Schloss Miramare bei Triest, Italien

Das schmucke Schloss Miramare nördlich von Triest bietet seinen Besuchern mit prunkvollem Original-Interieur Einblicke in die Zeit der Habsburger, Italien © James Camel / franks-travelbox

Das schmucke Schloss Miramare nördlich von Triest wurde vom österreichischen Erzog Ferdinand Maximilian errichtet und bietet seinen Besuchern heute Einblicke in die Zeit der Habsburger und erholsame Spaziergänge im idyllischen Schlosspark.


Das herrliche Schloss Miramare 5km nordwestlich der italienischen Stadt Triest thront auf einer felsigen Klippe über der Bucht von Grignano. Mit seiner hübschen Fassade aus hellem Kalkstein und seinen malerischen Erkern und Türmchen könnte es fast Italiens Version des deutschen Märchenschlosses Neuschwanstein sein.

Besuch des Schlosses Miramare

Das Schloss Miramare entstand von 1856 bis 1860 auf Anweisung des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Maximilian. Im Jahr 1955 wurde das traumhafte Schloss mit der zugehörigen Parkanlage für Besucher geöffnet und ist seither ein beliebtes Touristenziel an der oberen Adria. In seinen attraktiven Räumlichkeiten wurde ein staatliches Museum eingerichtet, welches die ursprüngliche Innenausstattung des Schlosses aus der Zeit der Habsburger zeigt, die nach den beiden Weltkriegen wiederhergestellt wurde.

Das Schloss Miramare entstand von 1856 bis 1860 auf Anweisung des österreichischen Erzherzogs Ferdinand Maximilian, Triest, Italien © James Camel / franks-travelbox

Zu den Highlights der Schlossbesichtigung gehören der Thronsaal des Erzherzogs, der Chinesische und Japanische Salon, der Möwensaal im Obergeschoß sowie das nach wie vor reich geschmückte Schlafzimmer von Maximilian und Charlotte. Wandelt man durch die prunkvoll eingerichteten Räume, fühlt man sich unweigerlich um ein Jahrhundert in der Zeit zurückversetzt.

Schlossgarten von Miramare

Ebenfalls eindrucksvoll ist die 22 Hektar große Gartenanlage, die das Schloss umgibt und über 2.000 Pflanzenarten beherbergt. Erzherzog Maximilian wollte hier ein botanisches Versuchslabor einrichten und bedeckte den einst kargen Felsvorsprung mit einer großartigen Symbiose aus italienischer und englischer Gartengestaltung. Die mit Buchsbaum eingefassten Blumenbeete stehen einer natürlichen Waldlandschaft gegenüber und entsprechen Maximilians Vorstellungen von einer harmonischen Verbindung von Kunst und Natur.

Die 22 Hektar große Gartenanlage, die das Schloss Miramare umgibt, beherbergt über 2.000 mediterrane und exotische Pflanzenarten, Triest, Italien © James Camel / franks-travelbox

Neben mediterraner Flora gedeihen hier auch exotische Vertreter der Pflanzenwelt, wie Gingko und Bambus, die der Herzog von seinen Reisen als Admiral bei der österreichischen Marine mit nach Hause nahm. In seiner Admiralsuniform ist der Erzherzog noch heute in Form einer 9 Meter hohen Bronzestatue zu sehen.

Im schmucken Gartenhäuschen, das dem Herzogspaar vor der Fertigstellung des Schlosses als Wohnhaus und später der verwirrten Charlotte als Gefängnis diente, hat heute die internationale Naturschutzorganisation WWF einen Sitz eingerichtet.

Errichtung des Schlosses Miramare

Ferdinand Maximilian ließ das malerische Anwesen für sich und seine Gattin Charlotte von Belgien unter seiner strengen Aufsicht und ständigen Anweisungen von Architekt Carl Junker errichten. Auch das Interieur wurde exakt nach den Vorstellungen des erzherzöglichen Paares, insbesondere von Maximilian, eingerichtet und spiegelt in vielen Bereichen seine Liebe zum Meer wider. Aus dieser entstand auch der Name des Schlosses, denn „Miramare" bedeutet in etwa „Ziel am Meer". Dennoch hatte der Herzog nicht viel von seinem prächtigen Bau. 1863 wurde er zum Kaiser von Mexiko ernannt und das Paar reiste nach Übersee, nachdem es nicht einmal drei Jahre im Schloss Miramare verbracht hatte.

Die Einrichtung von Miramare wurde erst im Jahr 1870, nach dem Tod des Herzogs, vervollständigt, doch auch Charlotte, die vor allem seit der Hinrichtung ihres Gatten im Jahr 1867 Anzeichen geistiger Verwirrung zeigte, kehrte nie wieder nach Miramare zurück.

Auch der österreichische Kaiser Franz Joseph I. und seine Ehefrau Sissi sowie Thronfolger Rudolph verbrachten einige Jahre im Schloss Miramare bei Triest, Italien © James Camel / franks-travelbox

Der nächste Bewohner des Schlosses war der österreichische Kaiser Franz Joseph I., Bruder des verblichenen Herzogs, dessen Ehefrau Sissi mit Thronfolger Rudolf und dessen Angetraute Stephanie von Belgien, einer Nichte Charlottes, mehrere Jahre im Schloss weilten. Auch der letzte österreichische Kaiser Karl I. und seine Ehefrau Zita zählten zu den hochwohlgeborenen Gästen von Miramare. Im ersten Weltkrieg wurde die Einrichtung des Schlosses in Wien in Sicherheit gebracht, wo sie im Schloss Schönbrunn und im Schloss Belvedere verwahrt wurde. 1929 wurde Miramare erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, im Zweiten Weltkrieg allerdings von deutschen Truppen besetzt und von den Alliierten als Zentrale genutzt.


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