Rocher du Diamant, Martinique

Der Rocher du Diamant ist ein knapp 200m hoher Basaltfelsen und ragt wie ein Rohdiamant aus dem Meer vor der Südwestküste Martiniques - © john dvoravic / Shutterstock
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Der Rocher du Diamant ist ein knapp 200m hoher Basaltfelsen mitten im tiefblauen Meer vor der Südwestküste Martiniques. In den napoleonischen Kriegen als britischer Stützpunkt verwendet ist er heute vor allem bei Tauchern durch seine korallenbewachsene Unterwasserhöhle beliebt.

Der Rocher du Diamant („Diamantfelsen”) befindet sich vor der Südwestküste der französischen Karibikinsel Martinique. Der riesige Basaltfelsen ragt wie ein Rohdiamant aus dem tiefblauen karibischen Meer und kann fast nicht als Insel bezeichnet werden – „Hinkelstein im Wasser” wäre wohl die passendere Bezeichnung.

Der monumentale Felsbrocken entstand vor Millionen von Jahren durch vulkanische Aktivität. Bei einer gewissen Sonneneinstrahlung wird seine markante Gestalt von der Wasseroberfläche reflektiert, was ihm die Form eines Diamanten verleiht.

Der 175m hohe von unzähligen Seevögeln umkreiste Steinhügel weist eine Fläche von rund 7 Hektar auf und ragt etwa 2km südöstlich des Pointe du Diamant aus dem Meer. Wer den Felsbrocken, der aussieht, als hätte ihn ein Riese wahllos durch die Gegend geworfen, das erste Mal zu Gesicht bekommt, kann sich nicht vorstellen, dass je ein Mensch die schroffen Klippen erklommen, geschweige denn den Felsen bewohnt hat.

Schlacht um den Rocher du Diamant

Der Rocher du Diamant („Diamantfelsen“) vor der Südwestküste der französischen Karibikinsel-Martinique bei Sonnenuntergang - © Pack-Shot / Shutterstock
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Und dennoch spielte der Rocher du Diamant in den napoleonischen Kriegen eine entscheidende Rolle. 1804 wurde der unwirtliche Steinbrocken durch die Briten besetzt und zu einer Festung ausgebaut. 100 Mann und 5 Kanonen hatten die ehrenvolle Aufgabe, den Schiffsverkehr der Franzosen zwischen den beiden französischen Inseln Martinique und St. Lucia zu behindern, was sie beinahe zwei Jahre lang schafften. Bis die Insel 17 Monate später von einer französisch-spanischen Flotte von 16 Schiffen angegriffen wurde. Unter der Führung von Admiral Pierre de Villenueve musste sich die britische Garnison der gut geplanten Attacke geschlagen geben.

Der Rocher du Diamant ist aufgrund seiner schwierigen Begehbarkeit und seiner unspektakulären Landschaft bestehend aus niedrigen Büschen und Kakteen für den Tourismus nicht wirklich interessant. Die tierischen Lebewesen freuen sich über die ungestörte Ruhe, in der einige Arten noch überlebt haben, die woanders bereits ausgestorben sind, wie zum Beispiel die Grasschlange und noch einige andere Reptilien.

Doch wie so oft ist der unbewohnte Felsbrocken nur die Spitze des Eisbergs. Unter Wasser befinden sich am Rocher du Diamant einige der spektakulärsten Tauchgründe der Karibik. Unter dem Rocher du Diamant befindet sich eine atemberaubende dreieckige Höhle über und über mit Fächerkorallen und anderen Arten bewachsen. Die üppige Unterwasser-Fauna erstreckt sich über Tiefen von 5-25 Meter und bietet Pfeilhechten, Barrakudas und grünen Meeresschildkröten und einer Unmenge an tropischen Fischen einen perfekten Lebensraum.

Achtung: Die Strömungen um den markanten Basaltfelsen sind unberechenbar und können Taucher aufs offene Meer hinausziehen! Nur erfahrene Taucher sollten sich am Rocher du Diamant in die Tiefen des Meeres vorwagen.

Der Rocher du Diamant gehört zur Gemeinde Le Diamant und ist auch vom Festland von Martinique aus gut zu sehen und ein äußerst beliebtes Fotomotiv.

Weiterführende Links:

Geschichte der Schlacht um den Rocher du Diamant auf Wikipedia (englisch)

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