Ausgrabungsstätte von Troja, Türkei

Ruinen der Ausgrabungsstätte Troja die ca. 35 km südlich des heutigen Çanakkale liegt, Türkei - © turkishblue / Shutterstock
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Der umstrittene Schauplatz des Trojanischen Krieges aus Homers „Iliad“ liegt an der Westküste der Türkei etwas südlich von Çanakkale. Neben den zu besichtigenden Ausgrabungsresten ist vor allem der Mythos um Troja und seine Helden ein Anziehungspunkt für Besucher.

Troja, bzw. dessen Ausgrabungsstätte, liegt ca. 35 km südlich des heutigen Çanakkale und knapp 300km nördlich von Izmir. Spätestens seit dem monumentalen Hollywood-Film „Troja” kennen auch literarisch Nicht-Interessierte die Geschichte um Paris, Hektor, Achilles und den Fall der sagenumwobenen Stadt des Königs Priamos.

Troja befand sich in der heutigen Landschaft Troas im westlichen Teil der Türkei auf dem damals genannten Hügel Iliumn (heute „Hisarlik”). Die Hafenstadt wurde in der späten Bronzezeit vor allem benutzt, um auf günstige Winde zu warten. Die Stadt kontrollierte den Zugang zum Schwarzen Meer und erlangte so Bedeutung und Reichtum.

Die für damalige Verhältnisse weltweite Berühmtheit erlangt die Stadt jedoch durch die Erzählungen des sagenhaften Trojanischen Krieges. Homer, der erste Dichter des Abendlandes schuf mit seinem literarischem Werk „Ilias” den Mythos um Troja. Bis in die Spätantike wurde er Schauplatz der griechischen und trojanischen Helden hoch verehrt, erst mit Einzug des Christentums im Mittelalter geriet er langsam in Vergessenheit.

Debatte um Troja

Die Bedeutung des antiken Troja ist bis heute eines der umstrittensten Themen der Archäologen. In der „Troja-Debatte” diskutieren die Kontrahenten öffentlich und mit medialer Aufmerksamkeit über die tatsächlichen Sachverhalte.

Das erste Mal wurde der Siedlungshügel Hiersalik (was übrigens soviel wie „mit einer Burg versehen” heißt) im frühen 19. Jahrhundert von einem schottischen Amateuergeologen öffentlich als Standort von Troja bezeichnete, was zu ersten Probegrabungen mit beeindruckenden Funden führte. Weitere Forschungen wurden jedoch nicht unterstützt. Erst ca. 40 Jahre später geriet der deutsche Archäologe Heinrich Schliemann durch Zufall an die Information und verkündete 1873, Troja gefunden zu haben – und damit den (ebenfalls umstrittenen) „Goldschatz des Priamos”, der ihm den eigentlichen Ruhm einbrachte.

Der Trojanische Krieg ist dennoch immer noch umstritten. Kämpfe gab es ohne Zweifel, doch wie jede Heldensage kann auch die „Ilias” wohl nicht als historisches Werk bezeichnet werden. Ob nun Homers Troja oder nicht – die Ausgrabungsstätte ist auf jeden Fall ein Ort von historischer Bedeutung, was ihm 1998 eine Aufnahme auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes bescherte.

Auch wenn von der historischen Stadt außer einigen Ausgrabungsresten von Grundmauern, Säulen und Amphitheatern nicht mehr viel übrig ist, den Boden zu betreten, auf dem die großen Helden der Antike ihr Blut gelassen haben sollen, ist für viele ein unvergessliches Erlebnis. Zahlreiche Besucher pilgern Jahr für Jahr zum vermeintlichen Schlachtfeld des Trojanischen Krieges.

Ob Legende oder nicht, der mythische Ort hat trotz allem etwas Heldenhaftes an sich. Zwischen den antiken Mauern leben Mythen wieder auf, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Detaillierte Geschichte über Fund und Ausgrabungen von Troja auf Wikipedia