Khasab – Musandam, Oman

Blick über die Festung Alkmazrh und die Moschee der Stadt Khasab auf der omanischen Exklave Musandam - © Joaoleitao CC BY-SA3.0/W
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Khasab ist die Hauptstadt der Halbinsel Musandam, einer Exklave Omans ganz am nördlichen Ende der arabischen Halbinsel. Mit Flughafen, Geschäften und Hotels ist die Stadt so etwas wie Musandams touristisches Zentrum.

Khasab heißt übersetzt etwa „der abgelegenste Hersteller“, was auf Khasabs entlegene Lage als Dattellieferant zurückgeht. Dattelhaine sind auch heute in Khasab noch allgegenwärtig und verleihen der Stadt eine angenehme grüne Note in der sonst kargen Gebirgswelt.

An drei Seiten von hohen Bergen begrenzt liegt Khasab an einer weiten, geschützten Bucht auf der Halbinsel Musandam. Direkt am Meer liegt das alte Viertel von Khasab, ab 1980 entstand das moderne Khasab mit Flughafen, Verwaltungsgebäuden, Schulen, Hotels, Autovermietungen, Einkaufszentren und einem Krankenhaus. Für Besucher die sehenswertesten Orte befinden sich im alten Khasab.

Festung Alkmazrh von Khasab

Die Festung von Alkmazrh liegt im Stadtinneren und scheint noch immer in Stammesbesitz zu sein. Von den jugendlichen Mitgliedern wird das Fort nach wie vor erhalten. Gleich daneben ragt das schlanke blau-weiße Minarett der Moschee von Khasab in den Himmel und bietet gemeinsam mit den Mauern der Festung einen malerischen Anblick.

Burg von Khasab

Im Norden der Altstadt von Khasab liegt die Festung der Stadt. Ihr genaues Errichtungsdatum ist unbekannt, aus historischen Dokumenten geht jedoch hervor, dass es von portugiesischen Soldaten bemannt war, die auf Musandam von 1515 bis 1622 an der Macht waren. Das heutige Fort wurde von den Omanis auf den Ruinen jener alten portugiesischen Festung errichtet.

Die Burg von Khasab auf der omanischen Exklave Musandam war im 17. Jahrhundert von Portugiesen bemannt und beherbergt heute ein sehenswertes Museum - © Joaoleitao CC BY-SA3.0/W
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Die rechteckige Festung ist mit drei eckigen Wohntürmen und einem Kanonenturm ausgestattet. Von letztem wurde noch bis ins späte 20. Jahrhundert das Ende des Ramadan mit einem Kanonenschuss verkündet. Bemerkenswert ist der Rundturm, der ungewöhnlicherweise mitten aus der Festung ragt. Dieser beherbergt ein Museum mit verschiedenen Handwerkskünsten und archäologischen Sammlungen, darunter ein interessantes Modell des „Bait Al Qafl“, „Haus mit Schloss“, eine ausgeklügelte Methode zur Diebstahl-sicheren Aufbewahrung von Vorräten, und die verschiedenen Stilarten der Boote Musandams. Die Wohntürme sind traditionell möbliert und seit 2002 ebenfalls zur Besichtigung freigegeben.

Corniche von Khasab

Die Hafenstraße von Khasab verbindet die Burg von Khasab mit dem Irani Souq und verströmt ein ganz besonderes Flair, den man von anderen arabischen Küstenstädten nicht gewohnt ist. Statt traditionellen Dhaus zischen moderne Fiberglasboote durch die Hafengewässer, statt Fischern findet man an der Küste iranische Geschäftsleute und statt Meerestieren werden an den Anlegestellen Ziegen und Schafe ausgeladen. Die Corniche von Khasab ist reger Umschlagplatz zwischen Musandam und dem Iran.

Nur etwa eineinhalb Stunden brauchen die flinken Schnellboote für die 70km zwischen Khasab und dem iranischen Bandar Abbas. Dazwischen liegt die Straße von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Die Ziegen, die im Iran unvergleichlich billiger sind, werden gegen elektronische Geräte – von Plasma-Fernsehern, über Mikrowellen bis hin zu Waschmaschinen – und (vor allem amerikanische) Zigaretten getauscht. All dies finden die Iranis am Souq von Khasab – daher auch der Name Irani-Souq. Nachdem sie von der omanischen Polizei nach Waffen durchsucht und mit einer Einkaufsgenehmigung ausgestattet wurden, schwärmen sie aus.

Nach getaner Arbeit werden die Schnellboote bis zum Anschlag beladen und flitzen zurück wo sie hergekommen sind – oftmals in Begleitung von Delfinen. Ab der iranischen Küste ist der Handel illegal, weshalb die Iranis meist in größeren Gruppen reisen. So können sie sich aufteilen und (zum Großteil) der Grenzkontrolle im Iran entkommen. Am Abend wird es in der Corniche von Khasab endlich wieder ruhig und beschaulich.

Souq von Khasab

Für Touristen ist der Souq von Khasab aufgrund seiner hauptsächlich iranischen Kundschaft weniger interessant. In erster Linie werden Dinge angeboten, die für den iranischen Import gedacht sind. So findet man hauptsächlich Dinge des täglichen Bedarfs oder billigen Ramsch. Nur wenige Händler verkaufen echte Souvenirs, wie zum Beispiel handgefertige Töpferware oder iranische Seidenstoffe. Die typischen langstieligen Äxte des Shihuh-Stammes findet man zwar auch noch hin und wieder, die Exemplare sind aber lange nicht mehr so schön geschmückt wie jene traditionellen, die man heute nur noch im Museum zu Gesicht bekommt.