Nationalpark Desembarco del Granma, Kuba

Palmen im Nationalpark Desembarco del Granma, Kuba - © PHB.cz (Richard Semik) / Shutterstock
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Der Nationalpark Desembarco del Granma im Südosten Kubas ist einerseits berühmt wegen seiner Erdverwerfung durch den Zusammenstoß zweier Kontinentalplatten, andererseits gingen hier die Revolutionäre Fidel Castro und Che Guevara mit ihren Genossen an Land, um die Batista-Diktatur zu stürzen.

Der Nationalpark Desembarco del Granma liegt in der kubanischen Provinz Granma im Südosten Kubas und umfasst eine Fläche von etwa 350km², 62km² davon liegen im Meer.

Sein Name bedeutet übersetzt „Landung der Granma” und ist auf den Revolutionsführer Fidel Castro bzw. seine Yacht namens „Granma” zurückzuführen. Im Dezember 1956 ging er hier mit Che Guevara und 80 weiteren Aufständischen in der Bucht Playa Las Coloradas an Land, um die Batista-Diktatur zu stürzen. Ein Nachbau diese schicksalsträchtigen Schiffes ist in Originalgröße im Visitor Center des Nationalparks zu besichtigen, gemeinsam mit einem kleinen Museum, das für jeden Revolutionstouristen ein Muss ist! Die Original-“Granma” ist übrigens in der Altstadt von Havanna im Revolutionsmuseum ausgestellt.

“Stufen der Erde”

Bekannt und berühmt ist der 1986 gegründete Nationalpark Desembarco del Granma vor allem wegen seiner einzigartigen Terrassenlandschaft und seinen Karsthöhlen. Da der Nationalpark geologisch gesehen direkt an der Grenze zwischen der Karibischen und der Nordamerikanischen Platte liegt, bildete sich hier durch Erdverwerfungen das größte und am besten erhaltene marine Terrassengebiet Kubas, umrahmt von einer spektakulären Küstenlandschaft. Riesenhafte felsige Stufen zeigen an, wo das Land „abgebrochen” war.

Die terrassenartige Landschaft setzt sich mit bis zu 30m Höhenunterschied auch unter Wasser noch fort. Dort sind die natürlich Stufen durch das Korallenriff von Cabo Cruz, Seegras-Matten und Mangroven bewachsen und von Schildkröten und Muscheln bewohnt. Einige der Höhlen sind aufgrund der Malereien der ursprünglich hier ansässigen Taíno-Indianer von kulturhistorischer Bedeutung.

Der Leuchtturm Cabo Cruz im Nationalpark Desembarco del Granma, Kuba - © PHB.cz (Richard Semik) / Shutterstock
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Die imposanten Kalksteinterrassen und Klippen in und um Cabo Cruz und seinen Leuchtturm sind die wohl eindrucksvollsten und ursprünglichsten Steilküsten an der westlichen Grenze des Atlantischen Ozeans. Der Desembarco del Granma ist außerdem das Gebiet mit der zweitgrößten Pflanzenvielfalt Kubas, nur übertroffen von den Gebirgsmassiven im Osten Kubas. 60% der über 500 hier heimischen Gewächse gedeihen nirgends sonst auf der Welt.

Auch die Tierwelt des Desembarco del Granma Nationalparks kann sich sehen lassen. 13 Säugetier- 44 Reptilien-, 7 Amphibien- und über 100 Vogelarten wurden im Nationalpark katalogisiert. Geschützte Arten sind zum Beispiel die Karibische Seekuh und die Blaukopf-Erdtaube.

Der Desembarco del Granma wurden im Jahr 1999 als weltweit repräsentatives Beispiel für geomorphologische und physiographische Erscheinungen (Landschaftsform und Naturraum) auf die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen.