Blue Mountains, Jamaika

Berglandschaft in Jamaika - © Ramunas Bruzas / Shutterstock
© Ramunas Bruzas / Shutterstock

Die Blue Mountains auf dem karibischen Inselstaat Jamaika liegen im Osten der Insel und ziehen sich bis zur Hauptstadt Kingston. Ihre dichtbewaldeten Bergflanken sind von üppiger Vegetation bedeckt und von Wanderwegen durchzogen.

Als Blue Mountains wird ein Gebirge im Osten des Inselstaats Jamaika im Karibischen Meer bezeichnet. Die Bergkette zieht sich bis zu Jamaikas Hauptstadt Kingston und beherbergt den Blue Mountain Peak, der mit über 2.250 Meter die höchste Erhebung Jamaikas darstellt. Ihren Namen verdanken sie dem blauen Dunstschleier, der jeden Morgen um ihre Flanken zieht.

Ein Großteil der Berghänge ist dicht bewaldet, in den Niederungen zwischen etwa 900 und 1.700 Meter Höhe werden Kaffeesträucher für die teuerste Kaffeespezialität weltweit, „Jamaica Blue Mountain Coffee”, angebaut, nur durch Tiere fermentierte Bohnen sind noch teurer. Die durch die Nebel, Niederschläge und kühle Temperaturen langsam reifenden Bohnen entfalten ein besonders spezielles Aroma. Die lange Reifezeit, die schwierigen Bedingungen bei der Ernte und die geringe Ertragsmenge treiben den Preis bis zu 100 Dollar pro Kilogramm in die Höhe.

Nationalparks in den Blue Mountains von Jamaika

Durch den Blue Mountain und John Crow Mountain Nationalpark werden die exotischen Bergwälder auf einem Gebiet von knapp 200.000 Hektar vor der weltweiten Gier nach Tropenhölzern geschützt. Über 800 endemische Pflanzen werden so erhalten, darunter riesenhafte Baumfarne oder der Jamaika-Bambus, der nur alle 33 Jahre blüht.

In der vielfältigen Fauna der Blue Mountains sind zwei Tiere bekannt, die vermutlich mittlerweile ausgestorben sind, der Jamaika-Sturmvogel und ein Schmetterling, Urania sloanus. Noch immer zu sehen ist ein weiterer Schmetterling, der Papilio Homerus, der zweitgrößte Schmetterling der Welt.

Auch wenn man bei der beliebten Urlaubsinsel Jamaika nicht in erste Linie an Bergwanderungen denkt, eine Tour durch die Blue Mountains ist eine Attraktion, die sich kein Jamaika-reisender Bergliebhaber entgehen lassen sollte. Rechnet man die Höhe vom Gebirgsfuß bis zum Gipfel haben die Blue Mountains von Jamaika sogar um einiges mehr zu bieten als die europäischen Alpen und sind noch dazu ganzjährig schneefrei.

Tipp: Man muss nicht unbedingt durch die Berge ziehen, wenn der jamaikanische Regenwald seinem Namen alle Ehre macht. Die beste Zeit für Touren durch die Blue Mountains sind daher die trockenen Monate Dezember bis April. Im straken Regen können noch dazu Wege weggewaschen werden und Flüsse über die Ufer treten.

Wandern in den Blue Mountains von Jamaika

Durch die Blue Mountains führt nur eine einzige Straße, die von Kingston über Irish Town und weiter an die Nordküste nach Bull Bay führt. Alle anderen Straßen führen entlang der Flussläufe am Fuß der Berge vorbei. Von der Port Antonio-Bowden-Straße führen immer wieder Wanderwege in die Blue Mountains und in die John Crow Mountains, die jedoch oft durch dichtes Unterholz führen. Die Straße windet sich zwischen diesen beiden Gebirgsketten hindurch hält das eine oder andere atemberaubende Panorama bereit.

Die Gipfel der Blue Mountains sind jedoch nichts für unerfahrene Wanderer. Die oft steilen Pfade sind nicht für gemütliche Spaziergänge geeignet, sondern fordern trotz der kühlen Temperaturen den einen oder anderen Schweißtropfen. Kristallklare Bäche und kleine Wasserfälle sorgen dann für willkommene Abkühlung.

Hat man dann jedoch einen Aussichtspunkt erreicht oder einen Gipfel erfolgreich bezwungen, wird man für all seine Mühen mit einer atemberaubenden Aussicht über Jamaika belohnt. Besonders Abenteuerlustige erklimmen die Blue Mountains bereits in der Dunkelheit der frühen Morgenstunden, um aus luftiger Höhe das unglaubliche Schauspiel des Sonnenaufgangs über Jamaika erleben zu dürfen.

In den Blue Mountains liegt auch der nur 1,2km2 große Hollywell Nationalpark. Er kann über von Maultieren ausgetretene Trampelpfade erkundet werden, während man von winzigen farbenfrohen Kolibris, dem Nationalvogel Jamaikas, umschwärmt wird. Im Nationalpark gibt es drei einfache Hütten, in denen man die Nacht verbringen kann. Wer nach einer luxuriöseren Unterkunft sucht, ist im Strawberry Hill richtig. Mehrere Villen traditionell aus Holz errichtet bieten allen erdenklichen Komfort, der sich auch im Preis für die Luxusresorts widerspiegelt. Dafür gibt es sogar beheizbare Matratzen.

Auf zum Gipfel

Der traditionelle Wanderweg in den Blue Mountains führt auf seinen höchsten Gipfel, den Blue Mountain Peak. Er führt gut 10 Kilometer über eine Steigung von etwa 1.000 Meter durch märchenhaften Nebelwald aus tropischen Bäumen, Moosen, Farnen, Lianen und Bambus. Nach 3-4 Stunden erreicht man den Gipfel – der perfekte Platz für einen atemberaubenden Sonnenaufgang über Jamaika; einige Touren starten daher bereits noch bei völliger Dunkelheit, was einen ganz besonderen Reiz ausmacht.

Weniger anstrengend, aber genauso atemberaubend sind die Pfade, die die kleinen Siedlungen in den Blue Mountains miteinander verbinden und von der hiesigen Bevölkerung in ihrer Alltagsroutine benutzt werden. In der Nähe von Newcastle führen einige idyllische Wege zu Catherine’s Peak oder Mount Horeb.

Knapp 5km nördlich von Clydesdale liegt der Cinchona Botanical Garden. Er wurde als der erste Botanische Garten in der Karibik in den 1860ern zur Kultivierung von Chinarinden-Bäumen eingerichtet und wird heute vom Jamaica Department of Gardens and Platations betrieben. Zu sehen gibt es eine wunderbare Auswahl an exotischen Bäumen und Sträuchern aus aller Welt.

Weiterführende Links:

Wanderwege und Touren durch Jamaikas Blue Mountains (englisch)
Strawberry Hill buchen