Jacmel, Haiti

Palmen am Stadtstrand von Jacmel, der Hauptstadt des Departements Sud-Est im Karibikstaat Haiti  - © TomB / Fotolia
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Jacmel an der Südküste Haitis ist die viertgrößte Stadt des Landes. Ihr Flair ist um einiges entspannter als in anderen Teilen des Landes. Jacmel ist vor allem durch seine Architektur aus der Kolonialzeit bekannt, von der leider ein Großteil durch das Erdbeben 2010 zerstört wurde.

Jacmel ist die Hauptstadt des Departements Sud-Est im Karibikstaat Haiti und viertgrößte Stadt des Landes. Die 1989 gegründete Stadt weist viele historische Gebäude im Kolonialstil auf und wurde 2004 von der UNESCO als mögliches Weltkulturerbe in Betracht gezogen.

Unterwegs nach Jacmel

Die Partnerstadt vom französischen Straßburg liegt an der idyllischen Südküste am Karibischen Meer, etwa 80 Kilometer südlich von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince. Bereits die Fahrt dorthin ist eine Attraktion für sich, sie führt über eine der schönsten Panoramastraßen Haitis. Die Bergstraße windet sich durch eine traumhafte Landschaft, die immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die umgebende Kulisse gewährt.

Sehenswürdigkeiten in Jacmel

In Jacmel angekommen schmiegt sich der kleine schmucke Hafen in eine drei Kilometer lange sandige Bucht. Großen Auflauf gibt es dort selten, da Kreuzfahrtschiffe ihn aufgrund des seichten Wassers nicht anlaufen können. Daher der ideale Ort, um wieder neue Energiereserven zu tanken, sei es bei einem gemütlichen Spaziergang durch Jacmels Gässchen an den viktorianischen Häusern vorbei oder beim Flanieren durch Jacmels Handwerksmärkte, welche das Städtchen zur inoffiziellen Kunsthauptstadt Haitis machen. Wenn Sie auf den Märkten einmal ein auffallendes Angebot an Papiermasken wahrnehmen, ist wohl Karneval-Zeit in Jacmel. Aufgrund ihrer geringen Größe kann die Stadt leicht zu Fuß erkundet werden, die frische Brise vom Meer her macht den Aufenthalt in Jacmel um einiges angenehmer als in anderen innerländischen haitianischen Städten.

Wer sich von den Anstrengungen des Herumwanderns erholen möchte, nimmt am besten ein erfrischendes Bad am lokalen (leider nicht immer hundertprozentig sauberen) Stadtstrand oder begibt sich an den etwa 7 Kilometer entfernten Civadier-Strand, ein paradiesisches Fleckchen Erde in einer von Kokospalmen gesäumten Bucht.

Geschichte von Jacmel

Im 18. Jahrhundert war Jacmel ein wichtiger Handelshafen, von dem aus vor allem Kaffee exportiert wurde, Mitte des 19. Jahrhunderts gab es kaum ein Dampfschiff, welches keinen Zwischenstopp in Jacmel einlegte. Diese Wichtigkeit als Hafenstadt ermöglichte auch den technischen Fortschritt und so war Jacmel die erste Stadt Haitis mit einer eigenen Wasserversorgung, Elektrizität und Telefonanbindung.

Ende des 18. Jahrhunderts lehnte sich die mulattische Bevölkerung gegen die Unterdrückung durch die weißen Kolonialherren auf, was blutige Kämpfe nach sich zog.

Heute ist Jacmel ein malerisches Städtchen, welches durch seine Architektur aus der Kolonialzeit besticht. Leider wurden bei dem katastrophalen Erdbeben im Jänner 2010 etwa 70% der Gebäude beschädigt oder zerstört, die meisten davon in den ärmeren Stadtteilen, darunter aber auch das für seine außergewöhnliche Architektur bekannte Alexandra Manor Hotel. Andere jedoch hielten den Erdstößen stand, wie zum Beispiel die Markthalle aus dem Jahr 1895 oder einige Herrenhäuser, mit schmiedeeisernen Balkonen, die die Mauern zusammenhielten.