Kathedrale St. Louis in Fort-de-France, Martinique

Die Kathedrale St. Louis in Fort-de-France, der Hauptstadt der französischen Karibikinsel Martinique, wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut - © darqy / Fotolia
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Die naturkatastrophen-erprobte Kathedrale St. Louis in Fort-de-France, der Hauptstadt der französischen Karibikinsel Martinique, wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Heute beeindruckt die lachsfarbene Kathedrale durch ihren markanten Portalturm und der mächtigen Orgel in ihrem lichtdurchfluteten Innenraum.

Die Kathedrale Saint Louis befindet sich in Fort-de-France, der Hauptstadt der französischen Karibikinsel Martinique und zählt zu den spektakulärsten Bauwerken des französischen Übersee-Departements.

Die markante Kathedrale wurde im Jahr 1895 errichtet und dem Heiligen Ludwig (Saint Louis), dem französischen König Ludwig IX., geweiht. Seit 1967 ist sie außerdem Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Saint-Pierre et Fort-de-France.

Entstehung der Kathedrale St. Louis in Forte-de-France

Am selben Ort der Kathedrale St. Louis wurden bereits einige Vorgängerbauten errichtet, die jedoch diversen Naturkatastrophen und Überfällen zum Opfer fielen. Die erste bescheidene Kapelle in Fort-de-France wurde 1671 erbaut und nur drei Jahre später von holländischen Soldaten niedergebrannt. Das daraufhin 1703 errichtete Gotteshaus wurde 1766 durch einen Tsunami beschädigt und 1839 durch ein Erdbeben endgültig zerstört. Die Kathedrale die Dritte wurde im Jahr 1850 fertiggestellt und anschließend zur Bischofskirche ernannt. 40 Jahre später, beim Großbrand 1890 erlitt sie bereits schwere Schäden, was noch von ihr übrig blieb, raffte ein Zyklon ein Jahr später dahin.

Der Architekt Pierre-Henry Picq, der mit dem wiederholten Wiederaufbau betraut wurde, ließ sich etwas Besonderes einfallen. Er nahm sich dazu die ebenfalls von ihm entworfene Biblitothèque Schoelcher zum Vorbild. Wie die Bibliothek ließ er auch die Kathedrale in einem leichten Metallskelettbau aus Stahlbeton und Gusseisen errichten, der die Kathedrale feuer- und erdbebensicher machen sollte. Ein Erdbeben im Jahr 1953 schuf die Probe aufs Exempel, die Kirche fiel nicht mehr in sich zusammen.

Das heutige spektakuläre Erscheinungsbild verdankt das imposante Kirchengebäude einer Erneuerung Ende des 20. Jahrhunderts bzw. einer Restaurierung in den 1990er Jahren. Seit 1990 steht die Kathedrale St. Louis unter Denkmalschutz.

Betrachtet man heute die wunderbare lachsfarbene Fassade mit dem ehrfurchtgebietenden Glockenturm, wäre auch wirklich schade um das schöne Bauwerk. Der imposante knapp 60 Meter hohe Portalturm ist weithin sichtbar und wird in der Nacht durch die künstliche Beleuchtung perfekt in Szene gesetzt.

Auch der Innenraum kann sich sehen lassen. Von Licht durchflutet kommen die fein gearbeiteten Buntglasfenster so richtig zur Geltung, die hohen Rundbogenarkaden werden von einer Kuppel abgeschlossen. Ebenfalls sehenswert sind die mächtige Orgel der Kathedrale sowie der Altar und die Kanzel, die ebenfalls noch aus dem 19. Jahrhundert stammen.