Formel 1-Strecke in as-Sachir, Bahrain

Die Formel 1-Strecke in as-Sachir in der Wüste um Bahrain ist seit 2004 in Betrieb - © DrAjayKumarSingh/Shutterstock
© DrAjayKumarSingh/Shutterstock

Die Formel 1-Strecke in as-Sachir in der Wüste um Bahrain ist seit 2004 in Betrieb. Der millionenschwere Formel-1-Zirkus ist ein wichtiger Meilenstein in der internationalen Entwicklung von Bahrain.

Der Große Preis von Bahrain wurde auf der Rennstrecke von Bahrain das erste Mal im Jahr 2004 ausgetragen. Den ersten Formel 1 Grand Prix im mittleren Osten gewann damals Michael Schumacher mit Ferrari. Seitdem trifft sich die Formel 1-Elite einmal im Jahr zum sportlichen Wettkampf auf glühendem Asphalt.

Der „Bahrain International Circuit” in as-Sachir in Bahrain befindet sich etwa 30km von Manama, der Hauptstadt Bahrains entfernt. Die Eröffnung der Formel 1-Strecke wurde als wichtiger Meilenstein in der internationalen Entwicklung Bahrains gesehen. Der Kurs ist gut 5km lang, die Anzahl der Runden pro Rennen beträgt 57.

Die Formel 1-Strecke von Bahrain wurde von Kronprinz Salman bin Hamad Al Khalifa in Auftrag gegeben. Der Bahrain International Circuit vom deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen, der auch für die neuen Kurse in Malaysia, China, der Türkei und Valencia verantwortlich ist. Der Bau der Strecke startete im Dezember 2002 und war mit zwei Jahren veranschlagt, als Bernie Ecclestone, Geschäftsführer des Formel-1-Zirkus, eine Eröffnung um sechs Monate früher erbat. Wider Erwarten der Medien ging der Bahrain International Circuit ein halbes Jahr früher als geplant in Betrieb.

Besonderheiten der Formel 1-Strecke in Bahrain

Die ausgeklügelte Architektur des Bahrain International Circuit ermöglicht sieben verschiedene Streckenführungen, von denen zwei sogar parallel befahren werden können.

Das Rennen in Bahrain ist für die Autos und Fahrer besonders strapaziös, da es in der Wüste stattfindet. Die enorme Hitze macht den Piloten zu schaffen und der feine Sand den Motoren und Bremsbelegen der Boliden. Dafür muss so gut wie nie auf Regenreifen gewechselt werden, denn in Bahrain regnet es nur an 3 bis 5 Tagen im Jahr.

In Bahrain hält man sich übrigens streng an das islamische Alkoholgesetz, das verbietet, in der Öffentlichkeit Alkohol zu konsumieren. Und so gibt es in Bahrain nach der Siegerehrung statt der traditionellen Champagnerdusche eine Dusche mit duftendem Rosenwasser.


Demos und “Drei Tage Zorn”

2012 kam es vor dem Formel 1-Rennen in Bahrain zu Demonstrationen. Nach zahlreichen Berichten über Folter und Einsatz von unverhältnismäßiger Polizeigewalt in Bahrain forderten Oppositionelle und Menschenrechtsorganisationen politische Reformen und riefen vor dem Rennen zu „Drei Tage Zorn” auf. Nachdem der Grand Prix schon 2011 wegen politischer Unruhen abgesagt werden musste und Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone erneut 30 Millionen Euro Antrittsgeld durch die Lappen gegangen wären, wurde der Große Preis von Bahrain 2012 ausgetragen.


Wie vom arabischen Raum bekannt wurden bei der Architektur auf und um die Formel 1-Strecke von Bahrain keine Mühen und Kosten gescheut. Um 150 Millionen US-Dollar wurden imposante Zuschauertribünen mit insgesamt 45.000 Sitzplätzen, VIP-Bereiche und -Suiten, der achtstöckige Aussichtsturm „Sakhir Tower” mit Dachterrasse, ein Parkplatz mit 13.000 Stellplätzen, ein Media-Center mit 240 TV-Stationen, das Platz für 500 Journalisten bietet, künstlich bewässerte Grünflächen und Palmenhaine errichtet. 41 ferngesteuerte Überwachungskameras sorgen für die Sicherheit auf der Rennstrecke und den umgebenden Gebäuden.

Neben der Formel 1 werden auch noch andere Rennen auf dem Bahrain International Circuit ausgetragen, wie zum Beispiel die Formel 3, das BMW World Final und die FIA GT Championship.

Weiterführende Links:

Offizielle Website der Formel 1-Strecke in Bahrain (englisch)