Cap Haïtien, Haiti

Blick aus der Luft auf Cap Haïtien; die Stadt punktet mit dem entspannten Flair einer karibischen Stadt und kolonialer Architektur, Haiti - © Rémi Kaupp CC BY-SA3.0/Wiki
© Rémi Kaupp CC BY-SA3.0/Wiki

Cap Haïtien an der Nordküste ist die zweitgrößte Stadt Haitis. Einst Hauptstadt der französischen Kolonie Haiti und auch „Paris der Antillen“ genannt, ist ein bisschen des früheren Prunks trotz der allgegenwärtigen Armut heute noch erkennbar.

Cap Haïtien ist die zweitgrößte Stadt des Karibik-Staates Haiti und liegt an der Nordküste Haitis am Karibischen Meer. Nach ihrer Gründung im Jahr 1670 war sie für etwa ein Jahrhundert die Hauptstadt der damals noch französischen Kolonie Haiti, bis sie diesen Titel im Jahr 1770 an Port-au-Prince abgab. Heute ist die über 100.000-Einwohner-Stadt das wirtschaftliche Zentrum der Region und seit 1861 ein Erzbistum.

Das Paris der Antillen

Obgleich Cap Haïtien nach der Hauptstadt Port-au-Prince die zweitgrößte Stadt Haitis ist, bekommt man von der Hektik der Großstadt hier nur wenig mit. Zur Zeit der französischen Kolonie war Cap Haïtien eine der reichsten Städte in der ganzen Karibik und war auch unter „Paris der Antillen” bekannt. Der damalige Prunk ist zwar mittlerweile etwas geschwunden, doch die Atmosphäre ist immer noch entspannt und relaxed.

Unterwegs in Cap Haïtien

Mit dem neuen Highway von Port-au-Prince aus wurde die Reisezeit von Haitis Hauptstadt von 11 auf 3 Stunden verkürzt. Cap Haïtien, von der einheimischen Bevölkerung auch kreolisch „O’Kap” genannt, ist heute beliebtes Urlaubsziel von Haitis gehobener Gesellschaft. Dementsprechend gibt es mehrere hochpreisige Luxushotels, aber auch eher billige Unterkünfte; dazwischen ist die Auswahl eher gering bis nicht vorhanden.

Die gut erhaltene Kathedrale Nôtre Dame in Cap Haïtien ist wohl das schönste Gebäude der Stadt, Haiti - © Rémi Kaupp CC BY-SA3.0/Wiki
© Rémi Kaupp CC BY-SA3.0/Wiki

Im Schachbrettmuster der Straßen kann man sich kaum verlaufen, die rechtwinklig angelegten Gassen sind ideal für die systematische Erkundung der Stadt angelegt. Bei einem Spaziergang durch Cap Haïtien schlendert man vorbei an alter Hafenarchitektur, der monumentalen Kathedrale Nôtre Dame, hohen Fassaden und verschnörkelten Balkonen, die noch etwas an den Reichtum vergangener Zeiten erinnern.

Mittlerweile gibt es leider auch in Cap Haïtien einen Großteil an Armut. Maßnahmen, diese zu bekämpfen, sowie eine flächendeckende Wasserversorgung und Müllabfuhr beginnen langsam aber sicher zu greifen.

Neben der kolonialen Architektur und dem unvergleichlichen Flair einer karibischen Hafenstadt gibt es in Cap Haitien eher wenig zu entdecken. Die ruhige Küstenstadt ist jedoch der ideale Ausgangspunkte für Touren zu anderen Sehenswürdigkeiten Haitis, wie zum Beispiel die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörige Festung La Citadelle la Ferrière oder die atemberaubenden Strände um Plage Labadie.