Nationalpark Morne Trois Pitons, Dominica

Nur 15min vom Eingang des Morne-Trois-Pitons-Nationalparks entfernt liegt der märchenhafte Emerald Pool, Dominica - © Sorin Colac / Shutterstock
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Der Nationalpark Morne Trois Pitons befindet sich auf der karibischen Insel Dominica und bietet Besuchern eine einzigartige Mischung aus vulkanischer Landschaft inkl. Fumarolen und kochendem See und tropischem Regenwald mit farbenprächtigen Vögeln und rauschenden Wasserfällen.

Der Nationalpark Morne Trois Pitons befindet sich auf der karibischen Insel Dominica etwa 13km nordöstlich von Dominicas Hauptstadt Roseau. 1997 wurde er auf die Weltnaturerbeliste der UNESCO aufgenommen.

Der Nationalpark Morne Trois Pitons wurde 1975 als erster Nationalpark Dominicas gegründet und erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 7.000 Hektar um seinen namensgebenden Vulkan Morne Trois Pitons. Der imposante Berg erreicht eine Höhe von 1.342 Meter, der zweithöchste Berg im Nationalpark ist der Morne Macaque mit einer Höhe von 1.121 Meter.

Unterwegs im Nationalpark Morne Trois Pitons

Die Landschaft im Nationalpark ist geprägt durch tropischen Regenwald, vulkanische Felsformationen, zerklüftete Bergwände und tiefe Schluchten. An die 5.000 verschiedenen Pflanzenarten gedeihen in den verschiedenen Vegetationszonen des Morne Trois Pitons Nationalparks. Über 900 Meter findet man den mystischen Nebelwald, der kalt und feucht zum Großteil aus Moosen, Farnen und flechtenüberzogenen verkrüppelten Bäumen besteht. Talwärts geht es weiter durch subalpines Gesträuch mit dürren Nadelbäumen, bis man zum subalpinen Regenwald vorgestoßen ist. Über 600 Metern wachsen hier eigentlich typische Regenwaldpflanzen, die aber lang nicht die Ausmaße eines richtigen Regenwaldes erreichen – der beginnt erst ab einer Seehöhe von 460 Metern.

Durch die üppige Vegetation streifen sieben Säugetierarten, 135 verschiedene Vögel und jeweils12 Reptilien- und Amphibien- und Krustentierspezies. Dazu gehören die farbenprächtigen Amazonas-Papageien, der Zuckervogel und die gigantische über 3 Meter lange Boa Constrictor.

Emerald Pool

Nur 15min zu Fuß vom Eingang des Nationalparks entfernt liegt der märchenhafte Emerald Pool. Man erreicht ihn über einen idyllischen Dschungelpfad durch moosbewachsene Bäume mit verkrüppeltem Wurzelwerk über mehrere Holzbrücken. Ein 13 Meter hoher Wasserfall ergießt sich in den smaragdgrünen Emerald Pool, der farblich perfekt mit den Lianen und Moosen der Felswand abgestimmt ist – es würde nicht wundern, wenn plötzlich eine Elfe ihren Kopf hinter einem der Felsen hervor streckt.

Valley of Desolation

Das Kontrastprogramm dazu ist das Valley of Desolation („Tal der Hoffnungslosigkeit”) In diesem unwirtlichen Tal fauchen und gurgeln an die 50 Fumarolen („Dampflöchern”), heiße Quellen, blubbernde Schlammlöchern und Schwefelquellen. Überall gluckert, raucht und zischt es, steigen Wasserdampf und teilweise auch vulkanische Gase in den Himmel. Im Valley of Desolation befindet sich auch der zweitgrößte kochende See der Welt, ein spektakulärer Anblick vor einer Kulisse von steilen Klippen – wenn der See nicht gerade wie die meiste Zeit von dichten Dampfwolken verhüllt ist. Wer den anstrengenden Tagesmarsch zum Tal auf sich nimmt, wird also reichlich mit spektakulären landschaftlichen Eindrücken belohnt. Aus dem Valley of Desolation fließt der Pointe Mulatre River, der in den Atlantik mündet.

Im "Valley of Desolation" im Morne-Trois-Pitons-Nationalpark fauchen und gurgeln 50 Dampflöcher, Dominica - © Paskee / Shutterstock
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Boeri Lake und Freshwater Lake

Ebenfalls sehenswert sind der Boeri Lake und der Freshwater Lake, welche sich an zwei Seiten an die Flanken des Morne Macaque schmiegen. Der Boeri Lake befindet sich in einem erloschenen Vulkankrater auf einer Höhe von 870 Metern und ist damit der höchstgelegene und der zweitgrößte See Dominicas. Der Freshwater Lake ist der größte und zweittiefste See Dominicas, er ist die Quelle des Rio Roseau. Wie der Boeri Lake ist auch er vulkanischen Ursprungs und wurde durch einen Damm noch künstlich erweitert.