Al Ain Oase in Al Ain, Abu Dhabi, VAE

Mit einem Jahrtausende alten Bewässerungssystem vermittelt die Dattelpalmen-Oase Al Ain einen treffenden Eindruck des ursprünglichen Abu Dhabi, VAE - © Fedor Selivanov / Shutterstock
© Fedor Selivanov / Shutterstock

Mit idyllischen Palmenhainen und einem Jahrtausende alten Bewässerungssystem, das zum Weltagrarerbe der UNESCO gehört, vermittelt die Al Ain Oase im Herzen der Stadt einen treffenden Eindruck des ursprünglichen Abu Dhabi vor dem Öl-Boom.

Vogelgezwitscher und rauschende Palmwedel bilden die Geräuschkulisse in der Al Ain Oase mitten im Stadtlärm von Al Ain. Auf den labyrinthartigen Spazierpfaden unter den Dattelpalmen herrscht angenehme Kühle, der kostenlose Besuch des Palmengartens ist aber nicht nur zu empfehlen, um der Hitze zu entfliehen.

Jahrtausende alte Landwirtschafts-Technik

Der 1200 Hektar große Palmengarten wird heute noch bewirtschaftet und offenbart hinter Mauern die ausgeklügelte Bewässerungs- und Bepflanzungstechnik, die die Oasenstadt Al Ain seit 3000 Jahren landwirtschaftlich so erfolgreich macht.

Ganz unten wachsen Gemüse und Futtermittel, eine Etage höher gedeihen Bananen- und Orangenbäume und die dritte Stufe nehmen die mächtigen Dattelpalmen ein, die mit ihren ausladenden Wedeln die niedrigeren Gewächse vor der sengenden Sonne schützen. 100 verschiedene Arten von Dattelpalmen gedeihen in der Al Ain Oase, die als bedeutendes Beispiel für Biodiversität und frühe Landwirtschaft 2011 als Agrarerbe auf die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde.

Die Bewässerung erfolgt mit Hilfe der so genannten Falaj-Kanäle, die in regelmäßigen Abständen mit Grundwasser oder Wasser aus saisonalen Flüssen geflutet werden. Wie in der archäologischen Stätte von Hili ersichtlich, wurde dieses System schon vor rund 3000 Jahren eingesetzt. Damals liefen diese Kanäle oft über viele Kilometer, um aus unterirdischen Wasserspeichern das notwendige Gefälle zu schaffen.

Heute wird die Bewässerung der knapp 150.000 Dattelpalmen zum Großteil von vor Ort gegrabenen Brunnen und Elektropumpen übernommen. Dennoch vermittelt die Al Ain Oase einen treffenden Eindruck des ursprünglichen Abu Dhabi vor dem Öl-Boom.

Sehenswürdigkeiten in der Al Ain Oase

Neben der faszinierenden Landwirtschafts-Technik und dem Schatten der Bäume sind im und um den Palmengarten auch noch weitere Highlights der Oasenstadt zu finden. Die acht Eingänge der Al Ain Oase und die gepflasterten Wege führen zu zwei Museen, einer Festung und dem Tiermarkt. Außerdem stößt man zwischen den Palmen teils unvermutet auf das Oasis Restaurant, ein Wasserpfeifen-Café, das Stadion von Al Ain oder einer der drei kleinen Moscheen.

Al Ain Palastmuseum

Am westlichen Eingang zur Al Ain Oase liegt das Al Ain Palastmuseum, dessen Innenhöfe ebenfalls über herrliche Gartenanlagen verfügen. Einst war der Qasr Al Ain die Privatresidenz des Präsidenten der VAE. Heute zeigt er mit seinen original möblierten Räumlichkeiten und idyllisch begrünten Innenhöfen das elegante Leben und Walten der Herrscherfamilie von damals.

Die einstige Privatresidenz des Präsidenten der VAE zeigt heute als Al Ain Palastmuseum das Leben und Walten der einstigen Herrscherfamilie von Abu Dhabi - © Lukas Holub / Shutterstock
© Lukas Holub / Shutterstock

Nationalmuseum von Al Ain

Auf der Ostseite des Palmengartens liegt das Nationalmuseum von Al Ain, das älteste Museum der Vereinigten Arabischen Emirate. Es wurde am 2. November 1971 von Sheikh Tahnoun bin Mohammed Al Nahyan eröffnet. Die ethnologische und archäologische Ausstellung informieren über das traditionelle Leben in Al Ain, als die Oasenstadt noch hauptsächlich von Bauern und Beduinen bevölkert war.

Die ältesten Artefakte sind 7000 Jahre alt und beweisen, dass die Region bereits in der Steinzeit besiedelt war. Auch von den bronzezeitlichen Gräbern des Hili Archäologie-Parks sind einige Funde ausgestellt. Fotos dokumentieren die Entwicklung von Al Ain zur modernen Stadt von heute. Ebenfalls interessant sind die ausgestellten Geschenke an den Sheikh Zayed, die der Staatsgründer von diversen Regierungsbesuchen erhalten hat.

Sultan bin Zayed Fort (Al-Sharqi Fort)

Auch die Lehmfestung von Sheikh Zayed bin Sultan al Nahyan neben dem Nationalmuseum ist für Besucher zugänglich. Das „östliche Fort“ (al-Shaqi-Fort) wurde 1910 vom Vater von Shaikh Zayed als sein Herrschersitz errichtet. Die renovierte Festung präsentiert hinter einem eindrucksvollen, von Kanonen flankierten Eingangstor das Leben in Al Ain in den 1950er und 1960er-Jahren.

Tiermarkt

Der Tiermarkt von Al Ain ist noch sehr ursprünglich und sein grober Charme kaum mit den touristischen Souqs in Abu Dhabi oder Dubai zu vergleichen. Unter den Blechdächern der Stände werden vor allem Ziegen, Schafe und Kühe bzw. deren Futtermittel gehandelt – und das lautstark und alles andere als zimperlich.