Synagoge Mikvé Israel-Emanuel in Willemstad, Curaçao

Die Grundsteinlegung der Synagoge Mikve Israel-Emanuel in Willemstad erfolgte im Jahr 1730, sie ist damit die älteste Synagoge der westlichen Hemisphäre, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Die von außen nahezu unscheinbare Synagoge Mikvé Israel-Emanuel ist die älteste Synagoge der westlichen Hemisphäre und kann mit langer Tradition und einem wunderschönen Innenraum aufwarten.

Die Grundsteinlegung der Synagoge Mikvé Israel-Emanuel in Willemstads Stadtteil Punda erfolgte im Jahr 1730. Sie ist damit die älteste Synagoge der westlichen Hemisphäre und der Stolz der Juden auf Curaçao, schließlich gilt die Mikvé Israel-Emanuel als die „Mutter aller jüdischen Gemeinden in der Neuen Welt“. Auch die niederländische Königin Beatrix hat im Jahr 1992 dem altehrwürdigen Sakralbau einen Besuch abgestattet.

Besuch der Synagoge Mikve Israel-Emanuel

Das jüdische Gotteshaus befindet sich in der früher „Kerkstraat“ genannten Hanchi di Snoa, „Snoa“ stammt dabei aus dem alten Latino-Wort „esnoga“ für Synagoge.

Die Synagoge Mikve Israel-Emanuel kann gegen Gebühr durch ein schweres Holzportal betreten werden, das in den malerisch gestalteten Innenhof führt. Das grau-weiße Marmorpflaster des Innenhofs steht in Kontrast zum freundlichen Gelb der Synagoge. Durch ein marmornes Portal gelangt man in den sehenswerten Innenraum der Synagoge, der durch Sonnenlicht erhellt wird, das durch die azurblau getönten Fenster fällt.

Diese begrüßt den Besucher in einem prunkvollen Innenraum mit einem eleganten Altar und schweren Bänken aus dunklem Mahagoniholz, dicken Säulen, und einer wuchtigen Balustrade. Für die Beleuchtung sorgen drei imposante Messingleuchter mit je 24 Kerzen.

Das grau-weißen Marmorpflaster des Innenhofs steht in Kontrast zum freundlichen Gelb der Synagoge Mikve Israel-Emanuel in Willemstad, Curaçao - © James Camel / franks-travelbox
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Sandiger Fußboden

Besonders auffällig ist der Sand, der den Boden des dreischiffigen Gotteshauses bedeckt. Sein Sinn wurde bereits auf viele Arten erklärt. Einerseits symbolisiere er den Sand der Wüste Sinai, die die Kinder Israels durchqueren mussten und deute andererseits darauf hin, dass Gott Abraham verheißen hat: „Ich will dein Geschlecht segnen und mehren wie den Sand am Ufer des Meeres.“

Die etwas profanere Erklärung ist, dass die Juden zu Zeiten der Inquisition in Spanien und Portugal den Sand streuten, um ihre Schritte zu schlucken, wenn sie sich heimlich zum Gebet trafen. Andere wiederum erzählen sich, dass sich der Hakham, der Vorbeter, durch zu spät kommende Teilnehmer in seiner Zeremonie gestört fühlte, da ihre Schritte knarrende Geräusche auf den alten Holzdielen verursachten. Seit 1965 besteht der Fußboden der Synagoge zwar aus Zement, die Tradition des Sandes behielt man dennoch bei.

Museum der jüdischen Gemeinde

Gleich gegenüber dem Eingang zur Synagoge informiert das Museum der jüdischen Gemeinde mit wertvollen Thora-Rollen und in Amsterdam gefertigten Zeremonien-Gerätschaften über Geschichte, Lebensweise und Bräuche der Juden auf Curaçao.