Belize Barriere-Riff, Belize

Korallen im Belize Barriere Riff, Belize - © Sharon K. Andrews / Shutterstock
© Sharon K. Andrews / Shutterstock

Das Barriere-Riff vor der Ostküste Belizes ist das einzige Riff in dieser Größenordnung in der westlichen Hemisphäre und das zweitgrößte Riff weltweit. Seine Korallenwelt bietet über 250 Pflanzen- und etwa 500 Meerestierarten Unterschlupf.

Das Barriere-Riff vor der Ostküste von Belize, dem kleinen Land in der Karibik südlich der mexikanischen Halbinsel Yucatan, ist nach dem Great Barriere Reef Australiens das größte Barriere-Riff der Welt. Belize verdankt ihm buchstäblich seine Existenz, denn ohne die natürliche Barriere aus Korallen und Felsen würde das Meer den Strand von Belize nach und nach einfach wegspülen. Darüber hinaus ist das Riff natürlich auch durch den regen Tourismus eine bedeutende Einnahmequelle.

Unglaubliche Dimensionen

Belizes Barriere-Riff zieht sich über eine unglaubliche Länge von mehr als 250km von der mexikanischen Yucatan-Halbinsel bis zur Nordküste von Honduras. Im Riff sind etwa 250 Pflanzenarten, an die 500 verschiedenen Arten von Fischarten und über 100 Korallenarten heimisch. Darüber hinaus leben Unmengen an Schwämmen und Krustentieren im Riff. Ein wahrhaftes Paradies für Schnorchler und Taucher und nicht zuletzt auch für den Fischfang. Auch einige gefährdete Arten beherbergt das Riff, wie zum Beispiel die Westindische Seekuh, die Grüne Schildkröte und das Amerikanische Krokodil und einige Vogelarten. Das Riff erst zu 10% intensiv erforscht, wer weiß, welche Spezies sich hier noch angesiedelt haben. Außerhalb der Barriere befinden sich noch drei weitere Atolle: Turneffe Islands, Glover’s Reef und Lighthouse Reef, eines der schönste Tauchparadiese der Karibik.

Taucher im Belize Barriere Riff, Belize - © Luiz A. Rocha / Shutterstock
© Luiz A. Rocha / Shutterstock

Das in der westlichen Hemisphäre einmalige Unterwasserparadies ermöglicht atemberaubende Tauchgänge jeder Schwierigkeitsstufe. Von Oberflächen-Schnorcheln an der Küste entlang bis hin zu spektakulären Scuba-Diving-Abenteuern zwischen den Riffen, an Wänden hinab, durch wahre Labyrinthe von Höhlen und Schluchten hindurch hält das Barriere-Riff von Belize alle Alternativen bereit. Der wohl eindrucksvollste Tauchgang ist sicherlich im Great Blue Hole des Lighthouse Reef zu absolvieren. Das kolossale tiefblaue kreisrunde Loch mitten im türkisblauen Wasser der Karibik ist auch vom Flugzeug aus nicht zu übersehen. Entstanden ist es vor rund 10.000 Jahren durch den Einsturz einer Unterwasserhöhle, der einen über 300 Meter breiten Krater hinterließ. Der 124 Meter tiefe Schlund wurde vor allem durch die Forschungsarbeiten des Unterwasser-Filmers Jaques-Yves Cousteau weltweit bekannt. Er fand als erster heraus, dass das Great Blue Hole einst eine Kalksteinhöhle war, deren mystische Stalagmiten und Stalaktiten immer noch in den Lichtkegeln der Unterwasserscheinwerfer auftauchen.

Fisch im Belize Barriere Riff, Belize - © Sharon K. Andrews / Shutterstock
© Sharon K. Andrews / Shutterstock

“Cayes” – Inselwelt am Riff

Entlang des Riffs ragen immer wieder kleine Inseln aus dem Wasser, die so genannten „Cayes”, an die 450 an der Zahl. Die Hauptorte für die Tauchszene liegen auf Ambergris Caye, auf Caye Caulker und in Placencia, wo der stressgeplagte Tourist himmlische Ruhe an unberührten Stränden findet. Die Fischgründe der Cayes wurden bereits 2500 vor Christus genutzt, um 900 bis 300 vor Christus errichteten die Mayas auf den Inselchen Handelshäfen, Grabstätten und Zeremonienplätze. Im frühen 17. Jahrhundert waren die Cayes von Piraten besiedelt, die von dort aus spanische und französische Handelsschiffe überfielen und plünderten. Einige der Piraten setzten sich auf den Cayes anschließend als Fischer oder Plantagenbesitzer zur Ruhe. Heute ziehen die Cayes aufgrund ihrer Schönheit auch Mexikaner und Nordamerikaner an, die dort in absoluter landschaftlicher Idylle ihren Hauptwohnsitz errichten.

Nationalparks am Belize Barriere Riff

Große Teile des Barriere-Riffs von Belize stehen unter Naturschutz. Zwei Nationalparks mit einer Gesamtfläche von etwa 15.000 Hektar, der Bacalar Chico Nationalpark und der Laughing Bird Caye Nationalpark wurden im Jahr 1996 in die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen. Ebenso die Naturreservate South Water Caye, Glovers Reef und Sapodilla Cayes. Die beiden Naturdenkmäler Half Moon Caye und das spektakuläre Great Blue Hole zählen ebenfalls zum Welterbe der UNESCO. Das gesamte geschützte Gebiet umfasst eine Fläche von etwa 960km².
Das Belize Barriere-Riff in Gefahr

Das Barriere-Riff erhielt darüber hinaus noch eine weitere eher traurige Auszeichnung: Durch die Abholzung der Mangrovenwälder und der durch Temperaturschwankungen verursachten Korallenbleiche ist das Riff auch auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes der UNESCO zu finden. Die fortschreitende Verschmutzung der Meere, jährliche Hurrikans, illegale Fischerei und die globale Erwärmung tragen leider nicht gerade zu seiner Erholung bei. Wer weiß, wie lange man die prachtvolle Unterwasserwelt noch hautnah erleben kann.