Schrein des Imam Reza in Mashhad, Iran

Der Schrein des Imam Reza in Mashhad, der heiligsten Stadt des Iran, wird jährlich von 15-20 Millionen Pilgern und Touristen besucht - © Wayiran CC BY-SA3.0/Wiki
© Wayiran CC BY-SA3.0/Wiki

Der gewaltige Schrein des Imam Reza befindet sich in der iranischen Stadt Mashhad, der heiligsten Stadt des Iran. Über dem Grab des achten Imam wurde eines der weltweit größten Moscheegelände errichtet, welches sich zu wichtigsten Pilgerstätte des Landes entwickelt hat.

Der Schrein des Imam Reza befindet sich in der iranischen Stadt Mashhad, der heiligsten Stadt des Iran. Imam Reza, mit vollem Namen „Alī ‘ibn Mūsā ar-Riḍā” aber auch bekannt unter ʿAlī al-Riḍā, war der achte Imam der Zwölferschiiten. Das gewaltige Bauwerk ist nach der al-Haram-Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina die drittgrößte Moschee der Welt und gehört zu den wichtigsten Pilgerstätten im Iran.

Tipp: Frauen werden nur im Tschador eingelassen, der alles bis auf das Gesicht verhüllt. Wer noch keinen hat, kann sich bestimmt im Hotel einen ausborgen. Der heilige Schrein selbst, der Enqelab-Hof und die angrenzende Gouharschad-Moschee dürfen von Nicht-Muslimen nicht betreten werden. Vieles der fantastischen Architektur kann leider nur durch Gittertore bewundert werden.

Der beeindruckende Schrein des Imam Reza kann als Zentrum des iranischen Tourismus bezeichnet werden. Jährlich wird die Grabstätte von 15-20 Millionen Pilgern und Touristen besucht. Dabei herrscht innerhalb des Areals immer genug Platz für die Besucher. Der Schrein selbst hat eine enorme Fläche von knapp 270.000m2, das entspricht rund 27 Fußballfeldern. Rechnet man auch noch die sieben Innenhöfe dazu, kommt man auf eine Fläche von knapp 600.000m2- größer als der Vatikan.

Sicherheitsmaßnahmen: Männer und Frauen betreten den Schrein des Imam Reza durch zwei separate Eingänge, wo sie höflich durchsucht werden. Rucksäcke und Taschen müssen beim Eingang abgegeben werden, Kameras sind nicht erlaubt (gegen ein paar Schnappschüsse mit dem Handy hat jedoch normalerweise niemand etwas).

Bauweise des Imam-Reza-Schreins

Die sieben Innenhöfe werden von insgesamt 14 Minaretten und drei kunstvoll verzierten Springbrunnen geschmückt. Von den Innenhöfen („Sahn”) führen 4 lange Gänge („Bast”) zu den weiteren 21 Innenräumen der Moschee, die alle nach prominenten Schülern der Zwölferschiiten benannt sind. Das Interieur der Moschee ist mit Spiegelfliesen und farbigen Kacheln meisterhaft dekoriert. Inmitten dieser Räumlichkeiten befindet sich das heilige Grab des Imam Reza, direkt unter der prächtigen goldenen Kuppel des Schreins, die immer noch Elemente aufweist, die noch aus dem 12. Jahrhundert stammen. Die Grabstätte selbst ist von einem goldenen Kafig, dem so genannten „Zarih” geschützt, den die an ihrem Ziel angelangten Pilger berühren und küssen.

Östlich der eigentlichen Grabstätte befindet sich die Allahvardi Khan-Kammer, die schon der Papst als das „perfektesten Bauteil des Schreins” bezeichnet hat. Der achteckige Raum ist auf zwei Stöcken mit Galerien, Erkern und Bögen geschmückt und jeder Quadratzentimeter ist mit feinsten safawidischen Mosaikarbeiten bedeckt. Die Innenseite der Kuppel ist mit kunstvollen, so genannten Muqarnas, verziert, die ebenfalls prachtvolle Mosaike aufweisen.

Geschichte des Schrein des Imam Reza

Imam Reza starb im Jahr 818, nachdem er angeblich von Kalif al-Ma’mūn zu Tode gefoltert wurde. Er wurde neben Hārūn ar-Raschīds, dem Vorgänger al-Ma’mūns beigesetzt. Ab sofort hieß der Ort des Geschehens Maschhad al-Rida („Ort des Märtyrers al-Rida”) und wurde von den Sunniten und Schiiten auf ihren Pilgerreisen besucht. Zu Ende des 9. Jahrhunderts wurde das Grab des Imam Reza erstmalig mit einer Kuppel versehen und im darauffolgenden Jahrtausend immer weiter ausgebaut. Zuerst folgten die Basare, die den Pilgern ihre Waren feilboten, danach weitere spirituelle und auch weltliche Gebäude, bis aus dem Schrein des Imam Reza eine regelreichte kleine Stadt wurde.

Heute beherbergt das riesige Areal der Grabmoschee außerdem noch die Gouharschad-Moschee, benannt nach ihrer Geldgeberin, der Tochter des Shah Ruch, einen Friedhof, eine Bibliothek, vier Seminare, ein Museum, eine Universität für islamische Wissenschaften, einen enormen Speisesaal für hungrige Pilger, sowie riesige Gebetshallen.

Der Schrein des Imam Reza ist auf der Rückseite der 100-Rial-Münze zu sehen.

Weiterführende Links:

Detaillierte Beschreibung des Schreins von Imam Reza (englisch)