Goldmine von Bushiribana, Aruba

Die Ruinen der Goldmine von Bushiribana erinnern heute noch an den Goldrausch, der Aruba im 19. Jahrhundert befiel - © James Camel / franks-travelbox
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Die alten Mauern der Goldmine von Bushiribana auf Aruba sind noch ein Überbleibsel jener Zeit, in der Abenteurer und Entdecker auf der Suche nach Ruhm und Reichtum durch die Karibik reisten.

Der Legende zufolge hieß Aruba früher Oro Ruba, was so viel heißt wie „Rotes Gold“. Von diesem scheinbaren Versprechen angezogen fanden sich tausende Schatzsucher auf Aruba ein, die der Inselgeschichte ihren Stempel aufdrückten. Im Jahr 1824 wurde dann tatsächlich erstmals Gold entdeckt und manche dieser Abdrücke sind heute noch stumme Zeugen des einstigen – wenn auch nicht lange anhaltenden – Goldrausches.

Die Goldsucher wurden zwar kaum reich, denn ihre Funde mussten sie zu einem Fixpreis an die Regierung verkaufen, doch es lockte ja nicht nur der Reichtum, sondern auch das Abenteuer. 1854 wurden die Schürfrechte Privatpersonen ganz entzogen und an eine niederländische Firma verkauft, die die Goldsuche jedoch nicht sehr extensiv betrieb. Weitere Unternehmen folgten, bis die Schürfrechte 1908 schließlich wieder von einem arubanischen Unternehmen übernommen wurde.

Ein Überbleibsel des Goldrausches auf Aruba gibt es an der Nordküste Arubas bei Bushiribana zu entdecken. Hier ragen heute noch die steinernen Überreste einer alten Goldmine in den karibischen Himmel. Es gibt weder Erläuterungen noch einen Führer oder gar ein Besucherzentrum, dennoch sind die dunklen Mauern von historischem Wert und rechtfertigen auf dem Weg zur berühmten Natural Bridge den kleinen Abstecher an die Küste.

Errichtung der Goldmine von Bushiribana

Die Goldmine von Bushiribana stammt aus dem 19. Jahrhundert, als der Goldrausch auf Aruba seinen Höhepunkt erreichte. 1874 wurde sie von der englischen Aruba Island Gold Mining Company errichtet. Zu den Maurern zählte neben einigen Arbeitern aus Curaçao auch der berühmte Handwerker Alexander Donati. Damals wurden die Felsbrocken mit Hilfe von Mühlen, die durch den ständigen Wind an Arubas Küste angetrieben wurden, zu feinem Pulver zerrieben, aus dem die Goldstückchen leicht herausgesucht und anschließend geschmolzen und weiter verarbeitet werden konnten.

Diese Methode war für damalige Zeit so fortschrittlich, dass alle vielversprechenden Steinbrocken aus den Minen Arubas nach Bushiribana transportiert wurden, um pulverisiert zu werden. Es dauerte nicht lange, bis Aruba durch den Goldhandel auch seinen ersten Hafen bekam, den 10km von der Mine entfernten Forti Abou.

Balashi Goldmine

Auch an der Spitze der Spanischen Lagune bei Balashi ist eine Goldmine zu finden, die etwa 25 Jahre nach Bushiribana errichtet wurde. Sie wurde nicht mehr mit Windmühlen, sondern bereits mit Dampfmaschinen betrieben und hatte über drei Eisenbahnstrecken eine bessere Verbindung zum Seeweg. In einer engen „Frenschman’s Pass“ genannten Felsschlucht sind von der einst geschäftigen Mine an der bildhübschen Küste Arubas nur noch einige Ruinen zu sehen.

Der Verarbeitungsprozess in den beiden Minen wurde ständig verbessert und dauerte noch bis 1916 an. Im Ersten Weltkrieg wurden jedoch das zum Großteil aus Deutschland bezogenen Rohmaterial knapp, um das Gold weiter zu verarbeiten und so wurden die Arbeiten an den Minen eingestellt und bis heute nicht wieder aufgenommen.