Vulkan La Soufrière, Guadeloupe

Der aktive Vulkan La Soufrière liegt auf einer Seehöhe von knapp 1.500 Meter und ist die höchste Erhebung Guadeloupes - © Fwed / Fotolia
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La Soufrière, der einzig aktive Vulkan auf Basss-Terre, der westlichen Insel Guadeloupes in der Karibik, kann mit dem Auto befahren werden. Die letzten 300 Höhenmeter zum spektakulären Krater in einer bizarren Mondlandschaft werden über beschilderte Wege zu Fuß zurückgelegt.

Der aktive Vulkan La Soufrière („Schwefelgrube”) befindet sich auf der karibischen Insel Basse-Terre, der westlichen Hauptinsel des französischen Übersee-Departments Guadeloupe. La Soufrière ist der Gipfel eines ganz aus vulkanischem Gestein bestehenden Bergmassiv und ist mit einer Seehöhe von knapp 1.500 Meter nicht nur die höchste Erhebung Guadeloupes, sondern der höchste Berg der gesamten Inselgruppe der kleinen Antillen. Rund um den La Soufrière erstreckt sich der gut 17.000 Hektar große Nationalpark Guadeloupe.

Der letzte bedeutende Ausbruch des Vulkans wurde auf etwa 1440 nach Christus datiert. Seither kam es seit dem 18. Jahrhundert etwa einmal in hundert Jahren zu länger anhaltenden Aktivitäten. Seit 1950 steht der Vulkan durch das Beobachtungszentrum für Vulkanologie und Seismologie auf Guadeloupe unter strenger Beobachtung.

Die letzte Eruption ereignete sich in den 1970er Jahren und veranlasste eine viermonatige Evakuierung des am Fuß des Vulkans gelegenen Hauptortes der Insel Basse-Terre. 6.000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und auch die Inselverwaltung wurde verlegt. Der Ausbruch verursachte jedoch keine dramatischen Schäden, im Nachhinein gesehen wäre die Evakuierung nicht nötig gewesen.

Die Zeit des Bangens ob der Gefahr des feuerspeienden Berges hielt der Regisseur Werner Herzog in seinem Film „La Soufrière – Warten auf eine unausweichliche Katastrophe” fest. Zur Zeit der Evakuierung befand er sich in Basse-Terre und erhielt so beeindruckendes Filmmaterial aus erster Hand.

Besteigung des La Soufrière

Der einzige aktive Vulkan Guadeloupes ist ein spektakuläres Reiseziel. Erreicht werden kann der imposante Berg über die D11, mit dem Auto kommt man sehr nahe an ihn heran. Auf dem Weg nach oben passiert man ein kleines Museum, das Maison des Vulcans („Vulkanhaus”), welches auf Schaubildern den Vulkanismus sowie seine Überwachung auf Guadeloupe erläutert. Von dort windet sich die Bergstraße weiter nach oben durch die immer karger werdende Vegetation, bis es gar keine Bäume mehr gibt – die einzige unbewaldete Region Guadeloupes ist erreicht.

Der letzte Zwischenstopp vor dem Vulkan bietet das Plateau Savane à Mulets („Savanne der Maultiere”), bereits hier riecht man die typischen Schwefeldämpfe. Vom Parkplatz geht es etwa 2 Stunden über 300 Höhenmeter zu Fuß weiter auf den Gipfel. Wer früh genug am Morgen aufbrach (5 Uhr früh ist zu empfehlen), hat vielleicht das Glück, den Vulkankrater in seiner vollen Pracht zu sehen, ab Mittag hüllt er sich meist in Nebel, der vom Regenwald aufsteigt.

Über den Chemin des Dames geht es weiter nach oben, durch verbrannte Flechten und kohlschwarze Gesteinsbrocken. Hat man die beiden Vulkanspalten Grand Faille und Eboulement Faujas passiert, geht es steil nach oben in eine bizarre Mondlandschaft aus vulkanischem Geröll bis zum rauchenden Südkrater. Die traumhafte Aussicht entschädigt für den schweißtreibenden Aufstieg, an klaren Tagen kann man sogar bis zur Nachbarinsel Dominica sehen.

Tipp: Auch wenn es tagsüber tropisch heiß ist, auf dem Vulkan kann es durch das feucht-nasse Klima rasch abkühlen, also unbedingt ein paar Schichten Kleidung sowie Regenschutz mitnehmen! Auf keinen Fall den Weg verlassen, Vulkanspalten können so tückisch wie Gletscherspalten sein!

Wer vom Aufstieg noch nicht genug hat, kann zurück an der Nordspalte Grand Faille anstatt direkt den Weg zum Parkplatz einzuschlagen über einen Umweg auf den Col de L’Echelle eine etwa zweistündige Vulkanumrundung des La Soufriere angehen. Absolutes Highlight dieses Pfades ist ein riesiger zerbrochener Felsbrocken, dessen Kanten noch exakt zusammenpassen. Anschließend geht es weiter zum Parkplatz an der Savane à Mulets.

Eingefleischten Bergwanderer, die das Bergmassiv Guadeloupes genauer kennen lernen möchten, ist der ein bis zu mehreren Tagen andauernde Weitwanderweg Sentier de Grande Randonnée zu empfehlen. Die Tour beginnt am Hochplateau Savane à Mulets und führt immer am Bergrücken entlang durch die ganze Insel Basse-Terre bis zum Plage de Clugny. Eine wahrlich einzigartige und landschaftlich atemberaubende Trekking-Tour! Aufgrund der schwierigen Wege (schwül, schlammig, glitschig) ist die Wanderung mit Führer zu empfehlen.