Qal’at al-Bahrain (Fort von Bahrain) in Bahrain

Das portugiesische Fort von Bahrain dominiert die historische Stadt Qal’at al-Bahrain noch heute - © Dr Ajay Kumar Singh / Fotolia
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Qal’at al-Bahrain (Fort von Bahrain) ist die wichtigste Ausgrabungsstätte von Bahrain und vor allem durch seine monumentale und äußerst gut erhaltene Festungsanlage der Portugiesen bekannt.

Qal’at al-Bahrain ist eine monströse Ausgrabungsstätte in an der Küste von Bahrain, etwa 6km von Manama, der Hauptstadt von Bahrain, entfernt. Qal’at al-Bahrain war einst die Hauptstadt der Dilmun-Kultur und ist die wichtigste archäologische Anlage Bahrains. Seit 2005 zählt sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Qal’at al-Bahrain wurde über Jahrtausende errichtet und befindet sich heute auf einem künstlichen Hügel, der über einen Zeitraum von 4.000 Jahren durch zahlreiche Schichten andauernder menschlicher Besiedlung entstanden ist. Die Ruinen von Qal’at al-Bahrain sind auf einer Fläche von etwa 300 mal 600 Metern über den Hügel verstreut.

Systematische Ausgrabungen an der Stätte von Qal’at al-Bahrain starteten etwa in den 1950er-Jahren sind heute noch im Gange. Bis heute wurde etwa ein Viertel der gesamten Anlage freigelegt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Forschungen förderten Wohnhäuser mit großen Vorratskammern, Straßen, öffentliche Gebäude, Wirtschaftsgebäude, eine Stadtmauer und religiöse und militärische Bauten zu Tage – stumme Zeugen der einstigen Bedeutung von Qal’at al-Bahrain.

 Qal’at al-Bahrain ist die wichtigste historische Stätte in Bahrain - © Dr Ajay KumarSingh/Shutterstock
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Die untersten Schichten von Qal’at al-Bahrain reichen bis 2.000 Jahre vor Christus zurück. In den Überresten eines kassitischen Palasts, der um 1450 vor Christus errichtet wurde und einem Feuer zum Opfer fiel, wurden hochinteressante Keilschrifttafeln gefunden.

Häuser, Häfen und das monumentale Fort von Bahrain

Aus dem Zeitraum 1000 bis 500 vor Christus stammen weiter großzügig angelegt Wohnanlagen, die mit sanitären Anlagen ausgestattet waren und es wurden die Überreste einer antiken Hafenanlage gefunden. Wahrscheinlich von den Sassaniden wurde im dritten Jahrhundert nach Christus eine etwa 100 Quadratmeter große Festungsanlage errichtet. Die Stadt war damals schon dicht besiedelt. Im 16. Jahrhundert wurde Qal’at al-Bahrain von der portugiesischen Seemacht eingenommen, die bis 1602 etwa 80 Jahre die Herrschaft über Qal’at al-Bahrain inne hatten. Die Portugiesen errichteten ebenfalls eine monumentale Befestigungsanlage, die die Ruinen von Qal’at al-Bahrain noch heute dominiert und das absolute Highlight von Qal’at al-Bahrain darstellt. Die Aufgabe des Bahrain-Forts war damals, die Handelsrouten zwischen Asien, Europa und Afrika zu kontrollieren.

Die Festung der Portugiesen in Qal'at al-Bahrain ist heute noch in äußerst gutem Zustand und vermittelt die Atmosphäre von vor 400 Jahren - © Dr Ajay KumarSingh/Shutterstock
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Im 17. Jahrhundert wuchs jedoch der Kanal zwischen den Korallenriffen immer mehr zu und bald konnten keine großen Schiffe mehr nach Qal’at al-Bahrain fahrn. Da das Fort keinen Zugang mehr zum Meer hatte, verlor es langsam aber stetig an Bedeutung.

Die Festung der Portugiesen in Qal’at al-Bahrain ist heute noch in äußerst gutem Zustand. Zu sehen gibt es Mauern, Treppen, Türme und Torbögen aus hellem Sandstein, die die Atmosphäre von Qal’at al-Bahrain vor 400 Jahren auf spektakuläre Art und Weise vermitteln.

Die Skyline von Manama, der Hauptstadt Bahrains erhebt sich hinter den altehrwürdigen Mauern von Qal’at al-Bahrain. Zwei Hauptstädte, uralt und hochtechnisiert, die wohl kaum in stärkerem Kontrast zueinander stehen könnten.