Maya-Stätte der Region.

Die um etwa 800 nach Christus errichtete Maya-Zeremonienstätte beeindruckt vor allem durch ihre ausgeklügelte Bauweise, die sie von anderen Maya-Ruinen unterscheidet. Die Kalksteine der Gebäude von Lubaantun wurden so exakt bearbeitet, dass sie ohne die Verwendung von Mörtel aufeinander gesetzt wurden. Ebenfalls Maya-unüblich sind die abgerundeten Ecken der Mauern. Einige der Gebäude sind heute noch im Originalzustand und lassen darauf schließen, dass neben Zeremonien und Festen auch Ballspiele in Lubaantun abgehalten wurden. Andere mussten natürlich der Witterung nachgeben und rutschten auseinander, daher auch der bezeichnende Maya-Name Lubaantun – „Ort der gefallenen Steine”.

Der Kristallschädel von Lubantuun

In Lubantuun, einer Maya-Stätte auf Belize, soll angeblich der berühmte Mitchell-Hedges-Kristallschädel gefunden worden sein - © elnavegante / Shutterstock
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Der zweite Grund für die Bekanntheit von Lubaantun ist der Fund des berühmten Mitchell-Hedges-Kristallschädels, ein perfekt bearbeiteter lebensgroßer menschlicher Schädel aus Bergkristall mit einem Gewicht von über 5kg, über dessen Entstehung sich die Wissenschaftler bis heute nicht restlos einig sind. Angeblich wurde er 1924 von Anna Mitchell-Hedges an ihrem 17. Geburtstag unter einem Altar in Lubaantun gefunden, als sie ihren Vater, den Archäologen Frederick Albert Mitchell-Hedges auf seiner Suche nach dem mythischen Atlantis begleitete. Der Schädel ist allerdings so perfekt, dass das Gerücht aufkam, es handle sich um eine maschinell hergestellt Fälschung, die Mitchell-Hedges in Wahrheit ersteigert hätte. Die manuelle Politur des Kristallschädels ohne übernatürliche Kräfte oder heute nicht mehr bekannte Bearbeitungsmethoden von Kristall hätte angeblich 1600 Jahre gedauert. Anna Mitchell-Hedges starb 2007 im Alter von 100 Jahren und der mysteriöse Kristallschädel ist heute im Besitz von Bill Hullman, der mit dem Schädel unter dem Namen „Skull of Love” durch Amerika und Europa „tourt”.

Nim Li Punit

Nicht weit von Lubaantun entfernt, nahe Indian Creek, befindet sich eine weitere viel besuchte Maya-Stätte, die im 5. Jahrhundert nach Christus errichtet wurde. Nim Li Punit ist bekannt durch seine beeindruckenden gravierten Steinpfeiler, 26 an der Zahl, die über Leben, Politik und Religion der Mayas. Die Unvollendung einiger Pfeiler lässt auch ein plötzliches Verlassen der Siedlung schließen. Die Stele Nummer 14 ist mit einer Höhe von knapp 10 Meter die höchste von den Maya geschaffene Skulptur. Da sie in einem Stück gefunden wurde, gehen Forscher davon aus, dass sie entweder nie aufgestellt oder absichtlich wieder umgelegt wurde.

Der Name Nim Li Punits stammt von der Stele Nummer 26, die einen Maya-König darstellt und bedeutet so viel wie „Großer Hut”.

An beiden Maya-Stätten stellen Visitor Center zusätzliche Infos bereit und kleinere Fundstücke der Ausgrabungsstätte aus.