Oasenstadt Al Ain in Abu Dhabi, VAE

Das Al Jahili Fort in Al Ain, Abu Dhabi, wird durch ein gewaltiges Eingangstor betreten, welches die 6m hohe Festungsmauer durchbricht, VAE - © Leonid Andronov / Shutterstock
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Das bereits vor tausenden von Jahren besiedelte Oasengebiet Al Ain im Osten von Abu Dhabi vermittelt neben modernen Gebäuden und Gärten auch das Leben in den Emiraten vor dem Öl-Boom.

Al Ain ist nach Abu Dhabi Stadt die zweitgrößte Siedlung des Emirats Abu Dhabi. Die auch als Garden City bekannte Oasensiedlung ist aufgrund ihrer grünen Idylle und interessanten archäologischen Funden auch für den Dubai-Urlaub ein beliebtes Ausflugsziel. Auch die Herrscherfamilie der Vereinigten Arabischen Emirate hält sich gerne hier auf, denn sowohl der amtierende Präsident, Sheikh Khalifa, als auch sein Vater sind hier geboren.

BILDER: Oasenstadt Al Ain

 

Die Temperaturen in Al Ain sind – mitten in der Wüste – höher als an der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate, aufgrund der niedrigeren Luftfeuchtigkeit jedoch erträglich. Seit jeher war Al Ain ein wichtiger Zwischenstopp für die Handelskarawanen zwischen Indien, Persien und dem Mittelmeerraum. Der modernen Entwicklung hat sich Al Ain schon länger verschrieben – 1977 wurde hier die erste Universität der VAE gegründet.

Die Sanddünen und Gärten bilden dank gut erreichbarem Grundwasser die fruchtbarste Region von Abu Dhabi. Vor allem für seine vorzüglichen Datteln ist Al Ain bekannt, es werden in der landwirtschaftlichen Hochburg Abu Dhabis aber auch Getreide, Obst und Gemüse angebaut. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden die Gärten und Felder noch mit den traditionellen Falaj-Kanälen bewässert, die bereits vor rund 3.000 Jahren in Verwendung waren.

Neben der Al Jahili Festung in Al Ain, Abu Dhabi, breitet sich der Al Jahili Park aus, der auch als Frauenpark bekannt ist, VAE - © Leonid Andronov / Shutterstock
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Anreise nach Al Ain

Al Ain, wörtlich übersetzt „Frühling“, liegt 160km von der Hauptstadt entfernt und damit auf der anderen Seite von Abu Dhabi. Am Fuß des Hadschar-Gebirges an der Grenze zum Oman breitet sich auf rund 30 Kilometern Länge ein idyllisches Oasengebiet aus. Dank gut ausgebauter Highways und den internationalen Flughafen ist das einstige Oasendorf heute ideal zu erreichen.

Sehenswürdigkeiten in Al Ain

Im überschaubaren Stadtzentrum von Al Ain fällt die Orientierung leicht. Große braune Schilder weisen die schönsten Sehenswürdigkeiten von Al Ain aus und die zahlreichen Kreisverkehre bilden mit ihren kunstvollen Skulpturen perfekte Anhaltspunkte.

Das einstige Oasendorf Al Ain ist zwischen den modernen Bauten und bekannten Hotelketten wie Mercure, Intercontinental und Hilton erst auf den zweiten Blick erkennbar. So zum Beispiel in der Al Ain Oase, einem idyllischen Park mitten im Stadtzentrum. Er beherbergt mit mehreren Museen und Festungen einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Al Ain.

Al Ain Oase

Mit einem Jahrtausende alten Bewässerungssystem vermittelt die Dattelpalmen-Oase Al Ain einen treffenden Eindruck des ursprünglichen Abu Dhabi, VAE - © Fedor Selivanov / Shutterstock
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Die riesige Oase im Zentrum von Al Ain vermittelt einen treffenden Eindruck des ursprünglichen Abu Dhabi vor dem Öl-Boom. Mit idyllischen Palmenhainen und einem Jahrtausende alten Bewässerungssystem, das zum Weltagrarerbe der UNESCO gehört, finden Besucher in der Al Ain Oase unter schattigen Dattelpalmen fernab vom Großstadt-Lärm himmlische Ruhe und Kühle.

Al Ain Palastmuseum

Die ehemalige Privatresidenz des Präsidenten der VAE in Al Ain liegt inmitten der berühmten Dattelpalmengärten der Al Ain Oase und fungiert heute als Palastmuseum. Der renovierte Qasr Al Ain zeigt mit seinen original möblierten Räumlichkeiten und idyllisch begrünten Innenhöfen das elegante Leben und Walten der einstigen Herrscherfamilie von Abu Dhabi.

Die Räumlichkeiten des Al Ain Palastmuseums in Abu Dhabi, VAE, sind alle im nahöstlichen Stil des frühen 20. Jahrhunderts möbliert - © Daniel Leppens / Shutterstock
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Nationalmuseum

Das Nationalmuseum von Al Ain ist das älteste Museum der Vereinigten Arabischen Emirate und informiert über das traditionelle Leben in Al Ain, als die Oasenstadt noch hauptsächlich von Bauern und Beduinen bevölkert war. Jahrtausende alte Artefakte, bronzezeitliche Fundstücke des Hili Archäologie-Parks und Fotos dokumentieren die Entwicklung der Region von der Steinzeit bis in die Moderne.

Sultan bin Zayed Fort (Al-Sharqi Fort)

Das „Östliche Fort“ im Osten der Al Ain Oase wurde 1910 vom Vater von Shaikh Zayed als sein Herrschersitz errichtet. Die renovierte Festung präsentiert hinter einem eindrucksvollen, von Kanonen flankierten Eingangstor das Leben in Al Ain in den 1950er und 1960er-Jahren.

