Kaiserliche Zitadelle von Thăng Long in Hanoi, Vietnam

Die kaiserliche Zitadelle von Thăng Long befindet sich am Ufer des Sông Hồng in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, Vietnam © Takashi Usui / Shutterstock

Die kaiserliche Zitadelle von Thăng Long befindet sich am Ufer des Sông Hồng in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Über 13. Jahrhunderte hinweg war sie Herrschersitz und Machtzentrum der vietnamesischen Kaiser.


Die Hoàng thành Thăng Long, wörtlich übersetzt „kaiserliche Zitadelle des aufsteigenden Drachen" liegt am Westufer des Sông Hồng („Roter Fluss") in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Thăng Long war von 1010 bis 1802 Hauptstadt von Vietnam, die kaiserliche Zitadelle der Herrschersitz der vietnamesischen Kaiser. Seit 2010 zählt die kaiserliche Zitadelle von Thăng Long zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die Zitadelle von Thăng Long wurde im 11. Jahrhundert von den Herrschern der Ly'-Dynastie errichtet und von den folgenden sukzessive erweitert und ausgebaut.
Die gesamte Anlage der Zitadelle umfasst eine Fläche von 140 Hektar und entstand nach dem Vorbild der Städte anderer chinesischer Kaiser. Sie wurde kurzerhand als mächtiges Unabhängigkeitssymbol über den Überresten eines chinesischen Forts aus dem 7. Jahrhundert erbaut.

Neben den Wohnhäusern für das einfache Volk beherbergte die Kaiserstadt auch Minister und höhere Beamte. In die Verbotene Stadt hatten nur der Kaiser und seine engsten Angehörigen Zutritt. Jahrhunderte lang fungierte sie als Machtzentrum Vietnams und ist damit von herausragender Bedeutung für die Landesgeschichte. Die meisten Gebäude der Zitadelle von Thăng Long am Ufer des Roten Flusses wurden im späten 19. Jahrhundert Im Zuge der Eroberung durch die Franzosen zerstört.

Unversehrt und unübersehbar thront inmitten ihrer Überreste der Flaggenturm von Hanoi, an dessen Spitze die vietnamesische Nationalflagge flattert. Der 1805 bis 1812 erbaute Steinturm ist 33 Meter hoch und wurde während dem französischen Regime von 1885 bis 1954 als Militärposten genutzt und daher verschont. Nach dem Indochina-Krieg wurde er zum Symbol für das wiedererlangte nationale Selbstbewusstsein der Vietnamesen.

Von den Sakralbauten innerhalb der Zitadelle von Thăng Long ist sicher der Literaturtempel der bekannteste. Der nach Feng Shui erbaute Pavillon der Prinzessin wurde ebenfalls zerstört aber bereits während der Besatzung durch die Franzosen restauriert. Von der Einsäulen-Pagode kann nur noch eine Nachbildung besichtigt werden.

Die beiden Tore Doan Mon und Bac Mon wurden restauriert und stellen imposante Relikte aus der frühen Zeit der kaiserlichen Zitadelle von Thang Long dar.

Neben der historischen Zitadelle von Thăng Long selbst ist auch ihre Umgebung zu einer Sehenswürdigkeit geworden. Seit 2002 werden archäologische Ausgrabungen durchgeführt, im Zuge derer viele der im 19. Jahrhundert zerstörten Gebäude wieder ans Tageslicht kommen. Erst ein kleiner Teil der gesamten Anlage wurde freigelegt, die meisten Fundstücke wurden an das Nationalmuseum überstellt.


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