Maria Magdalenen Kirche in Jerusalem, Israel

Die Maria Magdalenen Kirche auf dem Ölberg ist weithin sichtbar und eines der wichtigsten Wahrzeichen Jerusalems, Israel  - © Aleksandar Todorovic / Fotolia
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Die Maria Magdalenen Kirche befindet sich auf dem Ölberg im Osten Jerusalems. Ihre goldenen Zwiebeltürme weisen darauf hin, dass sie von einem russischen Zar erbaut wurde. In ihrem reich geschmückten Inneren sind Ikonen und Gemälde der Maria Magdalena zu bestaunen.

Die Maria Magdalenen Kirche im Osten Jerusalems, der Hauptstadt Israels, befindet sich auf dem Ölberg in der Nähe des Garten Gethsemane. Ihre weithin sichtbare helle Fassade mit den goldenen Kuppeln ist weithin sichtbar und eines der wichtigsten Wahrzeichen Jerusalems. Maria Magdalena war eine der wichtigsten Anhänger Christi und laut dem Markusevangelium die erste, die Jesus Christus nach seiner Auferstehung zu Gesicht bekam.

Errichtet wurde die spektakuläre Kirche in den 1880er Jahren vom russischen Zar Alexander III zu Ehren seine Mutter Kaiserin Maria Alexandranova. Dementsprechend ist die Maria Magdalenen Kirche im traditionellen russischen Stil des 16. Und 17. Jahrhunderts erbaut. Die helle Kirche mit den Zeltdächern und den sieben vergoldeten Zwiebeltürmen ist vom Tempelberg aus gut zu ziehen. Mit ihren verwinkelten Treppenaufgängen und mehreren Ebenen wirkt sie wie ein Märchenschloss.

Umgeben wird die zauberhafte Maria Magdalenen Kirche von einer idyllischen Gartenanlage, in ihrem Inneren können orthodoxe Ikonen aus Bronze und weißem Marmor und Gemälde über das Leben der Maria Magdalena bestaunt werden.


Die Geschichte des roten Eis

Angeblich traf Maria Magdalena nach der Auferstehung Jesu bei einem Bankett auf den römischen Kaiser Tiberius, in ihrer Hand hielt sie ein weißes, hartgekochtes Ei. Als sie ihn sah rief sie: Christus ist auferstanden! Tiberius lachte nur und meinte, eher würde sich das Ei in ihrer Hand rot färben – was es im selben Moment auch tat. Seitdem ist es Brauch, zu Ostern Eier zu bemalen. Auf einem Gemälde in der Maria Magdalenen Kirche präsentiert Maria Magdalena dem Kaiser Tiberius ein rotes Ei, als Symbol des auferstandenen Christus.


 

In einem mit Schnitzereien geschmückten Holzschrein befindet sich eine Ikone der Heiligen Hodigithria, die aus dem Libanon stammt, wo sie im 16. Jahrhundert wie durch ein Wunder heil aus einer brennenden Kirche gerettet wurde. Seitdem hat sie schon für mehrere Menschen Wunder bewirkt, die zu ihren Füßen gebetet haben.

In der Krypta finden sich die sterblichen Überreste der Großgräfin Elizabeth Feodorovna, die Enkelin der englischen Queen Victoria, die in der Russischen Revolution von 1917 gemeinsam mit der Nonne Varvara Yakovleva als Märtyrerin starb. Ihre Nichte, Prinzessin Alice von Battenberg, ersuchte nach einem Besuch der Kirche in den 1930ern, nach ihrem Tod neben ihrer Tante bestattet zu werden. In Griechenland rettete sie zahlreiche Juden vor der Verfolgung durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg. 1988, fast 20 Jahre nach ihrem Tod im Buckingham Palace, wurden ihre Gebeine nach Jerusalem überstellt.

In der Maria Magdalenen Kirche beten heute jeden Tag die Nonnen des Maria Magdalenen Klosters. Sie sind vor allem für ihre Handarbeiten berühmt. Die handbemalten russischen Eier der Schwestern sind als Symbol des Lebens weltweit bekannt. In einem Gemälde in der Maria Magdalenen Kirche präsentiert Maria Magdalena dem römischen Kaiser Tiberius ein rotes Ei, als Symbol des auferstandenen Christus. Ebenso fertigen sie Gebetsbänder, Lesezeichen und Räucherwerke, sowie Ikonen zum Schmuck der Kirche und natürlich auch zum Verkauf an die Besucher.