Felseninsel Redonda, Antigua und Barbuda

Die Felseninsel Redonda im karibischen Meer ist einer der letzten Rückzugsorte der seltenen Höhleneulen, Antigua und Barbuda - © Matt Knoth / Shutterstock
© Matt Knoth / Shutterstock

Redonda ist ein unbewohntes felsiges Eiland im karibischen Meer und gehört politisch zur Inselgruppe Antigua und Barbuda. Öffentliches Interesse erregte es vor allem durch seine angebliche Ernennung zum Königreich.

Die Felseninsel Redonda ist ein winziges nur eineinhalb Quadratkilometer großes unbewohntes Eiland im karibischen Meer und gehört politisch zum Inselstaat Antigua und Barbuda. Die Inseln Nevis und Montserrat sind die westlichen Nachbarn Redondas.

Redonda ist unwirtlich anmutender Felsbrocken, der etwa 56km südwestlich von Antigua aus dem Meer ragt. Ursprünglich ein Vulkan ragt die gebirgige Spitze Redondas ca. 300m über den Meeresspiegel, umgeben von Steilküsten hat sich nur eine kleine Fläche, auf der Gras wächst, höhere Pflanzen gibt es aufgrund des fehlenden Süßwassers keine.

Ihren Namen erhielt die Felseninsel Redonda vom spanischen Entdecker Christoph Kolumbus. Als sie im 1943 ins Auge fiel, nannte der sie Santa Maria la Redonda („Heilige Maria, die Runde”), er machte aber keine Anstalten, an den steilen Flanken von Redonda anzulegen. 1860 fiel Redonda in den Besitz der Briten, die bis zum Ersten Weltkrieg die Phosphor-Vorkommen Redondas abbauten. Diese war der einzige Zeitraum, zu dem die Insel bewohnt war, mehr als 120 Personen lebten jedoch nie auf Redonda.

Heute ist Redonda unter Ornithologen als letzter Rückzugsort der seltenen Höhleneulen bekannt.

Umstrittenes Königreich Redonda

Die Felseninsel Redonda ist Teil einer skurrilen Geschichte. Der Fantasy-Schriftsteller Matthew Phipps Shiell erzählte in einem seiner Bücher die Geschichte, dass sein Vater, ein Banker aus Montserrat, im Jahr 1865 die Insel zu seinem Königreich ernannt hat. Angeblich sollte ihm Königin Victoria von England erlaubt haben, die Insel in Besitz zu nehmen, solange er sich nicht gegen die Kolonialmacht auflehnt. Demnach ist er, M.P. Shiell, wie er sich fortan nannte, als sein Sohn und rechtmäßiger Thronfolger der zweite König Redondas. Seine Krönung erfolgte durch einen Bischof von Antigua im Jahr 1880, als Shiel 15 Jahre alt war. Er gründete daraufhin eine „literarische Dynastie” und führte die Königsfolge weiter. Hauptaufgabe des Königs ist die Verbreitung des Werks von Shiell über die Geschichte Redondas. Mittlerweile ist die Thronfolge jedoch umstritten und unter anderem auch durch Verkauf des Titels gibt mehrere Anwärter auf Redondas Thron.

Wie viel von dieser Story tatsächlich wahr ist, oder nur der Fantasie des Autors entstammt, ist bis heute nicht geklärt.

Skurril: 2007 ernannte sich das Wellington Arms Pub in Southampton in England zur Botschaft von Redonda, um durch die diplomatische Immunität dem gesetzlichen allgemeinen Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden zu entgehen.

Weiterführende Links:

Offizielle Website des „Königreichs“ Redonda (englisch)