Historisches Zentrum von Cienfuegos, Kuba

Fußgängerzone in Cienfuegos, einer der saubersten und gepflegtesten Städte Kubas; ihr Spitzname „La Perla del Sur
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Die kubanische Stadt Cienfuegos wird aufgrund seiner Attraktivität auch „Die Perle des Südens“ genannt. Im 18. Jahrhundert noch ein Piratenhafen wurde die Stadt schließlich reich durch ihre Zuckerexporte. Viele der imposanten Kolonialbauten sind heute noch erhalten.

Cienfuegos liegt an der Südküste Kubas, etwa 250km südöstlich von Havanna und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Cienfuegos. Sie gilt als eine der saubersten und gepflegtesten Städte Kubas. Ihr Spitzname „La Perla del Sur”, die Perle des Südens, lässt bereits auf ihre außergewöhnliche Schönheit schließen. Diese beeindruckte auch die UNESCO und so wurde das historische Zentrum von Cienfuegos 2005 als hervorragendes Beispiel für die lateinamerikanische Stadtplanung im 19. Jahrhundert zum Weltkulturerbe erklärt.

Geschichte von Cienfuegos

Das etwa 150.000-Einwohner-Städtchen wurde bereits 1494 erstmals von Christoph Kolumbus beschrieben, die Besiedelung erfolgt jedoch erst knapp 300 Jahre später durch das Fort Nuestra Señora de los Ángeles de Jagua, auch Castillo de Jagua genannt, zum Schutz gegen Piraten. Durch seine Bucht „Bahia de Jagua”, deren Einlass nur 200 Meter breit ist, und sich dahinter 20km weit erstreckt war dies ein beliebter (versteckter) Ankerplatz für berüchtigte Piraten wie Francis Drake oder Henry Morgan, die von dort aus ihre Überfälle auf die Schiffe der spanischen Krone starteten.

Eine der vielen noch vorhandenen eindrucksvolle Villen in Punta Gorda, dem ehemaligen Aristokratenviertel von Cienfuegos, Kuba - © dyvan / Fotolia
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Anfang des 19. Jahrhunderts ließen sich auch erste französische Siedler blicken, die von den benachbarten Kolonien kamen und 1881 wurde Cienfuegos offiziell zur Stadt. Durch seine günstige Lage am Meer und seine gute Anbindung an das kubanische Schienennetz löste es bald Trinidad in seiner Rolle als Wirtschafts- und Handelszentrum Kubas ab. Noch heute befindet sich hier der drittgrößte Containerhafen der Welt und der weltweit größte Exporthafen für Zucker, darüber hinaus lebt die Stadt vom Krabbenfang.

Bezeichnung: Wie oft fälschlicherweise vermutet, ist die Stadt im Jahr 1829 nicht nach dem Held der kubanischen Revolution Camillo Cienfuegos benannt, sondern nach dem damals residierenden Gouverneur Kubas, José Cienfuegos.

Die Stadt wurde in den vergangenen Jahren liebevoll und mit großer Mühe restauriert, die Bauten schimmern in Pastelltönen und die prunkvollen Fassaden verleihen Cienfuegos ein erhabenes Flair. Der französische Einfluss ist nach wie vor sichtbar, das beste Beispiel ist der Triumphbogen am Stadtplatz, der die Franzosen an ihre Heimat erinnerte.

Unterwegs in Cienfuegos

Am Parque Martí, einem etwa 110×200 Meter großem Platz, befindet sich das Zentrum der Stadt mit dem Kilometer Null. Von hier aus wurde die Stadt im Schachbrettmuster des Klassizismus geplant.

Der Parque Martí ist von sehenswerten Bauten regelrecht umringt und perfekter Ausgangspunkt für Sightseeing-Touren durch Cienfuegos. In der Mitte thront ein Denkmal des Nationalhelden Jose Martí. Der Sitz der Regierung befindet sich im Palacio del Ayuntamiento. Ebenfalls am zentralen Platz steht das Teatro Tomás Terry, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts vom skrupellosen Fabriksbesitzer und Sklavenhändler Tomás Terry. Die mit Giebeln und Bögen geschmückte Fassade beeindruckt das Auge des Betrachters ebenso wie sein imposant gestaltetes Innenleben.

Denkmal von Jose Marti am Parque Martí, einem etwa 110x200 Meter großen Platz in Cienfuegos, Kuba - © Zoran Karapancev / Shutterstock
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Die Catedral de la Purísima Conceptión (Kathedrale der unbefleckten Empfängnis) besticht durch ihren freistehenden Glockenturm, ihre Buntglasfenster stammen wie so vieles in Cienfuegos aus Frankreich.

Das Provinzmuseum aus dem 19. Jahrhundert beeindruckt nicht nur durch seine Schätze, sondern auch durch seine Innenarchitektur aus Bronze, Kristall, Marmor und Alabaster, die noch vom damaligen Wohlstand der Stadt zeugt.

Im Westen des Parque Martí kann man den Turm mit der blauen Mosaikkuppel des Palacio Ferrer erklimmen, von dem aus man einen wunderbaren Blick über die Stadt hat. Auf der Halbinsel Cayo Loco im nordöstlichen Teil der Stadt befindet sich das größte Museum des Landes über die kubanische Schifffahrt und die Geschichte der kubanischen Marine.

Die größte Flaniermeile Cienfuegos ist der 1922 angelegte Paseo del Prado – eine Prachtstraße gesäumt von Palmen, Gebäuden aus der Kolonialzeit und Statuen berühmter Kubaner oder Helden der kubanischen Vergangenheit. Sie führt durch die gesamte Altstadt bis zur Punta Gorda, dem ehemaligen Aristokratenviertel von Cienfuegos, wo dementsprechend auch heute noch eindrucksvolle Villen, sowie die aus den USA nachempfundenen grellfarbenen Holzhäuser.

In Punta Gorda befindet sich das wahrscheinlich imposanteste Gebäude von ganz Cienfuego, das Palacio de Valle, Anfang des 20. Jahrhunderts vom damals reichsten Mann Kubas erbaut. Die ungestüme Mischung von arabisch-spanischen, gotischen und venezianischen Elementen verleiht dem Bau ein spektakuläres und etwas skurriles Äußeres.

Ebenfalls etwas skurril mutet das monumentale Eingangsgebäude des Friedhofs Cementerio Monumental Tomás de Acea an. Der dem Parthenon auf der Akropolis in Athen nachempfundene Bau ist das Tor zu einem Park mit Obstbäumen, aus dessen Wiese immer wieder Grabsteine und imposante Marmorstatuen ragen. Im bereits erwähnten Castillo de Jagua befindet sich heute ein Fischrestaurant.