Aphrodisias, Türkei

Ruine in der antiken Stadt Aphrodisias die ihren Namen von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe hat, Türkei - © roggui / Fotolia
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Die antike Stadt Aphrodisias verdankt ihrem Namen der hingebungsvollen Verehrung der griechischen Göttin Aphrodite. Aphrodisias ist bekannt für seine beeindruckenden bildhauerischen und architektonischen Kunstwerke, die bis heute erstaunlich gut erhalten sind, unter anderem das besterhaltene Stadion der Antike mit Sitzplätze für 30.000 Zuschauer.

Die antike Stadt Aphrodisias an der südlichen Agäis hat ihren Namen von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe. Ihre Entdeckung etwa 100km von Pamukkale entfernt gilt als die größte archäologische Sensation des späten 20. Jahrhunderts.

Zur Zeit ihrer Erbauung ca. 700 vor Christus siedelten die vom Tigris stammenden Assyrer in diesem Gebiet. Ihre Blütezeit verdankte sie dem Orakel von Delphi. Der damalige Herrscher Sulla erhielt ca. 200 vor Christus den Auftrag, die Göttin Aphrodite zu ehren. Seine erste Amtshandlung war daher die Umbenennung der Stadt von Ninoe auf Aphrodisias. Dies war nur der Anfang eines unvergleichlichen Aphrodite-Kults. Das Zentrum der Aphrodite-Verehrung ließ auch den Handel und die Wirtschaft aufblühen, der neue Reichtum ermöglichte den Fortschritt von Wissenschaft und Kunst. Vor allem die Bildhauerei erblühte durch die nahe gelegenen Steinbrüche. Mit Marmorstatuen aus Aphrodisias wurde bald das gesamte Römische Reich beliefert. Über lange Jahre hielten die Kunstwerke stand, die Bewohner von Aphrodisias wollten nicht den Zorn ihrer Göttin auf sich ziehen und verteidigten ihre Tempel bis aufs Blut. „Besiegt” wurde Aphrodite und ihre Stadt schließlich vom Christentum und Aphrodisias verlor mit dem Untergang des Römischen Reiches auch ihre Bedeutung. Die Tempel wurden mit Kirchen überbaut, unter deren Fundamenten man Jahrhunderte später die ursprünglichen Säulen fand.

Aphrodisias heute

Eine Vielzahl der damals entstandenen Meisterwerke der Architektur und Bildhauerei sind heute noch zu sehen. So zum Beispiel einige Säulen des Aphrodite-Tempels, ein das wahrscheinlich besterhaltene antike Stadion mit einem für damalige Zeiten unvorstellbaren Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauer inkl. Kaiserloge, das Theater, die Agora, der antike Versammlungsort, umrahmt von ehemaligen Bischofspalast aus blauem Marmor, antiken Badehäusern und den Ruinen der berühmten Bildhauerschule.

Auch aus der späteren Zeit gibt es eine Grabstätte. In einem bescheidenen Marmorgrab gleich neben dem imposanten Tetrapylon, ein Tor in mehreren Baustilen mit 4 Säulen auf jeder Seite, liegt Prof. Dr. Kenan Erim begraben, der sein halbes Leben der Ausgrabung von Aphrodisias gewidmet hatte. Unter anderem veranlasste er Anfang er 1960er Jahre die Umsiedlung der Wohnhäuser, die auf der Ausgrabungsstätte standen, um eine Grabung überhaupt erst zu ermöglichen. Heute untersteht die Leitung der Ausgrabungen der University of Oxford.

Relikte, die transportiert werden konnten, wurden im eigens dafür erbauten Aphrodisia-Museum untergebracht, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen. Unter den Schätzen befinden sich Denkmäler, Kaiserbüsten, Statuen und Reliefs.

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Aphrodisias (englisch)