Ħaġar Qim und Mnajdra in Malta

Der Tempelkomplex Ħaġar Qim im Süden von Malta ist an die 5.000 Jahre alt und zählt zu den fünf großen maltesischen Tempelstätten © Cecilia Lim / Fotolia

Die Tempelkomplexe Ħaġar Qim und Mnajdra im Süden von Malta sind an die 5.000 Jahre alt und wurden aus tonnenschweren Megalithen errichtet. Seit 1992 zählen sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.


Der Tempelkomplex Ħaġar Qim befindet sich im Süden der Insel Malta etwa 2km der Siedlung Qrendi entfernt und zählt zu den fünf großen maltesischen Tempelstätten. Gemeinsam mit anderen Tempelanlagen wurde Ħaġar Qim im Jahr 1992 unter der Bezeichnung „Megalithische Tempel von Malta" von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Ħaġar Qim besteht aus einem Tempelbau, der zwischen 3.600 und 2.500 vor Christus entstanden ist. Wie auch andere Tempel auf Malta wurde jener von Ħaġar Qim mit dem Grundriss eines fünfblättrigen Ahornblattes angelegt, der heute noch zu erkennen ist. Die Eingangspforten bestehen aus zwei vertikalen und einer horizontalen Steinplatte, die dem Tempel von Ħaġar Qim etwas Höhlenartiges verleihen. Gleich dahinter befinden sich die Vorhöfe, so genannte Apsiden, die weiter in die sakrale Kammer führen. Üppige Frauenstatuen, darunter die „Venus von Malta", die in Ħaġar Qim gefunden wurden, weisen darauf hin, dass Ħaġar Qim als Kultstätte für Fruchtbarkeit errichtet wurde.

Der jahrtausendealte Tempel von Ħaġar Qim wurde aus tonnenschweren Kalkstein-Megalithen errichtet, Malta © mary416 / Fotolia

Das Besondere an der Tempelstätte von Ħaġar Qim ist seine Bauweise. Der jahrtausendealte Tempel wurde aus tonnenschweren Kalkstein-Megalithen errichtet. Der größte von ihnen befindet sich am östlichen Außentempel und ist über 6m lang, 3m hoch und hat ein Gewicht von unglaublichen 20 Tonnen. Der zweitgrößte Megalith steht an der Nordseite von Ħaġar Qim und ist gut 5m hoch. Die Mauern bestehen aus aufeinandergestapelten Steinen mit kleinen fensterähnlichen Auslässen. Im Vergleich zu anderen maltesischen Tempeln ist das Innere von Ħaġar Qim relativ gut sichtgeschützt. Einige Vorhöfe hatten separate Eingänge, durch die Opfergaben an das Orakel eingeworfen werden konnten. In einer diesen Orakelnischen wurden die berühmte Venus von Malta gefunden. Auch ein reich verzierter Hochaltar und zwei Tisch-Altare stammen aus den Artefakten von Ħaġar Qim. Viele Fundstücke aus der Tempelanlage sind im Nationalmuseum von Valletta ausgestellt.

Erforschung von Ħaġar Qim

Die Malteser wussten seit jeher von einer mystischen Stätte, an der aufgerichtete Steine herumstanden. Systematische Ausgrabungen von Hagar Qim starteten jedoch erst 1839. Im Zuge der archäologischen Forschungen wurde die gesamte Anlage freigelegt. Um die empfindlichen Bauten vor Witterungseinflüssen zu schützen wurde der gesamte Tempelkomplex im Jahr 2009 mit einer Zeltplane überdacht.

Tipp

Am Tempelgelände gibt es so gut wie keinen Schatten und unter der Zeltplane ist es oft heiß und stickig. Am besten sollte Ħaġar Qim schon am frühen Vormittag besucht werden. Später muss man besonders an heißen Tagen auf Sonnenschutz und ausreichend Wasservorrat achten!

Benachbarte Mnajdra-Tempel

Die Tempel von Mnajdra liegen weiter am Rand der Klippe nur etwa einen halben Kilometer von Ħaġar Qim entfernt. Die Kultstätte von Mnajdra besteht aus drei Tempeln, die um einen ovalen Hof gruppiert sind. Der älteste Tempel geht wie Ħaġar Qim auf die so genannte „Ggantija-Phase" von 3.600 bis 3.200 vor Christus zurück. Er besteht aus drei Vorhöfen und wurde teilweise mit modernen Mitteln rekonstruiert. Der jüngste Tempel, der zwischen 3.000 und 2.500 vor Christus entstand ist am besten erhalten. Seine Fassade ist noch fast vollständig im Original und seine Verzierungen zählen zum schönsten Tempelschmuck auf Malta.

Die Kultstätte von Mnajdra besteht aus drei Tempeln, die um einen ovalen Hof gruppiert sind, Malta © szirtesi / Fotolia

Auch die Tempelstätte von Mnajdra wurde mit einer Zeltplane überdacht, um die historischen Bauten vor Wind und Wetter zu schützen. Neben der Tempelstätte bietet Mnajdra einen atemberaubenden Ausblick über das Mittelmeer und das Naturschutzgebiet Filfla.

Anreise nach Ħaġar Qim und Mnajdra

Zu den beiden Tempelstätten gibt es regelmäßige Busverbindungen von der maltesischen Hauptstadt Valletta aus. Lassen Sie sich nicht davon verunsichern, dass sie durch verlassene Dörfer scheinbar ins Niemandsland unterwegs sind. An der Westküste der Hauptinsel Malta tauchen die mystischen Bauten schließlich auf. Im Besucherzentrum von Ħaġar Qim gibt es ein kleines Restaurant und die Möglichkeit, Souvenirs mit nach hause zu nehmen. Zu den Tempeln von Mnajdra geht es dann weiter Richtung Küste zu Fuß.


Bücher:

Newsletter anmelden