Grabmoschee in Qom, Iran

Nach dem Imam-Reza-Schrein in Mashhad ist der Schrein der Fatima Masuma in Qom die zweitwichtigste schiitische Pilgerstätte im Iran - © Giancana / Shutterstock
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Die Grabmoschee in Qom wurde auf der letzten Ruhestätte von Fatima Masuma, der Schwester des achten Imam der Schiiten, errichtet und gilt neben dem Grab des Imam in Mashhad selbst als zweitwichtigster schiitischer Wallfahrtsort im Iran.

In der Stadt Qom (auch „Ghom” geschrieben) im Osten des Iran, nach Mashhad die zweitheiligste Stadt des Landes, befindet sich eine spektakuläre Moschee, die über dem Grab der Fatima Masuma erbaut wurde. Nach dem Imam-Reza-Schrein in Mashhad ist der Schrein der Fatima Masuma die zweitwichtigste schiitische Pilgerstätte im Iran.

Entstehung der Grabmoschee in Qom

Fatima Masuma war die Schwester des Imam Reza, der achte von Gott ernannte Imam. Ihr Name bedeutet so viel wie „Fatima, die Sündenreine”. Im Jahr 816 machte sie sich auf die Reise nach Mashhad, um in der heiligsten Stadt des Iran ihren Bruder zu besuchen. Im heutigen Sava wurde sie von einer heimtückischen Krankheit heimgesucht. Bevor sie starb, konnte sie Qom noch erreichen, sollte es jedoch nie wieder verlassen. Der Legende nach sollte ihr Bruder Imam Reza auf die Frage, ob man ihr Grab besuchen sollte, geantwortet haben, dass jeder, der zur letzten Ruhestätte seiner Schwester pilgert, mit Sicherheit ins Paradies eingehen wird.

Unter Musa ibn Kharaj wurde der Friedhof, auf dem sie beigesetzt war, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im lauf des 9. und 10. Jahrhunderts entwickelte sich ihre Mausoleum zu einem hoch frequentierten Wallfahrtsort.

Neben Fatima Masuma sind auch die drei Töchter des neunten Zwölferschiiten-Imams Muhammad at-Taqi beigesetzt.

Als im Jahr 1221 die Mongolen und später noch der mongolische Kriegsherr Timur Lenk, auch bekannt als Tamerlan, über Qom herfielen, wurde auch die Grabmoschee der Fatima Masuma geplündert. Im 16. Jahrhundert machte man sich an ihrer Restaurierung und Erweiterung, angefangen vom Safawiden-König Shah Ismail I. Der Ausbau der Grabmoschee gipfelte in der Vergrößerung durch Shah Abbas I. im frühen 17. Jahrhundert, von dem ein Großteil der heute bestehenden Gebäude stammt. Schon damals galt der Schrein der Fatima Masuma als zentraler Ort für religiöse Schulen und Seminare.

Die Moschee in Qom heute

Der gesamte Komplex nimmt insgesamt eine Fläche von knapp 40.000m2 ein und besteht neben der eigentlichen Grabkammer aus drei Innenhöfen und drei weitläufigen Gebetshallen. Die prachtvolle Moschee wird von 6 herrlich verzierten Minaretten flankiert und seit dem 19. Jahrhundert von einer mächtigen goldenen Kuppel gekrönt, die als Wahrzeichen von Qom gilt. Zwei weitere Kuppeln schmücken das Dach der Grabmoschee, deren Fassade über und über mit dem typisch iranischen, blauen Kachelmuster überzogen ist. Die Moschee der Fatima Isuma ist außerdem auf der 50-Rial-Münze abgebildet.

Auf dem Gelände der Fatima-Masuma-Moschee hat sich eine der größten schiitischen Schulen für Geistliche entwickelt. Die islamisch-theologische Hochschule in Qom zählt zu den wichtigsten im Iran. In Europa wurde sie vor allem durch den Ajatollah Ruhollah Chomeini bekannt. Der politische und spirituelle Führer der islamischen Revolution im Iran ließ sich in den 1920er-Jahren in der islamischen Rechtsschule ausbilden.