Brimstone Hill Fort auf St. Kitts, St. Kitts und Nevis

Kanone im Fort Brimstone Hill, St. Kitts und Nevis - © Wirepec / Fotolia
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Fort Brimstone Hill ist ein mächtiges Bollwerk auf der Karibikinsel St. Kitts, das im 18. Jahrhundert über einen Zeitraum von fast 100 Jahren von afrikanischen Sklaven erbaut wurde und lange Zeit als uneinnehmbare Festung galt. Die traumhafte Aussicht vom Brimstone Blick über die paradiesische Kulisse der Karibik ist den anstrengenden Aufstieg wert!

Das Brimstone Hill Fort befindet sich im gleichnamigen Nationalpark auf der Karibikinsel St. Kitts, Hauptinsel des Inselstaates St. Kitts und Nevis. Seit 1999 zählt es zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Briten gegen Franzosen

Errichtet wurde es von afrikanischen Sklaven, die Architektur wurde von britischen Militäringenieuren entwickelt. Der Name Brimstone leitet sich von dem schwarzen Vulkangestein ab, aus dem es erbaut wurde. Das Brimstone Hill Fort thront in Pfeilform auf einem steilen Hügel und bietet so den perfekten Überblick über das Karibische Meer und große Teile von St. Kitts. Ursprünglich war gar nicht geplant, auf diesen fast senkrecht abfallenden Klippen eine Festung zu errichten.

Die Briten kamen im Jahr 1624 auf St. Kitts, kurz darauf landeten auch die Franzosen, was eine Jahrzehnte andauernde Schlacht um die lukrative Zuckerkolonie einleitete. 1690 gelang es den Franzosen, das nahe gelegene Fort Charles einzunehmen. Die Briten hatten darauf hin die Idee, ihr eigenes gefallenes Fort von der darüber gelegenen, strategisch äußerst günstigen Position auf dem Brimstone Hill zu beschießen. Die Franzosen hätten nie gedacht, dass man dort nach oben Kanonen schaffen konnte und der Überraschungsangriff war ein voller Erfolg.

Über eine Zeitspanne von 100 Jahren wurde im Anschluss die Festung am Brimstone Hill errichtet. Aufgrund seiner erhabenen Lage wurde es auch oft als „Gibraltar der Westindischen Welt” bezeichnet und galt als uneinnehmbar.

Das Brimstone Hill Fort zählt zu den besterhaltenen historischen Bollwerken auf den beiden amerikanischen Kontinenten, St. Kitts und Nevis - © Jason Patrick Ross / Shutterstock
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Dies änderte sich erst 1782, als es den Franzosen gelang, die Nachbarinsel Nevis einzunehmen. Das gesamte Waffenarsenal der eroberten Insel wurde nach St. Kitts zum Kampf gegen das Brimston Hill Fort verschifft. Nach einem Monat der Belagerung und intensivem Kanonenbeschuss mussten die Briten in Unterzahl und auf ihrem Hügel völlig eingekesselt ihre Stellung aufgeben. Aufgrund der Tapferkeit der britischen Truppen erlaubten ihnen die Franzosen, mit wehenden Fahnen und in ihrer Uniform scheinbar als ungeschlagene Truppen das Fort zu verlassen.

Nur ein Jahr später übrigens ging St. Kitts und seine Festung sowie die Nachbarinsel Nevis durch den Pariser Vertrag wieder an die britische Krone über. Brimstone Hill wurde weiter ausgebaut und besser befestigt und verlor seither nie wieder eine Schlacht. 1851 wurde das Fort verlassen und dem langsamen Verfall preisgegeben.

Eindrucksvollstes Bollwerk Amerikas

Heute jedoch zählt das Brimstone Hill Fort zu den besterhaltenen historischen Bollwerken auf den beiden amerikanischen Kontinenten. Viele halten es für die überhaupt imposanteste Verteidigungsanlage in den Amerikas und einen der spektakulärsten Orte in der Karibik. Im 20. Jahrhundert wurden die Schäden, die Zeit und Vandalismus an den mächtigen Mauern angerichtet hatten repariert, als erster völlig wiederhergestellter Teil wurde 1973 die Prince of Wales Bastion für Besucher eröffnet; 14 Jahre später folgte unter Königin Elizabeth II die Ernennung zum Nationalpark.

Mittlerweile können Besucher beinahe alle Bereiche der monumentalen Festung erkunden, darunter die alte Zitadelle von Fort George, die Waffenkammer, das Spital, die Prince-of-Wales-Bastion mit fast 3m dicken Mauern und die Ruinen der Ingenieurs- und Offiziersquartiere. Im Fort George Museum erfährt man Details über die Geschichte der Festung und der Insel aber auch über das dunkle Kapitel der Sklavenarbeit.

Die traumhafte Aussicht vom Brimstone mit Blick über die paradiesische Kulisse der Karibik ist den anstrengenden Aufstieg wert, St. Kitts und Nevis - © Jason Patrick Ross / Shutterstock
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Der Aufstieg zur Burg kann über den steilen Hügel und die Stufen etwas anstrengend werde, oben angekommen wird man jedoch neben der beeindruckenden Atmosphäre des alten Gemäuers mit einem fantastischen Blick über die paradiesische Umgebung belohnt, der bis zu den Nachbarinseln Nevis, Montserrat, Saba und St. Barts reicht.

Weiterführende Links:

Offizielle Seite des Brimstone Hill Fortress National Park (englisch)