Persepolis, Iran

Persepolis, die ehemalige Stadt der persischen Könige im Iran, ist über und über mit kunstvollen Reliefs dekoriert - © arazu / Shutterstock
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Persepolis, die antike Ruinenstadt der Perserkönige, befindet sich im Süden Irans etwa 60km nordöstlich der Stadt Shiraz. In der einstigen Hauptstadt des Perserreiches sind heute noch die beeindruckenden Überreste der Prachtbauten großer Herrscher, wie Darius und Xerxes, zu sehen.

Die historische Königsstadt Persepolis befindet sich im Süden Irans in der Region Persis und liegt etwa 60km nordöstlich der heutigen Stadt Shiraz am Fuß des Berges Kuh-i-Rahmat. Die ehemalige Hauptstadt des Perserreiches gehört heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

BILDER: Persepolis

Besichtigung von Persepolis

Was von Persepolis noch zu besichtigen war, wurde bereits im Mittelalter von europäischen Reisenden besucht, die ersten systematischen Ausgrabungen erfolgten jedoch erst in den 1930er Jahren durch deutsche Archäologen, seit 1940 von den Iranern. Heute ist so ziemlich ganz Persepolis freigelegt und teilweise auch wiederaufgebaut. Seit 1971 gibt es touristische Infrastruktur, Shops und Parkplätze. Die Palaststadt der alten Perser ist nach wie vor beeindruckend und auf jeden Fall einen Abstecher wert!

Das "Tor aller Nationen" war einst der Eingang in den monumentalen Xerxes-Palast in der Ruinenstadt Persepolis im Iran - © M R / Shutterstock
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Tipp: Von Shiraz aus ist Persepolis in etwa einer Autostunde zu erreichen. Günstige Taxis zwischen Shiraz und der ehemaligen Königsstadt sind leicht zu finden. Befindet man sich schon einmal in Persepolis, bietet sich ein Abstecher in die nur wenige Kilometer entfernte Nekropole Naqsch-e Rostam an, wo in einen Felshügel eingelassen die prachtvollen Grabstätten der Könige von Persepolis zu bestaunen sind.

Das prachtvolle Portal, durch das Persepolis betreten wird, wird als Symbol für Toleranz gegenüber der Kultur der unterworfenen Völker „Tor aller Länder” genannt. Am 21. März, zum persischen Neujahr, fällt des Sonnenlicht exakt durch dieses Portal, welches von Xerxes I. nach seiner Thronbesteigung errichtet wurde.

Sehenswürdigkeiten in Persepolis

Die Highlights von Persepolis sind eindeutig die drei Paläste, die aus dunkelgrauem Stein ganz ohne Mörtel errichtet wurden.

Apadana-Palast

Der größte Palast, Apadana genannt, wurde vom Perserkönig Darius I. um 515 vor Christus errichtet und von seinen Nachfolgern ausgebaut, Persepolis, Iran - © Ko.Yo / Shutterstock
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Der größte der drei Paläste, Apadana genannt, wurde vom Perserkönig Darius I. um 515 vor Christus errichtet und von seinen Nachfolgern ausgebaut. In diesem von Reliefs prachtvoll geschmückten Gebäude befand sich der Thron des jeweiligen Herrschers. Bemerkenswert ist hier vor allem aber auch der prunkvoll geschmückt Audienzsaal. Schon der nördliche und östliche Seitenaufgang zum Apadana strotzt vor kunstvollen Reliefs aus hochwertigen Steinen. Seine Decke wurde von insgesamt 36 Säulen getragen, die eine Höhe von knapp 20m erreichen und mit fantastisch verzierten Kapitellen gekrönt sind. 13 davon ragen heute noch wie gigantische Zahnstocher in den Himmel. Sie sind bemerkenswert dünn, denn die achämenidischen Architekten bemühten sich, das Dach möglichst leicht und die Säulen möglichst schlank zu halten.

Darius-Palast

Der Darius-Palast ist am besten von allen erhalten geblieben, was vermutlich auf sein tonnenschweres und damit äußerst stabiles Fundament aus massivem Stein zurückzuführen ist. Sogar die gewaltigen Tür- und Fensterrahmen sind noch zu erkennen.

Palast von Xerxes I.

Der Palast von Xerxes I. liegt im Osten von Persepolis am Ende der „Straße der Armee“ und wird auch „Hundert-Säulen-Saal“ genannt, Iran - © Aleksandar Todorovic / Shutterstock
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Der Palast von Xerxes I. liegt im Osten von Persepolis am Ende der „Straße der Armee” und wird auch „Hundert-Säulen-Saal” genannt. Wie der Name schon sagt, wurde das Dach dieses Prachtbaus von einhundert Säulen getragen, die jedoch vermutlich aufgrund eines Feuers alle in sich zusammengestürzt sind. Vermutlich ein Racheakt Alexanders des Großen, da Xerxes I. in Athen die Akropolis in Brand stecken ließ.

Königsgräber

In Persepolis befinden sich auch zwei monumentale Königsgräber von Artaxerxes II und Artaxerxes III, die ähnlich den Grabstätten im ca. 4km entfernten Naqsch-e Rostam in steile Wandfluchten eingelassen und mit prächtigen Reliefs geschmückt sind.

Auffällig: An den unzähligen kunstvollen Reliefs fällt auf, dass Kampfszenen gänzlich fehlen. Die meisten Motive stellen die Könige, aber auch deren Völker in Alltags- und Festivitäten-Szenen dar. Es werden zwar Soldaten dargestellt, doch nie inmitten kriegerischer Auseinandersetzungen.

Geschichte von Persepolis

Persepolis wurde im Jahr 520 von Christus vom Achämeniden-Herrscher Darius I. als Hauptstadt des antiken Perserreiches gegründet. Davon zeugt eine Inschrift an der der Stadt zugrundeliegenden Terrasse. „Persepolis” ist griechisch und bedeute „Stadt der Perser”. Auf einer ca. 15 Hektar großen, steinernen Terrasse, die halb künstlich und halb natürlich entstand, ließen Darius I. und seine Nachfolger einen Prachtbau neben dem anderen errichten.

Etwa 200 Jahre nach ihrer Gründung, 330 vor Christus, wurde Persepolis durch Alexander den Großen niedergebrannt und ein Großteil der Ruinen der einstigen Königsstadt unter Schutt und Asche begraben. Angeblich bot ihm der Perserkönig alle Schätze der Stadt an, um sie zu retten, was Alexander der Große jedoch ausschlug. Manche Historiker sprechen von Rache für die zerstörte Akropolis in Athen während der Perserkriege im Jahr 480 vor Christus. Laut dem griechischen Schriftsteller Plutarch benötigte Alexander der Große 20.000 Maultiere und 5.000 Kamele um die enormen Schätze aus Persepolis abzutransportieren.

Der Brand hatte jedoch auch einen Vorteil: Er zerstörte zwar die Stadt, härtete jedoch an die 30.000 Tontäfelchen mit Inschriften, die so für die Nachwelt erhalten geblieben sind und heute den Archäologen und Forschern wertvolle Auskünfte über das damalige Leben in Persepolis geben können. So zum Beispiel ließ sich aus Aufzeichnungen über Verpflegung und Entlohnung von Arbeitern herauslesen, dass Persepolis nicht von Sklaven erbaut wurde.