Aussichtspunkt Al Nagfa

Gegenüber dem Sport-Stadion im Süden der Al Ain Oase liegt der Aussichtsberg Al Nagfa, der einen traumhaften Rundblick über Al Ain bietet. Die wahre Größe des Palmengartens wird von hier aus erst richtig sichtbar. Der Aufstieg auf den Berg erfolgt über die Khalid bin Sultan Straße, auf seinem Gipfel befinden sich außerdem ein Wasserpfeifen-Café und ein Fast-Food-Restaurant.

Al Jahili Fort und Park

Das eindrucksvolle Al Jahili Fort im Herzen von Al Ain, Abu Dhabi, zählt zu den größten und schönsten Befestigungsanlagen der Vereinigten Arabischen Emirate - © Leonid Andronov / Shutterstock
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Das eindrucksvolle Al Jahili Fort im Herzen von Al Ain zählt zu den größten und schönsten Befestigungsanlagen der Vereinigten Arabischen Emirate. Die 1891 unter Sheikh Zayed bin Khalifa errichtete Festung ist heute sorgfältig renoviert und kann als Museum besichtigt werden. Gleich daneben liegt der Al Jahili Park, dessen idyllische Spazierwege, Teiche und Schattenplätze jedoch Frauen und Kindern vorbehalten sind.

Souqs von Al Ain

Im Gegensatz zu den quirligen Märkten in Dubai wirken die Souqs von Al Ain nahezu verschlafen. Touristen sind kaum unterwegs und wenn, werden sie zielsicher von teils aufdringlichen Händlern angesteuert. Die interessantesten Souqs von Al Ain sind der Al Ain Souq (auch alter Souq genannt), der Al Bawadi Souq und der Al Zafarana Souq.

Überall gibt es traditionelles Flair und typisch arabische Waren, darunter Kaffeekannen, Gewürze, Räucherwerk und traditionelle Kleidung. Auf dem Camel Souq in der Meyzad Road wird mit Kamelen gehandelt, übrigens der einzige Souq, für den Eintritt bezahlt werden muss.

Tipp: Alleinreisenden Frauen ist am Kamelmarkt Vorsicht geboten, manche Reisende berichten von sehr aufdringlichen Händlern!

Zoo von Al Ain

Der Tiergarten von Al Ain liegt an der Nahyan al-Awwal Straße im Südwesten des Stadtzentrums und ist der größte Zoo der Vereinigten Arabischen Emirate. Rund 180 Arten bilden ein tierisches Sammelsurium, das im Mittleren Osten seinesgleichen sucht. Neben Raubkatzen und Affen, Fischen und Pinguinen widmet sich der Zoo von Al Ain auch Zucht und Schutz bedrohter Arten, allen voran der majestätischen Oryx-Antilope und dem Weißen Löwen.

Paradise Gardens

In den Paradise Gardens von Al Ain, Abu Dhabi, formen rund 10 Millionen Blütenpflanzen Pyramiden, Herzen und geometrische Muster, VAE - © Ritu Manoj Jethani / Shutterstock
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Ebenfalls an der Nahyan al-Awwal Straße liegt mit den Paradise Gardens eine Blütenpracht der Extraklasse, die kostenlos besichtigt werden kann. Ähnlich wie in den Miracle Gardens in Dubai formen hier rund 10 Millionen Blütenpflanzen Pyramiden, Herzen und geometrische Muster. Die weltweit höchste Anzahl an hängenden Blumentöpfen hat den Paradise Gardens von Al Ain sogar einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde beschert.

Al Hili Archäologie-Park

Im Hili Archäologie-Park 12km nördlich von Al Ain führen schattige Spazierwege auf einer Fläche von über 10 Hektar durch zahlreiche Ruinen aus der Bronze- und Eisenzeit. Archäologische Fundstücke und Überreste von Wohnhäusern, Türmen und rund 600 Gräbern lieferten den Wissenschaftlern wertvolle Informationen über Lebensweise, Kultur und Technik der Umm al-Nar Kultur im 3. Jahrtausend vor Christus.

Jebel Hafeet

Der 1240m hohe Jebel Hafeet ist ein Ausläufer des Hadschar-Gebirges, das sich bis über die Grenze in den Oman erstreckt. An seinem Fuß wurden hunderte Gräber gefunden, von denen die ältesten aus dem 4. Jahrtausend vor Christus stammen.

Schon die rund 20 Kilometer lange Anfahrt vom Stadtzentrum von Al Ain ist mit ihren steilen Serpentinen und überwältigenden Ausblicken ein unvergessliches Erlebnis. Auf seinem Gipfel befindet sich – in einem ehemaligen Gästehaus von Sheikh Zayed bin Khalifa – ein 5-Sterne-Mercure-Hotel, das vor allem bei klarem Wetter einen ebenfalls spektakulären Panoramablick über die schroffen Felsen des Hadschar-Gebirges bietet.

Green Mubazzarah

Am Fuß des Jebel Hafeet liegt die malerische Oase Green Mubazzarah. Mitten in der Wüste fühlt sich der Besucher von ihren heißen Quellen, Bachläufen und Wasserfällen in eine andere Welt versetzt. Die Thermalbecken, Picknick-Plätze und idyllischen Gästehäuser locken vor allem abends und an den Wochenenden zahlreiche Gäste an. Kinder vergnügen sich auf den Spielplätzen und auf der Sommerrodelbahn und für das leibliche Wohl sorgen mehrere kleine Restaurants, Cafeterias und Mini-Märkte.