Felsenstadt Petra, Jordanien

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Die gewaltige Felsenstadt Petra ist eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Versteckt in einem Talkessel haben die Nabatäer vor 2000 Jahren atemberaubende Grabtempel von monumentalen Ausmaßen aus dem roten Sandstein gehauen, der bis heute erhalten sind.

Die Felsenstadt Petra zählt zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten Jordaniens. Sie befindet sich im Südwesten Jordaniens, ziemlich genau zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Aqaba. Die gewaltigen Fassaden der monumentalen Tempel wurden direkt aus dem hellroten Sandstein gemeißelt und sind dadurch vor Erosion geschützt. 1985 wurde Petra zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt.

BILDER:  Felsenstadt Petra in Jordanien

 

Die Felsenstadt Petra hält eine atemberaubende Architektur, die jedem Besucher den Atem stocken lässt. Die direkt in den roten Sandstein gehauenen Bauten weisen neben nabatäischen auch ägyptische, römische und griechische Elemente auf, die die reichen Nabatäer von ihren Reisen mitbrachten. 800 Bauten und Opferplätze sind in und um Petra erhalten.

Tipp: Besuchen Sie Petra entweder am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag. Das sanfte Licht der tiefstehenden Sonne zaubert atemberaubende Farbspiele auf den roten Sandstein der uralten Stadt.

Innenansicht einer der 800 Bauten und Opferplätze in der Felsenstadt Petra, Jordanien - © flog / franks-travelbox
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Besuch der Felsnekropole Petra

Durch eine 80m tiefe Schlucht, die 1,2km lange Siq, erreicht man die beeindruckende Tempelanlage aus rotem Gestein, welches von weitem wie kostbarer Marmor aussieht. Hat man die letzte Biegung in dem engen Tal aus schroffen Felsen passiert, tut sich einem ein überwältigendes Tal auf, in dessen Mitte das gigantische Khazne al-Firaun, oder kurz “El Khazne”, thront.

Schatzhaus des Pharao in Petra

Die gewaltigen Fassaden der monumentalen Tempel in Petra wurden direkt aus dem hellroten Sandstein gemeißelt und sind dadurch vor Erosion geschützt, Jordanien - © flog / franks-travelbox
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Das „Schatzhaus des Pharao” ist ein monumentaler Grabtempel, knapp 40m hoch und 25m breit, dessen gewaltige Säulen an griechische Tempel erinnern. Hunderte weitere Gräber wurden in den Felsen geschlagen und mit aufwendigen Inschriften versehen.

Der versteckte Talkessel Petras musste erst künstlich mit Wasser versorgt werden, Überreste des ausgeklügelten Leitungssystems aus 200 Zisternen und oberirdisch verlegen Terrakottarohren, die das Trinkwasser in die Schlucht führten, sind heute noch zu sehen.

Römisches Theater, Gräber der Königswand, Felsentempel ad-Deir

Weitere berühmte Bauten sind das Römische Theater, das Platz für 3.000 Zuschauer bot, deren Sitzplätze direkt aus dem Fels geformt wurden, sowie die mystischen Gräber der Königswand. Zu ihrem Fuß verläuft die Säulenstraße, der Hauptverkehrsweg Petras, an dem immer noch einige Ruinen des einstigen Stadtzentrums vorhanden sind.

Fußboden-Mosaik in einer der noch vorhandenen Straßen Petras, Jordanien - © flog / franks-travelbox
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Außerhalb der eigentlichen Stadt befindet sich der eindrucksvolle Felsentempel ad-Deir, der über 800 aus dem Fels geschlagene Stufen erreicht werden kann. Im Gegensatz zu Petra ist er nicht versteckt sondern thront in gewaltigen Ausmaßen von knapp 40 mal 50 Metern auf einem Berg und zählt sicherlich zu den Hauptattraktionen Petras. Um in Petra jeden der spektakulären Bauten zu sehen, benötigt man wohl 4 oder 5 Tage.

Tipp: Bequeme Schuhe, Sonnenschutz und Trinkwasser sollten bei einem Ausflug nach Petra in jedem Fall mit dabei sein! Motorisierte Fahrzeuge sind in Petra verboten, müde Beinen können jedoch auf Eseln und Kamelen, oder in Pferdekutschen ausgerastet werden. Ist ein Transportmittel aus gesundheitlichen Gründen nötig, kann im Besucherzentrum am Eingang zum Siq eine Sondergenehmigung beantragt werden.

Geschichte von Petra

Die beeindruckenden Felsentempel stammen vom Volk der Nabtäer, die sich etwa 200 vor Christus im Süden Jordaniens ansiedelten. Archäologischen Befunden zufolge war Petra bereits 9000 vor Christus besiedelt. In der Antike fungierte die in einem Talkessel verborgene Felsnekropole als Hauptstadt der Nabatäer. Ihren großen Reichtum erlangten sie durch Wegzölle, die sie den Karawanen abverlangten, die auf der Weihrauchstraße, einer bedeutenden Handelsroute zwischen Asien und dem Mittelmeerraum, verkehrten.

Zwischen dem 5. vor und 3. Jahrhundert nach Christus war Petra außerdem eine bedeutender Umschlagplatz für Luxusgüter, die auf der ganzen Welt begehrt waren, wie Elfenbein aus Afrika, Seide aus China, Perlen aus dem Roten Meer und natürlich das Harz des Weihrauchbaums.

Das Ende der Blütezeit von Petra wurde Anfang des 2. Jahrhunderts nach Christus eingeleitet, als die Römer anfingen, den Schiffsverkehr auf dem Roten Meer und eigene Karawanenwege nördlich von Petra zu etablieren. Die wichtige Einkommensquelle für Petra aus Verkehr und Handel versiegte langsam, die Hauptstadt der Nabatäer wurde nach Bostra im heutigen Saudi-Arabien verlegt.

Im Jahr 106 wurden die Nabatäer vom römischen Kaiser Trajan unterworfen und in das Römisch Reich eingegliedert, wo Petra ihre Bedeutung als Handelsstadt immer mehr verlor. Nach zwei schweren Erdbeben und der Eroberung durch die Araber im 7. Jahrhundert verließen die Einwohner die Stadt, die daraufhin zu verfallen begann. Lediglich die direkt aus dem Berg herausgehauenen Grabtempel überstanden die Jahrhunderte.

In Europa existierte von Petra lediglich die Legende einer sagenumwobenen gewaltigen Felsenstadt im Nahen Osten, bis der Schweizer Jean Louis Burckhardt die verborgene Stadt entdeckte. Der britische Offizier Thomas Edward Lawrence beschrieb Petra als den „herrlichsten Ort der Welt”. Archäologische Ausgrabungen sowie die touristische Vermarktung der spektakulären Stadt begannen in den 1920er Jahren. Man vermutet, dass bis jetzt noch nicht einmal die Hälfte von der atemberaubenden Stadt freigelegt wurde.

Der Legende nach soll Petra der Ort gewesen sein, an dem Moses im Alten Testament mit einem Schlag seines Stockes Wasser aus einem Felsen sprudeln ließ, als er das Volk Israels aus der ägyptischen Gefangenschaft führte. Daher heißt das Gebiet um Petra Wadi Musa („Mosestal”).

Weiterführende Links:

Offizielle Website von Petra (englisch)